Kohlekraftwerke verpesten weltweit die Luft mit Schwefeldioxid

In Westeuropa ist Schwefeldioxid aus der öffentlichen Diskussion weitestgehend verschwunden. Ein Bericht von Greenpeace zeigt, dass in anderen Regionen der Luftschadstoff immer noch ein Problem ist – und vor allem die Kohlekraft verantwortlich ist.

Das saarländische Kraftwerk Bexbach ist mit für Schwefeldioxid-Verschmutzung über Luxemburg verantwortlich. Foto: CC-BY-SA MadKong

Auf der von der Umweltschutzorganisation veröffentlichten interaktiven Karte ist halb Luxemburg gelb eingefärbt. Bedeutet das etwa, dass die Schwefeldioxid (SO2)-Werte hierzulande gefährlich hoch sind? Die NGO hat Satellitendaten der Nasa analysiert, um die weltweite Belastung mit Schwefeldioxid darzustellen. Dabei wird klar, dass auch in Europa noch viele Kohlekraftwerke den Schadstoff in die Luft blasen. mehr lesen / lire plus

Strenge Messvorgaben für Luftqualität bestätigt

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am Mittwoch, dem 26. Juni, eine recht strenge Auslegung der Messvorgaben für Luftqualität bestätigt, besonders was die Auswertung der Messdaten betrifft. Um ein Überschreiten der zulässigen Grenzwerte festzustellen, reichen laut den Richter*innen nämlich die Messwerte einer einzigen Station. Es sei hingegen nicht zulässig, den Mittelwert von mehreren Stationen in Betracht zu ziehen, um eine Überschreitung festzustellen. Grundsätzlich hielt der EuGH fest, dass die betreffende EU-Richtlinie klare und detaillierte Vorgaben macht, die angeben, an welchen Orten Messstationen aufgestellt werden sollen, an die sich die Mitgliedstaaten halten müssen. Außerdem sei es Unionsbürger*innen möglich, die Einhaltung dieser Regeln gegenüber ihrer Staaten einzuklagen. mehr lesen / lire plus

Luftqualität: Was tun für bessere Luft?

Städte und ihre Bewohner*innen 
leiden unter schlechter Luftqualität. Ein Bericht der Europäischen Umweltagentur zeigt Lösungswege auf.

Die Messstation an der Place Churchill dient auch zur Information. Ob neben der vielbefahrenen Straße viele Menschen verweilen, ist aber eher ungewiss. (Foto: CC-BY-SA Cayambe/Wikimedia)

In Madrid laufen Ermittlungen gegen eine Transportfirma, vier Menschen werden verhaftet. Der Grund sind nicht etwa Schmuggel oder illegale Beschäftigungspraktiken, sondern: Luftverschmutzung mit Vorsatz. Am 27. März machte Europol per Pressemitteilung darauf aufmerksam. Die Firma hatte in 30 Lastwägen sogenannte „Emulatoren“ eingebaut. Diese Geräte sorgten dafür, dass die Firma auf die teure Instandhaltung der Abgasnachbehandlung verzichten konnte.

790.000 vorzeitige Tote im Jahr, beinahe doppelt so viele wie bisher angenommen. mehr lesen / lire plus

Luftverschmutzung tödlicher als bisher angenommen

Auch wenn einige deutsche Lungenärzt*innen nun vermutlich starken Reizhusten bekommen: Die Luftverschmutzung in Europa ist womöglich tödlicher als das bisher angenommen wurde. Zu dieser Schlussfolgerung kommt ein wissenschaftliches Paper eines internationalen Forschungsteams, das im renommierten „European Heart Journal“ veröffentlicht wurde. Die Forscher*innen haben ein neues Modell erarbeitet, mit dem die Auswirkungen von Feinstaub, Stickdioxid und Ozon berechnet wurden. Resultat: 2,2 Lebensjahre würden Europäer*innen im Schnitt durch die Auswirkungen schlechter Luftqualität verlieren. Die Forscher*innen haben außerdem ausgerechnet, dass durch einen Wechsel weg von fossilen hin zu erneuerbaren Energiequellen die Lebenserwartung in Europa um 1,2 Jahre steigen würde. Der Kampf gegen den Klimawandel wäre also auch eine höchst effiziente Gesundheitsmaßnahme. mehr lesen / lire plus

Feinstaubfeuerwerk

Feinstaub ist gesundheitsschädlich und kann Krebs auslösen – in der Debatte um Feuerwerksverbote kommt er aber eher selten vor.

Die woxx hatte es schon beim letzten Jahreswechsel thematisiert: Feuerwerk bedeutet auch immer eine höhere Feinstaubbelastung. Und mit der gleichen Regelmäßigkeit, mit der Raclette und „Dinner for One“ wiederkommen, entflammen auch jedes Jahr zum Jahresende Diskussionen über ein Feuerwerksverbot. Im Fokus steht meistens das Tierwohl (von Haustieren), die gesundheitlichen Auswirkungen des Feinstaubs, der von der Böllerei ausgeht, eher weniger.

