Pop: Sind sie Helden?

Revolverheld aus Hamburg sind der Inbegriff deutscher Popmusik der letzten Jahre: Glatt bis belanglos, aber trotzdem immer noch originell genug, um sich ein bisschen abzusetzen.

Die netten Jungs von nebenan: Revolverheld. (© Benedikt Schnermann)

Zuhausegebliebene und Kulturredakteur*innen kennen das Phänomen: Der August und das Sommerloch sind eigentlich überstanden, der Terminkalender füllt sich langsam. Doch es gilt noch eine letzte Durststrecke zu überstehen, nämlich die erste Septemberwoche. Weder Fisch noch Fleisch, eine dieser zähen Übergangswochen, in denen eigentlich nichts Nennenswertes passiert. Die Theatersaison ist noch nicht angelaufen, die Sommerfestivals vorbei und die Konzerte plätschern so dahin.

Bleibt also nur der Mainstream: Revolverheld in der LuxExpo The Box. mehr lesen / lire plus

OK KID: Vermasselt?

OK KID hat in kleinen Kreisen der deutschen Musikszene einen guten Ruf. Mit „Sensation“ gerät der ins Wanken.

Four Music

Eingefleischte Fans der Band machen ihrer Enttäuschung über die Singleauskopplung „Hinterher“ im Youtube-Kommentarbereich Luft. Die einen sprechen von weichgespültem Deutsch-Pop,  schreien Anderas Bourani oder Max Giesinger – andere warten nur noch auf das Duett mit Tim Bendzko. OK KID, beziehungsweise diejenigen die den Youtube-Account der Band managen, antworten mit: „Geile Idee!! Haste Kontakt?“

Was ist passiert? Die Gießener Band um Frontsänger Jonas Schubert hat Ende 2018 ein neues Album veröffentlicht: „Sensation“. Für einige ihrer 50.600 Youtube-Fans ist die neue Platte mehr Teenie-Mucke als Sensation: zu poppig, zu flach, zu Mainstream. mehr lesen / lire plus

POP: Die lässige Wut

Die Hamburger Musterschüler von Tocotronic pflegen seit 15 Jahren ihren kritischen und poetischen Diskursrock, ohne in Routine zu erstarren.

Kapitulation kann befreiend sein – und ein Anstoß zum Neuanfang. Kapitulation ist aber auch Unterwerfung. Im kommerziellen Sinne haben sich Tocotronic nie unterworfen – vor allem saßen sie keinen Moden auf. Vielmehr haben sie seit ihrer Gründung vor 15 Jahren immer wieder Kontrapunkte zum Zeitgeist gesetzt. Dass sie zusammen mit „Blumfeld“ und „Die Sterne“ die so genannte Hamburger Schule bildeten, geschah eher ungewollt. Wie mit vielem, was sie am Wegesrand ihrer Bandgeschichte fanden, gingen sie auch damit ironisch diskursiv um: Eines ihrer Lieder heißt bezeichnenderweise „Ich bin neu in der Hamburger Schule“. mehr lesen / lire plus