Mit Kanarienvögeln um die Welt

Bukahara lädt mit ihrem neuen Album „Canaries in a Coal Mine“ zur musikalischen Weltreise, fordert zum Nachdenken und zum Tanz auf.

Bildquelle: Bukahara

Köln kann mehr als Karnevalsmusik. Das beweisen nicht zuletzt die vier Musiker der Band Bukahara. Das neue Album „Canaries in a Coal Mine“, das fünfte Album der Band und über ihr eigenes Label „BML records“ veröffentlicht, bedient gleich mehrere Musikgenres und nimmt die Zuhörer*innen mit auf eine musikalische Reise.

Die Songs reichen von arabischem Reggae über Balkan-Jazz bis hin zu Folk. Ein bisschen Deutsch-Pop hat sich auch eingeschlichen – doch der kann im Falle von Bukahara was. „Wolken“ mag als Songtitel beliebig klingen, doch der Track hat es in sich: Zum einen gibt es eine Stimmgewalt zu hören, zum anderen ein halbes Orchester und einen berührenden Text über Angstzustände, Depression und die Sehnsucht, sich mit den Wolken davon zu machen. Weniger überzeugend ist hingegen die zweite deutschsprachige Nummer auf dem Album: „Baum“. Die Analogie zwischen Bäumen, Jahreszeiten und Lebensfragen ist abgegriffen. Songs wie „Mafarr“ und „Ktir“ machen den kurzen Durchhänger allerdings wett. Beide Lieder sind arabischsprachig – weshalb es an dieser Stelle schwerfällt, etwas zum Inhalt zu sagen – und auch musikalisch machen sich arabische Einflüsse bemerkbar. Bei den Songs kommen Fernweh und die Lust, unterm Sternenhimmel die Nacht durch zu tanzen, auf. Die Titel „Happy“ und „Afraid No More“ reihen sich trotz teilweise traurigen Lyrics in diese Dynamik ein. Mit dem englischsprachigen Song „Laterna Magica“ schlägt die Band aber auch leisere Töne an, was sie genauso gut kann.

Die Band, die seit 2009 zusammen musiziert, erfindet sich auf dem Album nicht neu. Das muss sie aber auch nicht, denn die Mischung unterschiedlicher Genres und kultureller Einflüsse ist nach wie vor abwechslungsreich und bereichert die Musiklandschaft. Warum auf dem neuen Album-Cover ein Pfau anstelle eines Kanarienvogels drauf ist, ist bei einem so gelungenen Album am Ende egal. Die Kanarienvögel verstecken sich immerhin in dem Song „Canaries in a Coal Mine“. Dort stilisieren sich die Jazz-Musiker aus Köln, die übrigens alle mehrere Instrumente beherrschen und deutsche, tunesische, syrische und schweizerische Wurzeln haben, als die besagten Kanarienvögel. Der Name des Albums geht auf den Einsatz der Vögel in Kohleminen zurück: Hörten sie auf zu singen, ließ das auf einen Anstieg giftiger Grubengase schließen. Wovor Bukahara ihre Zuhörer*innen warnen wollen? Das dürfen die sich beim Tanzen, Mitsingen und Weinen selbst zusammenreimen.

Zum streamen auf Spotify; einzelne Songs auf YouTube abrufbar und als CD oder Vinyl-Platte auf https://www.bukahara.com/ zu erwerben.


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