Concours littéraire national: Konfetti, Holz, Medienschelte

Die Gewinner*innen des Concours littéraire national 2019 stehen fest. Das Ergebnis ist vor allem eins: zerschnipselt und mehrsprachig.

Foto: Ylanite Koppens

Für die Jury (Fabienne Gilbertz, Ludivine Jehin, Jérôme Jaminet, Marcel Kieffer, Jay Schiltz) regnete es Konfetti: Der Erstplatzierte des diesjährigen Concours littéraire national, der Autor und Literaturwissenschaftler Samuel Hamen, legte dem Briefumschlag mit seinem Namen bunte Papierschnipsel bei. Der besagte Brief wurde bis zur Bekanntgabe der Jurybegründung regelkonform und versiegelt im Kulturministerium aufbewahrt. Die Texte werden anonym eingereicht, sprich: Auch für die Jury barg die Bekanntmachung eine Überraschung. Hamen erhielt den ersten Preis in der Erwachsenenkategorie für den Text „I.L.E.“. In der Jurybegründung heißt es, „I.L.E.“ besteche durch kreative Sprache, einen raffinierten Plot und skurrile sowie zwielichtige Charaktere.

Der zweite Preis geht an eine Unbekannte in der luxemburgischen Literaturszene: Olivia Katrandijan. Die Journalistin und Autorin überzeugte mit dem englischsprachigen Geschichtsepos „The Ghost Soldier“. Das Buch spielt im Zweiten Weltkrieg und liefert gleich mehrere Settings in den USA, England, Frankreich, Belgien und Luxemburg.

„Last but not least“ schaffte es auch Anja Di Bartolomeo aufs Siegertreppchen: Die luxemburgische Autorin sahnt für „Wundholz“ den dritten Preis ab. Jurypräsident Jérôme Jaminet spricht von einem rasant erzählten, humorvollen Roman, der mit schrägen Figuren aufwartet.

Den Jugendpreis für Autor*innen zwischen 15 und 25 Jahren sackt Antoine Pohu für „La Quête“ ein. Der Autor wurde letztes Jahr mit dem „Prix Laurence“ ausgezeichnet und konnte beim diesjährigen Wettbewerb „Poetic Voice“ gleich zwei renommierte Autor*innen für sich gewinnen: Nathalie Ronvaux und Thomas Schoos. Der Wettbewerb ist darauf ausgerichtet, jungen Schriftsteller*innen Coaches an die Seite zu stellen, die sie bei ihrem Schreibprozess begleiten. In „La Quête“ geht es unter anderem um einen Schriftsteller, der auf einer leidigen Suche nach Inspiration ist, um zwei Waisenkinder – und um die Odyssee zum eigenen Selbst.

Insgesamt wurden 34 Manuskripte zwischen drei und 476 Seiten eingereicht. Davon waren 16 auf deutsch, 9 auf englisch, 7 auf französisch und 2 auf luxemburgisch. Viele Autor*innen warfen einen satirisch-kritischen Blick auf Luxemburg und auch eine Medienschelte blieb nicht aus, so Jaminet über die Einsendungen. Nur wenige Autor*innen seien hingegen erzählerische Risiken eingegangen. Innovationen in punkto literarischer Sprache oder Konstruktion blieben aus.


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