Schulische Inklusion: „Nicht zufriedenstellende Situation“

Die Lehrer*innengewerkschaft SNE/CGFP zeigt sich unzufrieden mit der Inklusion von Schüler*innen mit spezifischen Bedürfnissen. Durch die Reformen habe sich zwar manches verbessert, einiges aber auch verschlechtert.

© sne.lu

„Es besteht viel Klärungsbedarf“, so fasste Vanessa Schetgen die vorläufige Bilanz des SNE/CGFP zu dem 2017 in Kraft getretenen Inklusions-Gesetz zusammen. Die Kritik des Syndikats betrifft in erster Linie die Equipes de soutien d’élèves à besoins éducatifs spécialisés et différenciés (Eseb), die nun anstelle der multiprofessionellen Teams (EMP) zum Einsatz kommen. Eseb stehen Lehrkräften beratend zur Seite, können in Notsituationen aber auch selbst eingreifen.

Wie Patrick Remakel am Montag der Presse gegenüber erklärte, funktionierten die früheren EMPs nicht optimal. mehr lesen / lire plus

Behinderung: Frauen stärker benachteiligt

Damit europäische Richtlinien wirksam sind, müssen sie mit Rücksicht auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen ausgearbeitet und implementiert worden sein. Dabei reicht es nicht beispielsweise nur den Faktor „Behinderung“ zu untersuchen, den Aspekt der Geschlechterdiskriminierung aber außen vor zu lassen. Der Gender Equality Index gibt Aufschluss über sich überschneidende Benachteiligungsfaktoren.

© Eige

Zum heutigen internationalen Tag der Menschen mit Behinderung nimmt das European Institute for Gender Equality (Eige) in den Blick, inwiefern Menschen mit Behinderung durch weitere Benachteiligungsfaktoren zusätzlich marginalisiert werden – und zwar am Beispiel von Frauen mit einer Behinderung. Um genau zu sein, wird auf den vom Eige im Jahr 2017 publizierten Gender Equality Index verwiesen. mehr lesen / lire plus

Diskriminierung
: Schreckgespenst Behinderung

In Kampagnen für Verkehrssicherheit werden Menschen mit Behinderung gerne als Abschreckungsmittel benutzt. Zu mehr Akzeptanz und Chancengleichheit trägt dies sicher nicht bei.

Ein Bild der Sécurité-routière-Kampagne droht mit generellem „Out-sein“. (©sécurité-routiere.lu)

Zwei Frauen spazieren lachend durch die Stadt, eine der beiden wäscht sich in der Dusche die Haare, wir sehen sie auf ihrem Arbeitsplatz, sie läuft Treppen hoch, steigt vorm Flughafen aus dem Taxi, man sieht sie beim Kochen in der Küche und anschließend beim Fallschirmspringen. Dann sitzt sie im Auto hinterm Steuer, sie wird von einem Scheinwerfer angestrahlt, schreit und tritt auf die Bremse – aber zu spät: wir hören quietschende Reifen und schepperndes Blech. mehr lesen / lire plus

Podcast: Am Bistro mat der woxx #017

Wéi all Woch bitt d’woxx iech och haut een Abléck an déi aktuell Nummer. Nieft engem Iwwerbléck iwwert déi wichtegst Theme vum Heft, dem Edito iwwert Fro, ob ee mat Green Finance d’Klima ka retten oder léiwer eng méi systemesch Perspektiv sollt anhuelen, dem Mount vun den Aweiungen, wärend dem d’Regierungsmembre bal all Dag eppes ageweit oder presentéiert hunn, ass d’Thema vun der Woch d’Inclusioun an der Schoul.

D’Tessie Jakobs an de Joël Adami schwätzen doriwwer, wisou d’Thema vu Kanner mat spezielle Besoinen an der Schoul wichteg ass, wat d’Kritikpunkten un de néie Kompetenzzentre sinn a wat fir Réckschlëss dëse System dorobber zouléisst, wéi allgemeng mat behënnerte Leit zu Lëtzebuerg ëmgaange gëtt. mehr lesen / lire plus

Schulische Inklusion
: Schlechtes Zeugnis für neues Gesetz


Organisationen für Menschen mit Behinderung ziehen Bilanz über das Gesetz zu den Kompetenzzentren. Das Urteil fällt überwiegend negativ aus.

