Direktion von „Hëllef Doheem“ unter Druck

von | 15.06.2015

Die MitarbeiterInnen von „Hëllef Doheem“ traf die Nachricht Anfang Juni wie eine kalte Dusche: Von einem Tag auf den anderen kündigte der Pflegedienst an, im Rahmen allgemeiner Sparmaßnahmen 90 Beschäftigte zu entlassen. Die Folge waren Unverständnis und laute Proteste, die bei der Direktion jedoch bisher auf taube Ohren stießen. OGBL und LCGB preschen nun voran und versuchen mit allen Mitteln, einen Sozialplan zu verhindern – freilich sind ihre Aktionen nicht immer aufeinander abgestimmt. Schon meinen das Luxemburger Wort wie auch andere Medien in den unterschiedlichen Vorgehensweisen der beiden Gewerkschaften ein „Zerwürfnis“ ausgemacht zu haben: OGBL und LCGB verfolgten im Hintergrund unterschiedliche Strategien, zumal der LCGB verstärkt auf einen politischen Dialog setze. Christoph Knebeler, Gewerkschaftssekretär des LCGB wies diese Interpretation gegenüber der woxx jedoch zurück: „Es kann nicht von einer Entzweiung die Rede sein!“ Man sei die Sitzungen und Protestaktionen immer gemeinsam angegangen. Die Einzelaktionen seiner Gewerkschaft, eine Dringlichkeits-Anfrage des LCGB bei der Regierung, begründet ihr Gewerkschaftssekretär mit der Dringlichkeit der Angelegenheit. Bereits Anfang April habe der LCGB eine Unterredung zur Reform der „Pflegeversicherung“ verlangt; durch den angekündigten Sozialplan sei nun jedoch alles schneller gegangen. Knebeler zufolge sind allzu viele Fragen offen. So werde grundsätzlich auf Sparmaßnahmen der Regierung – die sich laut Zukunftspak in der Tat auf Einschnitte in Höhe von rund 6,8 Millionen im Pflegesektor allein im kommenden Jahr belaufen könnten – und die zu schnell angestiegenden Personalkosten verwiesen, doch fehle es ganz grundsätzlich an Transparenz – und sicher gebe es auch noch andere Beweggründe. Nach der gemeinsamen Demonstration vor dem Sitz des Pflegedienstes am Donnerstag liegt der Ball nun bei der Direktion und ihrem Verwaltungsrat, an deren Spitze der CSV-Deputierte Paul Henri-Meyers steht. Und selbst die Regierung will nächste Woche im Rahmen einer Tripartite-Sitzung einlenken. Der zuständige Minister Romain Schneider hat unlängst gemeinsam mit Amtskollegin Corinne Cahen seine Bereitschaft bekundet, sich als Mediator einzuschalten. – Gesetzt den Fall, dass die Hëllef-Doheem-Direktion ihren Sozialplan fallen lässt.

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