Dabei werden im Nachbarland Deutschland rund 5.000 Tonnen PM10 (Feinstaub in der Größe zwischen 2,5 und 10 Mikrometer) in der Silvesternacht freigesetzt, was laut dem Umweltbundesamt 17 Prozent dessen entspricht, was der Straßenverkehr dort jedes Jahr produziert. mehr lesen / lire plus

Lasche Dieselgrenzwerte der Kommission gekippt

Als Reaktion auf die Benutzung von Manipulationssoftware bei Emissionstest von Dieselautos unter Laborbedingungen hat die Europäische Kommission 2016 neue Grenzwerte festgelegt. Im echten Fahrbetrieb sollten die „real driving emissions“ (RDE) gemessen werden. Die maximal zulässigen Werte wurden dabei erhöht. Dies, so die Kommission, um „technischen und statistischen“ Ungenauigkeiten Rechnung zu tragen. Beim Euro-6-Grenzwert wurden aus 80 mg Stickoxiden pro Kilometer 168 mg/km, später auf 120 mg/km korrigiert. Die Städte Paris, Brüssel und Madrid klagten gegen die Kommission, die ihrer Auffassung nach keine höheren Grenzwerte hätte festlegen dürfen. Das Gericht gab den drei Städten Recht und erklärte die Verordnung der Kommission – die höheren Grenzwerte also – für nichtig. mehr lesen / lire plus

Landesplanung: Unbefriedigend und oberflächlich

Der Mouvement écologique übt scharfe Kritik an den vier sektoriellen Plänen, die als Grundlage für die Landesplanung dienen sollen.

Ein Luftbild von Garnich zeigt ein Beispiel für die planlose Zersiedlung Luxemburgs. (Foto: CC-BY-SA Bdx)

Die luxemburgische Landesplanung ist eine Dauerbaustelle. Die vier sektoriellen Pläne für die Bereiche Transport, Wohnen, Landschaftsgestaltung und Gewerbeaktivitäten waren 2014 nach Gerichtsurteilen zurückgezogen und überarbeitet worden. Die großen Linien sind jedoch im Leitplan für Raumplanung („programme directeur d’aménagement du territoire“, PDAT) festgeschrieben. Dieser wurde in einem partizipativen Prozess überarbeitet und war deshalb noch nicht fertig, als die vier sektoriellen Pläne ausgearbeitet wurden. Das ist ein Kritikpunkt des Méco der die vier Pläne ausgiebig kommentiert und kritisiert hat. mehr lesen / lire plus

Luftverschmutzung: Dicke Luft nun auch am Smartphone

Neben Steuererleichterungen für Elektrofahrzeuge soll nun auch eine App dafür sorgen, dass die Luft in Luxemburg besser wird.

Die Messstation auf dem Churchill-Platz in Luxemburg-Stadt dient gleichzeitig als Informationstafel. Wer an der vielbefahrenen Straße verweilen soll, um sie zu lesen, ist allerdings fraglich. (Fotos: woxx/ja)

2014 starben in Luxemburg zwischen 240 und 420 Menschen vorzeitig an den Folgen schlechter Luft. So hat es zumindest die Europäische Umweltbehörde EEA berechnet. Feinstaub, Stickoxide und bodennahes Ozon sind jene Luftschadstoffe, die der menschlichen Gesundheit stark zu schaffen machen. Verursacher ist neben der Industrie hauptsächlich der Verkehr, und zwar besonders Dieselmotoren.

Im Rahmen des luxemburgischen Luftqualitätsprogramms stellte Umweltministerin Carole Dieschbourg am vergangenen Montag, dem 7. mehr lesen / lire plus

Luftqualität: Mehr Messstationen

Am Mittwoch wurde ein neues Netz von Messstationen in Betrieb genommen, mit dem die Luftqualität in Luxemburg überwacht werden soll. 98 Stationen in 36 Gemeinden messen fortan den Gehalt von Stickstoffdioxid (NO2) in der Luft. Im Gegensatz zu dem bestehenden Überwachungsnetz, das mit aufwändiger Technik Stundenwerte misst, werden beim Projekt „Besser Loft fir méi Liewensqualitéit“ Passivsammler eingesetzt. Dabei handelt es sich um Plastikröhrchen, die alle zwei Wochen ersetzt werden müssen. Die Daten sind nach einer Laboranalyse verfügbar. Im April wird evaluiert, an welchen Standorten es erforderlich ist, weiterhin Messungen durchzuführen. Danach sollen nur noch 36 Stationen betrieben werden, um den Aufwand zu reduzieren und redundante Messungen zu vermeiden. mehr lesen / lire plus

Feuerwerksverbot: Staubige Silvesternacht

Das Feuerwerkverbot in manchen Gemeinden hat für sauberere Luft zum Jahreswechsel gesorgt.

Beinahe lautlose und gesündere Alternative zur Feuerwerksrakete: die Wunderkerze. (Foto: Pixabay)

Genauso vorhersehbar wie „Dinner for One“ im Fernsehprogramm flammt „zwischen den Jahren“ die Debatte um das private Silvester-Feuerwerk auf. Neben den Aspekten Geldverschwendung und Tierschutz ist in letzter Zeit ein neues Argument aufseiten der Gegner*innen von Raketen und Böllern aufgetaucht: die Feinstaubbelastung. Diese Komponente der Luftverschlechterung wird zum überwiegenden Teil durch Industrie, Heizungen und Verkehr verursacht. Besonders die Lungen und das Herz-Kreislauf-System werden von den Partikeln in Mitleidenschaft gezogen; Asthma, Lungenkrebs und Herzinfarkte sind die Folgen. Ein „sicheres“ Niveau für Feinstaub gibt es nicht. mehr lesen / lire plus