Inklusion: Packen wir’s an!

von | 30.11.2017

Trotz einiger Fortschritte bleibt in Puncto Inklusion in Luxemburg noch viel zu tun. Der internationale Tag für Menschen mit Behinderung wird jedes Jahr dazu genutzt, um für die Problematik zu sensibilisieren.

(© Pixabay)

Etwa ein Viertel aller EuropäerInnen ist von gesundheitsbedingten Einschränkungen betroffen. Dies geht aus einem 2016 von Eurostat veröffentlichten Bericht hervor. In Malta (9,7 Prozent) und Schweden (11,1 Prozent) ist der Bevölkerungsanteil von Menschen mit einer Behinderung am niedrigsten, in Portugal (36,1 Prozent) und Lettland (38,4 Prozent) dagegen am höchsten. In Luxemburg liegt er bei 25,7 Prozent. Aus dem Bericht geht ferner hervor, dass nur knapp weniger als die Hälfte der in der EU lebenden Menschen mit Behinderung einer Arbeit nachgehen. Die Beschäftigungsrate bei jenen ohne Behinderung liegt dagegen bei 72,5 Prozent. Während etwa ein Drittel der Ärmsten in der EU an einer Behinderung leiden, sind es bei den 20 Prozent mit dem höchsten Einkommen nur 17 Prozent.

2006 hat die Europäische Union die Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen verabschiedet. 2011 wurde das Übereinkommen von Luxemburg ratifiziert. In der Konvention sind eine Reihe von Grundsätzen festgehalten, die die Achtung der Rechte und Grundfreiheiten von Menschen mit Behinderungserfahrung gewährleisten sollen. Nichtdiskriminierung, Achtung der Unterschiedlichkeit und Akzeptanz, Zugänglichkeit, insbesondere zu Transportmitteln, Information und Kommunikation sowie zu anderen Einrichtungen und öffentlichen Diensten in städtischen und ländlichen Gebieten sind nur ein paar davon.

Laut Familienministerium lebten im Jahr 2015 in Luxemburg 55.000 Menschen mit einer Behinderung. 4.000 Personen sind laut Adem als „behinderte Arbeitnehmer“ oder „behinderte Arbeitnehmer mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit“ anerkannt. Im Rahmen eines fünfjährigen Aktionsplans sind verbesserte Möglichkeiten für die berufliche Bildung sowie Sensibilisierungskampagnen vorgesehen. Am 4. Dezember wird das Familienministerium im Kulturzentrum Beggen eine Bilanz dieses Aktionsplans ziehen. Obwohl in den letzten Jahren bereits viele Fortschritte erzielt wurden, besteht immer noch Handlungsbedarf. Um darauf aufmerksam zu machen, wird der am 3. Dezember stattfindende internationale Tag der Menschen mit Behinderung jährlich für diverse soziale und politische Events genutzt.

Unter dem Motto „Inklusive Jugend“ beleuchten Info-Handicap und andere luxemburgische Behinderten- und Jugendorganisationen diesen Sonntag im Luxemburger Bahnhofsviertel anhand zahlreicher interaktiver Aktivitäten und einem nationalen Malwettbewerb die Situation junger Menschen mit einer Behinderung.

Auch die europäischen Institutionen bekennen Farbe: So widmet sich die Europäische Kommission im Rahmen der Konferenz „Le rôle des personnes handicapées dans les décisions qui les concernent et le droit de vote“ am 4. und 5. Dezember Fragen des sozialen und politischen Schutzes von Menschen mit Behinderung.

Weitere Informationen unter : www.info-handicap.lu
www.edf-feph.org/4-5-december-european-days-persons-disabilities

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