Elise Schmit: Stürze aus unterschiedlichen Fallhöhen

Lange musste sich das Publikum gedulden bevor es das erste Buch von Elise Schmit in den Händen halten konnte. Der Band mit Kurzgeschichten, der bei Hydre Editions publiziert wurde, kann durchaus überzeugen.

Elise Schmit ist in der luxemburgischen Literaturszene längst keine Unbekannte mehr: Bereits zwei Mal wurde sie beim Concours littéraire national ausgezeichnet – unter anderem wegen einem der in dem nun erschienenem Band veröffentlichten Texte. Der Titel „Stürze aus unterschiedlichen Fallhöhen“ ist denn auch Programm, denn in jedem der insgesamt sieben Texte geht es um einen Versager, einen Sturz oder einfach nur um ein Verlassen der üblichen Wege. Am besten illustriert dies „Im Zug“ wo ein vermeintlich verlassener Liebhaber sich auf eine Irrfahrt quer durch Deutschland begibt, um sich Stück für Stück selbst aufzulösen.

Sind die meisten Geschichten in einem ernsteren Ton gehalten, so blinkt doch ab und zu ein wenig absurder Humor zwischen den Textzeilen durch – so wie in „Aus dem Wald, Wind im Gesicht“, wo ein unbekannter ehemaliger Waldmensch den Protagonisten fast in den Wahnsinn treibt. Auch gelingt es der Autorin durchaus den*die Leser*in zu berühren, wie in „Wie neu“, einer Geschichte wie aus einer längst untergegangen Welt, in der die Beziehungen zwischen einem Vater und seiner Tochter im Mittelpunkt stehen.

Und auch die erste Geschichte „Letztes Haus vor dem Meer“ verbindet Tragik, Humor und eine gewisse Selbstverständlichkeit, die sich durch die gesamten Texte zieht. Was aber vor allem bei „Stürze aus unterschiedlichen Fallhöhen“ auffällt, ist die Abwesenheit Luxemburgs in den Geschichten. Zwar wird hier und da von einer Grenze geredet, die man überschreiten könnte, trotzdem ist klar, dass Schmit sich in den größeren Kontext der deutschen Literaturszene eingliedern will. Dank einem hervorragenden Lektorat und dem beständigen, soliden Stil der Autorin kann dies auch durchaus gelingen.


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