Der 2019 gegründete Verein „Foodsharing“ äußerte diese Woche scharfe Kritik an der Lebensmittelpolitik der Regierung. Konkret ging es um den nationalen Aktionsplan für ein nachhaltiges Ernährungssystem, den das Landwirtschaftsministerium vergangenen April vorgestellt hatte (woxx 1882). Während die Regierung darin den Fokus jedoch auf unkonkrete Maßnahmen und Sensibilisierungskampagnen für eine gesunde und regionale Ernährung legt, wünscht sich Foodsharing einen anderen Schwerpunkt: In Zeiten sozialer Ungleichheiten, der Klimakrise und von Ressourcenknappheit verändere mehr Wissen allein das Verhalten kaum. Stattdessen forderte der Verein in einer Pressemitteilung vom vergangenen Montag endlich Schritte gegen die Lebensmittelverschwendung, so etwa verpflichtende Preissenkungen kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums oder eine Spendepflicht, wie es sie schon in Frankreich und Tschechien gibt. Denn immer noch wird rund ein Drittel der Lebensmittel weggeworfen und so zu Abfall, der „rund 10 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen“ ausmacht – also „dreimal so viel wie der gesamte weltweite Flugverkehr“, so Foodsharing. Die EU-weiten Reduktionsziele, um Lebensmittelverschwendung etwa im Einzelhandel und in Haushalten um 30 Prozent zu verringern, könnte Luxemburg wohl erfüllen. Die Ziele seien jedoch nicht mit den UN-Zielen für eine nachhaltige Entwicklung kompatibel, so der Verein. Den Koalitionsparteien mangele es schlicht an Bewusstsein und politischem Willen: „Die Lösungen existieren längst, aber die Regierung weigert sich, sie umzusetzen.“ Der Aktionsplan sei demnach „nicht nur unambitioniert, sondern verantwortungslos“.
„Ask for Angela“ offiziell gestartet
Die Initiative „Ask for Angela“ ist offiziell gestartet. In den teilnehmenden Cafés und Bars können Menschen eine*n Mitarbeiter*in nach „Angela“ fragen und so diskret um Hilfe bitten. Das zum Beispiel, wenn sie belästigt worden sind oder sich in einer Situation befinden, in der sie sich unsicher fühlen.

