Aircheck-Session: Funky durch die Krise

Die Brüsseler Band Great Mountain Fire spielt am Samstag in der Escher Kulturfabrik. Das Publikum darf sich nicht vor der Bühne die Füße platt stehen, dafür aber zuhause das Radio lauter drehen und ungeniert Beifall klatschen.

Great Mountain Fire sind fünf Freunde aus Brüssel, die mit ihrem Funk und Indie bereits mehrere Musikpreise in Belgien abgestaubt haben. (Copyright: mailysterkendries)

1979 sangen The Buggles: „I met your children. What did you tell them? Video killed the radio star.“ Einundvierzig Jahre später gibt es Neuigkeiten für Band und Kinder: Kulturfabrik und Radiosender 100,7 bringen mit der Konzertreihe Aircheck die Radiostars zurück. Die Veranstalter*innen laden seit November aufstrebende, neue Talente aus Europa in die Escher Konzerthalle ein und übertragen ihren Aufritt live. Den Auftakt machte die luxemburgische Band Tuys, die im September ihre Musikfilm-Reihe „A Curtain Call for Dreamers“ veröffentlichte. Bei der zweiten Session gab es Blues aus Luxemburg von der Band Heavy Petrol. Mit dem kommenden Auftritt von Great Mountain Fire gehen die Veranstalter*innen über die nationalen Grenzen hinaus und wechseln musikalisch erneut die Schiene: Die Band kommt aus Brüssel und spielt eine Mischung aus Funk und Indie.

Great Mountain Fire setzt sich aus fünf Sandkastenfreunden zusammen, „who’ve always played together since the late 90’s“, wie es auf der Website ihrer Agentur Treetop Agency heißt. Die Namen dahinter: Thomas de Hemptinne (Stimme, Keys, Gitarre), Antoine Bonan (Gitarre, Keys, Stimme), Alexis Den Doncker (Bass, Stimme), Tommy Onraedt (Syntheziser) und Morgan Vigilante (Drums, Perkussion). Neu im Sinne von unerfahren sind die fünf Freunde nicht. Das erste Album der Band, Canopy, kam 2011 auf den Markt. Es folgten Auftritte in den Benelux-Ländern sowie der Schweiz und Quebec. 2012 lieferte die Band mit The Unplugged Version of Canopy eigene Neuinterpretationen ihres Debutalbums. Für ihre Darbietung des Albums im Brüsseler Cirque Royal wurden die Musiker 2013 mit einem Octaves de la musique für den besten Liveact ausgezeichnet. Es folgten eine zweijährige Pause und ein weiteres Studioalbum – Sundogs. Das bescherte der Band 2016 den belgischen D6bels Award für das beste Albumcover, das von David Delruelle gestaltet wurde, und den Octaves de la musique für die beste Pop-Rock-Band.

Pop und Rock sind auf dem neuen Album, Movements, jedoch nicht zu hören. Die Stücke haben mehr was von Funk und Disco. Der Sound ist unbeschwert und melancholisch zugleich, erinnert stellenweise entfernt an Songs der amerikanischen Band The Flaming Lips. Die Umstände, unter denen das Album laut Kulturfabrik und anderen Medien, entstanden sein soll, spiegelt das Endprodukt nicht. Die fünf Musiker sollen sich nach einer Tour in einer Holzhütte im Süden Brüssels zusammengetan haben, um an Movements zu arbeiten. Country oder Hüttengaudi ist aber nicht. Schließt man beim Zuhören die Augen, taucht kein Holz auf – dafür aber sonnendurchflutete Autos auf einem Roadtrip durch den Süden und schillernde Discokugeln, die ihr Mosaik aus Licht auf eine tanzende Menge werfen. Bilder, die man während der anhaltenden Pandemie durchaus genießt und zwischendurch zum Aufatmen gebrauchen kann. Der Auftritt der Band Great Mountain Fire wird an diesem Samstag, ab 17 Uhr, auf dem Radiosender 100,7 übertragen.

Great Mountain Fire/Aircheck. 
An diesem Samstag, dem 19. Dezember, 
um 17 Uhr auf dem Radiosender 100,7.

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