Zum Artikel Verkehrssicherheit: Mit oder ohne Axt?, woxx 1368 vom 21.04.2016.
Die beiden Referenten Chantal Pradines und Karl-Heinz Voss haben ihre Standpunkte zwar plausibel dargestellt, sie haben aber kaum Hinweise gegeben, wie man das Gefahrenpotenzial (das es doch zweifellos gibt) von Baumalleen bzw. Einzelbäumen an Straßenrändern mindern kann.
Auch fervente Umweltschützer – zu denen ich mich zähle – können doch nicht regungslos in Kauf nehmen, dass auf einer kleinen Unachtsamkeit, einer jugendlichen Fehleinschätzung, einer falschen Reaktion bei unerwarteter Glatteisbildung oder Laubansammlung die Todesstrafe am Baum (oder der Rollstuhl) droht.
Leitplanken sind nicht überall möglich, sie sind teuer und dadurch, dass man bei einer Kollision mit Leitplanken riskiert, auf die Gegenfahrbahn geschleudert zu werden, droht daraufhin ein Frontalzusammenstoß mit einem Unbeteiligten. Von der Gefahr von Leitplanken für Motorradfahrer ganz zu schweigen.
Eine interessante Möglichkeit, die Gefahr von Bäumen an Straßen zu reduzieren, wurde in der Veranstaltung von einem Teilnehmer aus dem Publikum erläutert: nämlich Hecken entlang der Straßen anpflanzen.
In der Tat: Wo genügend Platz zwischen Straße und Allee ist, kann man Hecken vor die Bäume pflanzen, ist es zu eng, kann man sie zwischen diese setzen. Und auch in Kurven und an sonstigen gefährlichen Stellen bilden Hecken am Straßenrand kaum eine Gefahr. Der Vorteil einer Hecke beim Abdriften von der Fahrbahn: Das Auto wird abgefedert und gebremst, die womöglich tödliche Kollision am Baum wird abgemildert, das Auto wird nicht auf die andere Seite geschleudert. Auch für Motorradfahrer dürfte eine Fahrt in die Hecke „angenehmer“ sein
Der Unterhalt – hauptsächlich der Schnitt – ist maschinell durchführbar. Über die Vorteile für die Umwelt brauche ich wohl kein Wort zu verlieren. Mit großangelegten Heckenpflanzaktionen entlang der Landstraßen könnte der grüne Straßenbauminister doch mal sein ramponiertes Image als „Baumfäller“ aufpolieren.
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