Pflege- und Gesundheitspersonal: Scheitern die Auszubildenden an der Sprache?

von | 18.04.2019

Die Erfolgsquoten am Lycée technique pour professions de santé sind niedrig. Es gibt viele Gründe dafür – und sie sind vor allem strukturellen Ursprungs.

Die Debatte über den Fachkräftemangel im Pflege- und Gesundheitssektor wird in mehreren europäischen Ländern geführt. Während es momentan etwa in Deutschland primär um die Kosten von notwendigen Tarifsteigerungen geht, sorgt sich Gilles Baum (DP) in einer parlamentarischen Anfrage um die Lernbedingungen der Schüler*innen der 13/1GSI am Lycée technique pour professions de santé (LTPS). Die Zahl der erfolgreichen Studienabschlüsse liegt im Durchschnitt zwischen 54 und 59 Prozent. Baum mutmaßt, dass die moderate Abschlussquote auf mangelhafte Ergebnisse im Sprachunterricht, der aus französisch, deutsch und englisch zusammengesetzt ist, und auf das Bewertungssystem zurückzuführen sei. So reiche eine Ungenügend in einer der Fremdsprachen aus, um den erforderlichen Durchschnitt zu verfehlen und die Disziplin nicht zu bestehen. Am schlechtesten schnitten die Schüler*innen (im Zeitraum von 2013 bis 2018) übrigens im Französischen ab: 35 Prozent hatten am Ende des Schuljahres darin ein Ungenügend.

Bildungsminister Claude Meisch betont in seiner Antwort, dass die Sprachkompetenzen allein in der Vergangenheit jedoch selten der Grund für das allgemeine schulische Scheitern waren: 56 Prozent der betroffenen Schüler*innen wiesen in mindestens einer anderen Disziplin unzureichende Abschlussnoten auf. Er deutet an, dass man dennoch darüber nachdenke, Auswahlmöglichkeiten in den Sprachunterricht einzuführen. Wann und wie das umgesetzt wird, dazu äußert er sich nicht.

Dafür verweist er abschließend auf die Tatsache, dass auf der „Section de la formation de l’infirmier“ (SI) nur Schüler*innen zum Abschlussexamen zugelassen wurden (2016/2017), die ihr Pflichtpraktikum im „enseignement clinique“ mit einer „évaluation positive“ abgeschlossen haben. Das wirke sich negativ auf den allgemeinen Durchschnittswert aus. Dieses Prozedere soll bereits im laufenden Schuljahr aufgehoben werden: Die Teilnahme am Abschlussexamen steht nun allen Schüler*innen der SI frei. Das Pflichtpraktikum kann gegebenenfalls wiederholt werden. Das endgültige Abschlussdiplom wird in dem Fall erst nach einer „évaluation positive“ ausgestellt.

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