LuxFilmFest: Los Lobos

von | 04.03.2021

„Los Lobos“ erzählt aus der Perspektive von zwei Kindern von einer prekär lebenden Einelternfamilie mit Migrationshintergrund. Es ist ein Film, der unter die Haut geht.

Copyright: trigon-film

Das Leben von Max (Maximiliano Nájar Márquez) und Leo (Leonardo Nájar Márquez) ist von Regeln geprägt: die Wohnung ordentlich halten, nicht rausgehen, nicht weinen. Die Disziplin, die die alleinerziehende Lucía (Martha Reyes Arias) von ihren beiden Söhnen verlangt, kommt nicht von ungefähr. Während sie den ganzen Tag arbeitet, müssen Max und Leo alleine zuhause bleiben. Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es wenige: Wenn die beiden gerauft, gezeichnet und mit einem Papierknäuel Fußball gespielt haben, sind ihre Optionen mehr oder weniger ausgeschöpft. Dann bleibt nur noch das geduldige Warten auf die Heimkehr Lucías .

Monoton ist der Film dennoch nicht, wird das Innenleben von Max und Leo doch anhand von Animationen visualisiert. Die lebendig gewordenen Kinderzeichnungen vermitteln auf spielerische Weise, was die beiden beschäftigt und wie sie mit Dingen umgehen, die sie nicht verstehen. Dazu zählt unter anderem, wieso es nicht möglich ist, nach Mexiko zurückzukehren und weshalb die Mutter so ungern über den Vater der Jungen spricht. Immer wieder hören sich die beiden die Aufnahmen an, die ihre Mutter ihnen auf einem Kassettenrecorder hinterlassen hat. Sie umfassen neben den oben genannten Regeln auch Englischvokabeln, die die Spanisch sprechenden Jungen sich einprägen sollen. Wenig überraschend ist ihre Lernmotivation bei keinem Satz so hoch wie bei „We want to go to Disney, one ticket please“.

Mit jedem Tag wird die Verlockung größer, die Wohnung zu verlassen. Zumal es keine Aussicht darauf gibt, dass sich in nächster Zeit etwas ändert. Auf Max‘ Frage, wann er wieder zur Schule gehen könne, antwortet seine Mutter nur vage, dass sie sich noch um ein paar Dinge kümmern müsse. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Jungen es nicht mehr aushalten und die Wohnung verlassen. Lucía hat ihre dreiköpfige Familie „Los lobos“ getauft, eine Formulierung, die zweifelsohne sowohl an den Zusammenhalt als auch ans Durchhaltevermögen der Kinder appellieren soll. Beides steht im Laufe des Films auf zunehmend wackeligen Beinen.

Die kindliche Perspektive und die thematischen Schwerpunkte, die Regisseur und Drehbuchautor Samuel Kishi für seinen Film gewählt hat, erinnern stark an Sean Bakers „The Florida Project“ (2018). Dennoch lässt sich die Lebensrealität von Max und Leo aufgrund ihres Migrationshintergrunds und der Sprachbarriere nur bedingt mit dem der Kinder in Bakers Film vergleichen. „Los Lobos“ ist weniger hoffnungsvoll, steht „The Florida Project“ handwerklich und schauspielerisch jedoch in nichts nach.

Los Lobos“ ist im Rahmen des Luxfilmfestivals heute, um 19 Uhr, in der Cinémathèque zu sehen. Weitere Screenings finden am Sonntag, dem 7. März und Samstag, dem 13. März im Ciné Utopia statt.

Dat kéint Iech och interesséieren

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #380 – Ungarn vor dem Systemwechsel?

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. De Sonnde sinn an Ungarn Parlamentswale: No 16 Joer Fidesz-Herrschaft vum Viktor Orbán gëtt et eng reell Chance op e Regierungswiessel. De Géigekandidat Péter Magyar an seng Tisza-Partei leien a ville Ëmfroe vir. Mä och wann den Orbán verléiert: Säi System...

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #379 – Loftqualitéit: Op Käschte vun der Gesondheet

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. Zu Lëtzebuerg ass d'Loftqualitéit gutt. Op mannst steet dat meeschtens esou an der offizieller App an op offizielle Websäiten. Just ganz seele gëtt viru schlechter Loft gewarnt. Mä dat läit virun allem dorun, datt sech dobäi op al Grenzwäerter vun der EU bezu...

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #378 – Pestiziden: Geféierleche Fréijoerscocktail?

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. Pestizidréckstänn bei Lëtzebuerger Äppel hu viru kuerzem fir hefteg Diskussioune gesuergt, mä  de Problem limitéiert sech net just op Äppel. Och wann d’Réckstänn ënner de gesetzleche Grenzwäerter vun der EU leien, stellt sech d’Fro, wéi Pestiziden an der...