Concert dessiné: Darf es Bild zum Sound sein?

In den Rotondes treffen der 
Comic-Zeichner Nicolas Moog und der Musiker Jan Mörgenson mit Pinsel und Gitarre aufeinander.

Mit Stift und Gitarre: Jan Mörgenson und Nicolas Moog verbinden am kommenden Mittwoch Musik und Zeichenkunst. (Copyright: Nicolas Moog)

Was kommt dabei raus, wenn sich Musiker*innen und Maler*innen verabreden? Abgesehen von Farbklecksen und Schweißflecken, ein „Concert dessiné“. Am kommenden Mittwoch, dem 17. Februar, geben sich Nicolas Moog und Jan Mörgenson ihren Leidenschaften hin. Das Publikum erwarten atmosphärische Gitarrenmusik und Comic-Zeichnungen.

Nicolas Moog macht sich seit den späten 1990er-Jahren einen Namen als Zeichner. 1999 veröffentlichte der Künstler aus Metz erste Zeichnungen im Fanzine „Le Martien“, später auch im „Hôpital brut“. Moog arbeitete bereits mit unterschiedlichen Comic-Magazinen zusammen, wie beispielsweise „Spirou“, „Ferraille“ oder „Jade“. 2004 brachte er seinen Debütband „La chronique“ auf den Markt, erschienen bei Requins Marteaux. Vier Jahre später veröffentlichte er mehrere Bücher bei Éditions 6 pieds sous terre. Unter anderem „June“ und „My American Diary“, in denen er sich mit den US-Wahlen beschäftigte. Die USA spielen auch in „Retour à Sonora“ eine Rolle: Moog entführt dort in die alternative Musikszene Arizonas und in die Zeit um Barack Obamas Wiederwahl im Jahr 2013. Ein Jahr später gestaltete Moog die Wände des Kulturzentrums Le Gueulard. Zurzeit malt er für die Magazine „Fluide glacial“ und „La revue dessinée“. Der Künstler weiß allerdings nicht nur mit Stiften umzugehen, sondern auch mit Instrumenten: Er spielt Kontrabass, Banjo und Gitarre in der Band Thee Verduns, die sich musikalisch dem Americana und Bluegrass verschrieben hat.

Für Musik sorgt am Mittwoch jedoch ein anderer, nämlich Jan Mörgenson. Der Musiker, ebenfalls aus Metz, spielt Gitarre. Im Ankündigungstext zum Konzert wird sein Stil als instrumentaler Blues Folk bezeichnet. Mörgensons Musik hat etwas Düsteres, Atmosphärisches. Auf seinem neusten, im April 2019 erschienen Album „Projections“ gibt es experimentelle Sounds. Manche Songs klingen metallisch, teilweise disharmonisch und minimalistisch. Anders als das Album „Ad patres“: Das steckt voller Melancholie. In Singles wie „Rotten“ schneidet der Musiker Vergänglichkeit und Zerfall an, was durch den Titel und das experimentelle Musikvideo von Maxime Le Moing zum Ausdruck kommt. Sein Debütalbum „Studio“ oder auch die Platte „Jass, Raag & Blooz” wecken hingegen eher Erinnerungen an ruhige Abende um ein Lagerfeuer.

Die Begegnung zwischen Jan Mörgenson und Nicolas Moog verspricht Gegensätze, Reibungen, aber auch Berührungspunkte, wie die gemeinsame Begeisterung für Musik. Wem das Duo nicht zusagt, am 17. Februar verhindert ist oder keinen der wenigen Sitzplätze ergattern konnte, dem bietet sich am 11. April ein ähnliches Erlebnis in den Rotondes: Totorro & Friend(s) geben dann ein Comic-Konzert. Zwei Mitglieder der französischen Band haben sich mit dem Drummer und Komponisten Pierre Marolleau zusammengetan und Musik zum Comic „Et si l’amour c’était aimer ?“ (Éditions 6 pieds sous terre, 2018) von Fabcaro kreiert. Die Geschichte greift die Liebe mit vierzig auf: Was bedeutet es, in dem Alter auf Partner*innensuche zu sein oder eine Beziehung zu führen? Fabcaros Werk „Zaï Zaï Zaï Zaï“, beim gleichen Verlag erschienen, wurde 2014 mehrfach ausgezeichnet. Unter dem Titel „Teaser Et si l’amour c’était aimer ?“ gibt Totorro & Friend(s) auf der Plattform Vimeo einen Vorgeschmack auf das Konzert im April.

Für beide Veranstaltungen müssen Sitzplätze reserviert werden. Weitere Informationen finden sich auf der Website der Rotondes.

Concert dessiné Jan Mörgenson & 
Nicolas Moog, am 17. Februar 2021, 
um 20 Uhr in den Rotondes.

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