Statt inklusiver Regelschule existiert in Luxemburg zurzeit ein Sonderschulsystem. 
Die Logopédie in Strassen ist ein Teil davon. (Foto: Centre de Logopédie)

„Unsere Regierung hat sich dazu bereit erklärt, sich an die UN-Behindertenrechtskonvention zu halten und diese in nationales Recht umzusetzen. Die bisherigen Bemühungen reichen längst nicht aus. Es reicht nicht, kleine Brötchen zu backen, wir fordern systemische Lösungen.“ Zu Schuljahresbeginn 2018 ist das Gesetz zur schulischen Inklusion in Kraft getreten. Am Donnerstag stellte Info-Handicap zusammen mit einigen seiner Mitgliederorganisationen seine Einschätzung davon vor. mehr lesen / lire plus

Gebärdensprache: Zahl der Nutzer*innen unbekannt

Es liegen keine Zahlen darüber vor, wie viele Menschen in Luxemburg die Gebärdensprache nutzen – das bestätigten Corinne Cahen, Lydia Mutsch und Dan Kersch in einer Antwort auf eine parlamentarische Frage. Darin hatte sich die CSV-Abgeordnete Claudine Konsbruck auf Diskussionen bezogen, die im Bezug auf das mittlerweile verabschiedete Gesetz zur Anerkennung der deutschen Gebärdensprache aufgekommen waren. So war in einigen Gutachten die mangelnde Datenlage kritisiert worden. Konsbrucks Frage bezog sich jedoch nicht nur auf Nutzer*innen der Gebärdensprache, sondern auch auf die Zahl gehörloser oder hörgeschädigter Menschen, die in den letzten zehn Jahren geboren wurden. Die Antwort: 77 Kinder, wovon zurzeit 63 einen Hörapparat tragen. mehr lesen / lire plus

Sexualerziehung
: Wie sag ich’s meinem Kind?


Sexualität, Pubertät, Gender, sexuelle Orientierung – Themen, die zum Feld der sexuellen und affektiven Erziehung gehören, gibt es zahlreiche. Eine angemessene Heranführung ist besonders in jungen Jahren wichtig. Was wird in Luxemburg in diesem Bereich geleistet? Was klappt, wo besteht Nachholbedarf? Im Rahmen einer Interview-Serie haben wir Vertreter*innen einiger zuständiger Strukturen dazu befragt. Das erste Gespräch fand mit Isabel Scott vom Centre national de référence pour la promotion de la santé affective et sexuelle, kurz Cesas, statt.

Isabel Scott arbeitet seit April 2017 beim Cesas. (© privat)

woxx: Wie sollte Sexualaufklärung im weitesten Sinne im Idealfall ablaufen?


Isabel Scott: Die Weltgesundheitsorganisation hat 2011 das Dokument „Standards für Sexualaufklärung in Europa“ publiziert. mehr lesen / lire plus

Inklusion: Leben ohne Barrieren

Sich einschränken lassen oder gefährlich über die eigenen Grenzen gehen: Menschen mit Behinderung leiden in Luxemburg oft noch immer darunter, dass kaum Rücksicht auf ihre Situation genommen wird. Das gilt insbesondere in der Arbeitswelt. Eine Bestandsaufnahme mit Info-Handicap-Direktor Olivier Grüneisen und Vera Bintener vom juristischen Informationsdienst der asbl.

Vera Bintener (Fotos: Privat)

woxx: Aus welchen Gründen wenden sich Personen hauptsächlich an Sie?


Vera Bintener: Im Zusammenhang von Arbeit und Behinderung gibt es viele Unsicherheiten. Bei den meisten Institutionen, wie der Adem zum Beispiel, bekommt man nur Teilinformationen und wir helfen den Leuten, sich zurechtzufinden. „Ist diese oder jene Dienstleistung für mich interessant?“, „Macht es für mich Sinn, das Statut des „salarié handicapé“ zu beantragen?“ In solchen Fragen können wir Aufklärung bieten und helfen, wenn nötig, die Vorgänge zu beschleunigen. mehr lesen / lire plus

„Eine Stadt für alle“

Bereits zum siebten Mal finden vom 2. Mai bis 6. Juni die Sensibilisierungswochen für Menschen mit spezifischen Bedürfnissen statt.

„Menschen mit spezifischen Bedürfnissen besser kennenlernen“ – das ist das Motto einer Sensibilisierungskampagne der Stadt Luxemburg und zahlreichen Partnern. Vom 2. bis zum 6. Mai erwarten Interessierte unter anderem Konferenzen, Filmvorführungen und Ausstellungen. Teil des Angebots sind zudem Museums- und Stadtführungen für Seh- und Hörgeschädigte sowie Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung. Ziel der Aktion ist, laut Broschüre, unter anderem, Kontaktängste zwischen Menschen mit spezifischen Bedürfnissen und der Öffentlichkeit abzubauen. Das ganze Programm und weitere Informationen können Sie hier nachlesen. mehr lesen / lire plus

Inklusion auf dem Arbeitsmarkt

Ein neues Gesetz soll demnächst die Begleitung des Inklusionsprozesses auf dem Arbeitsmarkt verbessern.

