Martha Da’ro: Trommelnde Beats und Straßengangs

Die Sängerin und Schauspielerin Martha Da’ro folgt am Samstag im Neimënster dem Ruf des Plattenlabels De Läbbel und bringt eine Mischung aus Hip-Hop, Soul und Pop auf die Bühne.

Martha Da’ro präsentiert ihre wundervoll raue Stimme und ihre energiegeladenen Songs am Samstag im neimënster. (Copyright: Yaqine Hamzaoui)

Pixel, Pixel, noch mehr Pixel – plötzlich eine Stimme: krächzend, zerbrechlich und trotzdem wundervoll. „I know I’ve been a fool. I know I’ve been a fool for letting you go“, singt sie. Aus den Pixeln wird ein Auge, dann ein Gesicht. Es ist das der belgischen Sängerin Martha Da’ro.

Die Pixel gehören zum Videoclip ihrer Single „Fool“. Ein Song, in dem Da’ro leisere Töne anschlägt. Das ist eine der vielen Facetten, die die 25-Jährige zu bieten hat. „After been graced [sic!] with her first project Soul’Art, the multi-talented Brussels-based artist takes matters into her own hands as Martha Da’ro – blending dreamy pop with hip hop, English with French and definitely with a fragile but boundless emotion“, beschreibt Savoir Faire, Da’ros Management, die Künstlerin. Die Beschreibung passt, ist aber irreführend. Wer bei verträumtem Pop nämlich an Sängerinnen wie Birdy oder Lana Del Rey denkt, wird enttäuscht. Mit denen hat Martha Da’ro nichts gemein. Das zeigt sich besonders in Nummern wie „STFU“: Darin bittet Da’ro ihr Gegenüber zu trommelnden Beats, endlich die Klappe zu halten. Als Sängerin des Kollektivs Soul’Art verschrieb sie sich hingegen eine Zeit lang – der Name verrät es – dem Soul. Auch diese Einflüsse machen sich in manchen Songs, wie etwa „Sugarman“, bemerkbar.

Da’ros Videoclips sind alle ähnlich kunstvoll gestaltet. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sie neben der Musik auch dem Schauspiel und der visuellen Kunst nachgeht. 2015 spielte die Brüsselerin die Hauptrolle in „Black“. In dem Film geht es um Mavela, eine fünfzehnjährige Frau, die Mitglied der Straßengang Black Bronx ist. Sie verliebt sich in ein Mitglied einer rivalisierenden Bande, was zu Drama und harten Entscheidungen führt. In einem Interview mit Tarmac, einer Hip-Hop-Plattform, sagte Da’ro letztes Jahr zu ihrer Aktivität als Schauspielerin und Sängerin: „Le but c’est de tout mélanger, mais ça prend du temps. Je crois que d’abord je dois mettre des pas solides dans le cinéma et des pas solides dans la musique et après je crois que ça va se faire naturellement. J’ai aussi décidé de faire plus d’acting dans mes clips.“

Es ist das luxemburgische Plattenlabel De Läbbel, das Da’ro ins Neimënster eingeladen hat. Das Label ist vor allem für die Förderung der nationalen Hip-Hop-Szene bekannt – es vertritt zum Beispiel die Künstlerinnen Nicool und Ananda Grows. Das neimënster lässt dem Label in seiner Konzertreihe zu urbaner Musik, Forward, freie Hand bei der Gestaltung und gibt sich im Veranstaltungstext zu Da’ros Konzert neugierig auf das, was noch kommt.

Das Konzert von Da’ro läutet übrigens den Abschluss des Tags der offenen Tür des Neimënster ein. Das Kulturzentrum erlaubt dem Publikum den ganzen Tag über Blicke hinter die Kulissen. Neben dem Konzert gibt es Ausstellungen, geführte Rundgänge, Workshops, Begegnungen mit den residierenden Künstler*innen, Performances und im Anschluss an Da’ros Auftritt das DJ-Set „Zack vun der Plack“ von Pol Belardi und Pit Dahm. Das ganze Programm ist auf der Website des Neimënster nachzulesen. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen – auch zum Konzert von Martha Da’ro – ist frei. Für den Konzertbesuch ist eine Platzreservierung per Mail 
billetterie@neimenster.lu oder 
Telefon +352 26 20 52 444 erforderlich.

De Läbbel presents: Martha Da’ro, 
am Samstag, dem 17. Oktober, um 20 Uhr 
im Saal Robert Krieps im Neimënster.

An.d.Redaktion: Das Konzert von Martha Da’ro wurde nach dem Redaktionsschluss und dem Erscheinen der Print-Ausgabe der woxx (1602) am Freitag abgesagt.


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