„Bauern, Natur, Kälte, soziales und kulturelles Vakuum.“ Diese Klischee-Vorstellungen über das Oesling hinter sich lassen, das will die Zeitschrift Forum im Dossier der November-Ausgabe. Aber nach 30 ansprechend illustrierten Seiten zur „Regionalentwicklung im Norden“ weiß man nicht viel mehr über die Essenz des Oesling, als das, was der Clerfer Bürgermeister im Interview sagt: „So unterschiedlich sind wir gar nicht.“ Die im Dossier aufscheinende These, der Norden Luxemburgs sei vernachlässigt worden und habe sich aus eigener Kraft trotzdem weiterentwickelt, kann man hilfreich finden – oder als den Versuch einer neuen Mythenbildung sehen. Vielleicht ist das Oesling ja längst Geschichte, mittels Automobilität und Nordstraße gentrifiziert und in ein Stück ganz normales Luxemburg verwandelt. Informativ sind jedoch die Beiträge zu Teilbereichen wie Naturparks, Energiewirtschaft (bester Cartoon!), Bio-Landwirtschaft und Wohnungsmarkt. Interessant auch die Ausführungen zur Nordstad – die aber, wie man 25 Seiten vorher lesen kann, nicht zum Oesling gehört. Über das Dossier hinaus findet man gut dokumentierte Artikel zur Aufarbeitung des Steichen-Erbes und zur Hypokrisie um die „freiwillige“ Rückkehr von Flüchtlingen. Und – last but not least – einen Beitrag zu Petitionspraxis in Luxemburg und … Schottland, dem Oesling des UK.
Europäische Chemikalienpolitik: Giftige Prokrastination
2022 verkündete die EU-Kommission das Ziel „Null Verschmutzung“ und sagte damit giftigen Chemikalien, die Mensch und Umwelt belasten, den Kampf an. Passiert ist seitdem wenig, denn: Die Kommission steht sich selbst im Weg.

