FLUGHAFENAUSBAU: In den Himmel wachsen

Trotz Umweltbelastungen soll der Findel ausgebaut werden. Die jetzt vorgelegte Betriebsgenehmigung sieht überhaupt keine Einschränkung des Fluglärms vor – nur Lärmkarten und Aktionspläne.

Illustration: www.ebp.ch

Er befinde sich in einem Dilemma was die Unterstützung der nationalen Fluggesellschaft angehe, sagte Transport- und Umweltminister Lucien Lux am vergangenen Montag bei der Vorstellung der Genehmigung des Findel-Ausbaus. Einerseits freue er sich, dass der TGV die Bahnverbindung nach Paris attraktiver mache, andererseits wisse er, dass es der Luxair erhebliche Sorgen bereite. Es ist dies nicht das einzige Dilemma des Ministers in Sachen Flughafenpolitik.

Positiv war, dass Lux die beiden größten umweltpolitischen Herausforderungen des Flugverkehrs klar benannte: die klimaschädlichen CO2-Abgase der Flugzeuge und die Lärmbelastung der EinwohnerInnen von Betzdorf bis Leudelingen. mehr lesen / lire plus

FRANCOIS OZON: „To wish and to wish and to make it true“

„Angel“ – der neue Film von François Ozon scheint an trivialen Kolportageromanen inspiriert: Stilistisch opulent, bleibt er inhaltlich recht oberflächlich.

Der Regen hier besteht nicht nur aus Wasser: 90 Prozent mindestens sind purer Kitsch.

„Die Träume der Welt haben zwei Feinde: Die Welt und die Träumer“, heißt es in einem Ausspruch, der vom deutschen Schriftsteller Hans Kasper stammt. Dieses Sprichwort ließe sich auch vorzüglich auf den neuen Film „Angel“ des 1967 in Paris geborenen François Ozon anwenden. Ozon hat auch in seinem neuen Werk wie in den vorangegangenen Produktionen „Huit femmes“ (2002) oder „Swimming Pool“ (2003) die Frau als Hauptprotagonistin erkoren. mehr lesen / lire plus

PONT ADOLPHE: Alles über die Brücke

„Das Mobilitätsproblem vom Denkmalschutz trennen.“ So lautet die Botschaft des italienischen Experten Carlo Blasi in einem Stadium, in dem der Pont Adolphe zum Aufhänger aller aufgeschobenen verkehrspolitischen Grundsatzdebatten wird.

Will mit Bedacht an die Restaurierung: Carlo Blasi während des von Robert Garcia moderierten Hearings. (Foto: woxx)

„Réparer un bâtiment ou un pont c’est comme soigner un malade: Il faut faire toutes les analyses nécessaires avant d’établir les rémèdes“ sagt Carlo Blasi, Professor im Bereich Denkmalschutz an der Universität Parma. Er gehörte beim kürzlich stattgefundenen Hearing „Quel avenir pour le Pont Adolphe?“ zu jenen Rednern, die einen etwas anderen Standpunkt vertraten als etwa die Vertreter der staatlichen Straßenbauverwaltung. mehr lesen / lire plus

LITERATUR: Alles hat ein Ende …

Mit seinem neuen Buch „Die Wurst. Das Ende. Der Welt. – Eine Zeitnahme.“ testet der Bildhauer, Maler und Schriftsteller Rafael Springer die Grenzen der Literatur aus und fordert seinen Lesern einige Ausdauer ab.

Hat die Welt von fern im Blick: Vielfachkünstler Rafael Springer. (Foto: David Russon)

Um eines gleich vorwegzunehmen: Dieses Buch kann einfach nicht mit den üblichen Kriterien betrachtet werden, genauso wenig wie der in Zürich geborene und seit 1965 in Luxemburg lebende Allround-Künstler Springer sich in eine Kategorie einzwängen lässt. Eine Kostprobe: „Ich bin die Alzette! Kein richtiger Fluss. Kein klarer. Bin auch kein klarer Mensch. Kein klarer Denker. mehr lesen / lire plus

JOHN CURRAN: The Painted Veil

Wer sich an Somerset Maughams konservativem Weltbild nicht stört, wird John Currans Adaptation eines Liebesromans in kolonialem Setting schätzen: Saubere Inszenierung, vorzügliche Besetzung und der eine oder andere kritische Unterton zur imperialistischen Politik Grand Old Englands geben dem Film Gehalt.

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TADOR DIMITROV: EU-Parlament: Ort des Nichts

Wer das Glück hat diese kleine Ausstellung erst zu finden und dann auch noch die drakonischen Sicherheitsmaßnahmen des EU-Parlaments auf dem Kirchberg heil zu überstehen, dem bietet „Raum. Ort der Form“ womöglich eine kleine Luftblase im vorherrschenden, bedrückenden EU-BürokratieDschungel. Jedenfalls sind die farbenfrohen und lebendigen Bilder alles andere als passend zum Grau-in-Grau des Konrad Adenauer-Gebäudes. Während der Vernissage, die letzten Montag stattfand, konnte man nur schwer erkennen, dass es sich eigentlich um ein Event mit Klasse handelte. Der anwesende Künstler – Todor Dimitrov, 1961 in Bulgarien geboren und seit den 80ern in Deutschland aktiv – nahm es mit osteuropäischem Phlegma. An seinen Bildern vorbeischlendernd, erklärte er seine Konzepte: Freizeit, Raum und Form sowie die ewige Dimension der Zeit. mehr lesen / lire plus