Filmpremiere: Dokumentarfilm über Belo Monte-Megastaudamm

von | 30.10.2018

Auf Einladung von ASTM / Klima-Bündnis Lëtzebuerg ist der deutsche Filmemacher Martin Keßler zu Besuch in Luxemburg und wird sich anlässlich der Filmtorführungen am 6., 7. und 8. November den Fragen des Publikums stellen.

Pascalg622 (CC BY 3.0)

Am Xingu, einem der großen Nebenflüsse des Amazonas, ersteht seit 2011 der Belo Monte-Staudamm. Der nach seiner Fertigstellung drittgrößten Staudamm der Welt ist seit stieß von Anfang an auf massiven Widerstand: 400 Quadratkilometer werden der Überflutung anheim fallen. Bedroht sind zum einen die Anwohner der Stadt Altamira, welche zum Teil durch das Staudammprojekt geflutet wird und deren 20.000 Einwohner*innen zwangsumgesiedelt werden. Die an der „großen Schleife“ des Flusses Xingu ansässige indigene Bevölkerung, sieht ihren Lebensraum zerstört. 14.000 Flussanwohner*innen werden so vertrieben. Organisationen der Zivilgesellschaft weisen auf massive Verstöße gegen Menschen- und Umweltrechte hin. Gegen Widerständler*innen hat es Einschüchterungen bis hin zu Morddrohungen gegeben.

Der Filmemacher Martin Keßler. (Foto: neueWUT / Martin Keßler Filmproduktion)

Der aus Frankfurt stammende Journalist und Filmemacher Martin Keßler hat das Bauprojekt Belo Monte sowie die Widerstandsbewegungen gegen den Staudamm über einen Zeitraum von 10 Jahren beobachtet. Sein Film „Count-Down am Xingu V“ dokumentiert die Widerstandsbewegungen und hinterfragt, wer eigentlich von dem umstrittenen Staudamm profitiert. Belo Monte ist dabei kein Einzelfall: 150 Staudämme sind im Amazonasgebiet geplant.

Der Film aus dem Jahre 2016 zeigt die Verbindungen auf zwischen dem Staudammprojekt und dem riesigen Korruptionsskandal „Lava Jato“ der – ausgehend vom brasilianischen Baukonzern Odebrecht – die gesamte politische Klasse Brasiliens erschüttert und zu Gerichtsfällen in 12 weiteren Staaten weltweit geführt hat. Auch Luxemburg hat direkte Verbindungen zum Odebrecht-Konzern: Seit 2013 wurden fünf Odebrecht-Tochterunternehmen in Luxemburg gegründet, die u.a. Staudammprojekte in Lateinamerika finanzieren.

Filmvorführungen und Publikumsgespräch mit Martin Keßler: am 6. November 2018, 18:30, Cinémathèque, Luxemburg-Stadt, am 7. November 2018, 19:30, Scala, Diekirch und am 8. November 2018, 19:30, Le Paris, Bettembourg. MK Filmproduktion 2016, 95 Minuten, Original (Portugiesisch/Deutsch) mit französischen Untertiteln. Der Eintritt ist frei.

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