© gouvernement.lu

21 Prozent der bei der Adem eingeschriebenen Arbeitssuchenden haben entweder eine Behinderung oder sind in einer Reklassierungsprozedur. Ein neues Gesetz soll es diesen Menschen erleichtern, sich langfristig in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. „Viele Arbeitgeber zögern, Menschen mit einer Behinderung einzustellen, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt“, so Familienministerin Corinne Cahen bei der Vorstellung des Entwurfs. „Oft wissen auch Arbeitskollegen nicht, wie sie mit der behinderten Person umgehen sollen und worin genau ihre Beeinträchtigungen liegen.“ Das vorliegende Gesetz, das so schnell wie möglich in den Parlamentsausschuss kommen soll, soll deshalb nicht nur Betroffenen helfen, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, sondern auch etwaigen Vorbehalten und Vorurteilen Seitens des Arbeitsumfeldes entgegenwirken. mehr lesen / lire plus

Mehr Inklusion gefordert

Nicht ausreichend auf Inklusion ausgerichtet, in segregierender Sprache verfasst – das Gutachten des „Conseil supérieur des personnes handicapées (CSPH)“ zum Gesetzesentwurf, der die Anliegen der „Élèves à besoins éducatifs particuliers“ regelt, fällt recht negativ aus.

(©Pixabay)

Die Kritik an den geplanten Änderungen in punkto schulischer Inklusion hält sich hartnäckig. Nachdem der CSPH bereits die geplante Änderung bezüglich der Sonderpädagogik im neuen Schulgesetz kritisiert hatte, hat die Organisation nun ein negatives Gutachten zum Gesetz zu den „Élèves à besoins particuliers“ vorgelegt.

Momentan bestehe die Erwartungshaltung, dass Menschen mit besonderem Förderbedarf sich den jeweiligen Strukturen anpassen müssen. Dabei sei das Gegenteil notwendig: „Es müssen Bedingungen geschaffen werden, damit jede*r ein ‘normales’ Leben ohne Einschränkungen führen kann“, heißt es im Avis. mehr lesen / lire plus

Inklusive Schuldbildung: „Alles 
beim Alten“


Das kürzlich verabschiedete Schulgesetz sieht eine Reihe von Änderungen bei der Sonderpädagogik vor. Doch Behindertenvereine üben deutliche Kritik an der Reform.

Ist in Luxemburg ein Modell möglich, in dem Kinder mit und ohne Behinderung, mit und ohne Lernschwäche oder Verhaltensauffälligkeit gemeinsam unterrichtet werden? (Foto: Flickr)

„Dieses Gesetz wurde gestimmt, ohne die Konsequenzen für Kinder mit besonderen Bedürfnissen mitzudenken. Es ist unvollständig, voller Lücken und entspricht nicht der UN-Konvention“, heißt es in einem offenen Brief der Organisationen Zesumme fir Inklusioun (ZEFI), Association luxembourgeoise des parents d’élèves de l’éducation différenciée (ALPEED) und Trisomie 21. Darin kritisieren sie das Schulgesetz, das letzten Monat gestimmt wurde. mehr lesen / lire plus

Inklusion: Auf dem Weg zu einer Schule für alle

Nachdem Luxemburg im Jahr 2011 die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung unterzeichnet hatte, bemüht sich die Regierung nun um ein stärker inklusives Bildungssystem.

Es sei eine Reform auf der ganzen Linie, so Bildungsminister Claude Meisch auf einer Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch. Um der Bandbreite des Förderbedarfs gerecht zu werden, bedürfe es eines flexiblen, aber kohärenten Modells. Zu diesem Zweck seien Maßnahmen auf drei Niveaus geplant:

Auf nationaler Ebene wird eine Kooperation zwischen den fünf bestehenden Kompetenzzentren angestrebt, die jeweils auf schulische Integration, Seh- und körperliche Behinderung, Autismus, Sprachentwicklungsstörungen sowie schulische Integration spezialisiert sind. Diese sollen nun durch drei weitere Kompetenzzentren für die Bereiche „Lernschwierigkeiten“, „Verhaltensstörungen“ und „Hochbegabung“ ergänzt werden. mehr lesen / lire plus