Buck Tu Gou: Kurz, kürzer, am kürzesten

von | 17.05.2019

Kremart feiert den Auftakt der neuen Buchserie „Buck tu gou“. Es sind schmale Heftchen zum kurzweiligen Lesevergnügen. Muss das sein?

Buck Tu Gou

Bildquelle: Kremart Edition

Manchmal ist weniger bekanntlich mehr. Auf Literatur trifft das in den Augen der meisten Leseratten jedoch nicht zu. Kremart sieht das anders und kommt mit einem luxemburgischen Verschnitt von Pixibüchern daher. „Buck tu gou oder eine Tasse Literatur zum mitnehmen“, bewirbt das Verlagshaus die neue Buchserie. „Diese Büchlein im Format 12,5 auf 9 cm kann man gemütlich bei einer Tasse Kaffe oder einer heißen Schokolade genießen.“

Das erklärt das zunächst irritierende Kaffeebohnen- und Kakaopflanzen-Design – und den Titel der Serie, bei dem alle Gedankenrädchen auf Hochtouren laufen müssen, bis man das „verluxemburgischte“ Book-to-go dahinter erkennt. Literaturhäppchen statt Kekse zum Kaffee also? Die Idee ist nett. Auch, wenn die ersten Veröffentlichungen von Josy Braun („Zwéi Meter virun der, Martin!“), Christiane Kremer („An engem Zuch“) und Luc Marteling („Féiwer“) inhaltlich und sprachlich keine literarischen Höhenflüge sind. Das Format geht als Gag durch.

Schon auf dem Cover prangt die geschätzte Lesedauer: In sieben bis sechs Minuten hat man es geschafft. Für das Mini-Kinderbuch „Féiwer“ – Kinderbücher sind mit „Hot Chocolate“ gekennzeichnet – benötigt man nur drei Minuten. Wo bleibt da die versprochene Gemütlichkeit? Die Zeitangabe klingt eher nach Lesen im Schnellverfahren, zwischen Tür und Angel, für wenig Geld. Die Büchlein kosten einen Euro.

Damit passt die Buchserie in die Zeit der Rastlosigkeit und des schnellen Konsums. Das Konzept grenzt an ein Verscherbeln von Literatur zu Marketing-Zwecken, denn wenn man ehrlich ist, passt so ziemlich jedes Buch zu Kaffee und heißer Schokolade. Braucht man dafür eine neue Buchserie im Kaffee-Schoko-Look? Nicht unbedingt. Hätte Kremart mit der Buchreihe Automaten oder Bücherschränkchen an Bushaltestellen, Bahnhöfen, Flughäfen, Cafés und dergleichen befüllt, wäre das nochmal was anderes. Es hätte was von Literaturvermittlung auf der Straße, tatsächlich „to go“. So aber bleibt es leider ein Konzept ohne bedeutenden Mehrwert, ohne Message – außer der, dass auch Literatur leicht verdaulich und günstig geht.

Weitere Infos zu den Büchern gibt es hier.

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