Adapto: Kein gratis Angebot

Heute wurde in der Chamber die Motion des Abgeordneten Marco Schank abgelehnt, den Transport-Dienst Adapto künftig gratis zur Verfügung zu stellen.

© Adapto.lu

Adapto wird von Menschen benutzt, die aufgrund einer Behinderung nicht auf den öffentlichen Transport zurückgreifen können. Die Überlegung war deshalb diesen Dienst, ebenso wie den öffentlichen Transport, künftig gratis anzubieten. Heute wurde in der Chamber über eine entsprechende Motion des CSV-Abgeordneten Marco Schank debattiert.

Der Chamber gegenüber betonte Transportminister François Bausch (Déi Gréng), dass Adapto eher mit Taxis als mit dem öffentlichen Transport verglichen werden könne. Kunden und Kundinnen können den Dienst per Telefon oder E-Mail anfragen, werden an ihrem Standort abgeholt und an ihren Wahlort gefahren. Eine einfache Fahrt kostet fünf Euro, für eine zusätzliche Rückfahrt sind es acht Euro. In Bauschs Augen ein äußerst günstiger Tarif.

Der Minister drückte seine Verwunderung darüber aus, dass sich so viele für eine staatliche Kostenübernahme des Dienstes aussprechen. Immerhin sei das langfristige Ziel, den öffentlichen Transport für alle zugänglich zu machen, nicht, alternative Optionen für Menschen mit einer Behinderung auszubauen. Dieser Prozess sei im vollen Gange, vor fünf Jahren habe es im Gegensatz zu heute beispielsweise noch fast keine Niederflurbusse gegeben.

Schank entgegnete, dass er diese Bemühungen zwar zu schätzen wisse, eine völlige Umstellung hin zu einem inklusiven öffentlichen Transportsystem jedoch noch lange nicht erreicht sei. In der Zwischenzeit sei es in seinen Augen deshalb erforderlich, auch Adapto gratis anzubieten.

Der ADR-Abgeordnete Fernand Kartheiser wies seinerseits darauf hin, dass Niederflurbusse denjenigen wenig entgegenkommen würden, die aufgrund ihrer Behinderung nicht bis zur Station kommen.

Daraufhin brachte Bausch erneut das langfristige Ziel eines inklusiven öffentlichen Transports zur Sprache. Es sei kontraproduktiv, das Alternativsystem Adapto attraktiver zu machen. Er warf die Frage auf, wieviele Menschen wohl noch auf den öffentlichen Transport zurückgreifen würden, wenn ihnen auf der anderen Seite ein gratis Dienst zur Verfügung stünde, der einen viel größeren Komfort biete. Dass sich den fünf bis acht Euro Tarif nicht alle leisten können, wie Déi Lénk-Abgeordneter David Wagener zu Denken gab, schien den Transportminister nicht weiter zu stören.

Die Motion wurde mit 29 Ja- und 31 Nein-Stimmen abgelehnt.


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