Thiange: Atomkraftwerke anzeigen

von | 23.04.2018

In einer grenzüberschreitenden Aktion wollen mehrere Anti-Atom-Organisationen Anzeige gegen die Betreiber von belgischen AKW erstatten. Die woxx lässt die Initiative „Stop Tihange“ zu Wort kommen.

(Foto: CC BY-SA Michiel Verbeek)

Erstatten wir Strafanzeige gegen die Betreiber der Atomkraftwerke Tihange und Doel sowie gegen die belgische Regierung. Gemeinsam wollen wir am Samstag, den 21. April 2018 an drei verschiedenen Orten in Belgien Anzeige bei der belgischen Polizei erstatten, weil wir unsere Sicherheit und unser Leben durch die Pannenreaktoren Tihange und Doel bedroht sehen, die Verantwortlichen aber ihrer Pflicht, für unsere Sicherheit zu sorgen, in keiner geeigneten Art und Weise nachkommen.

Bunter Protest gegen „Schrottreaktoren“

Wir – das sind das Anti-Atom-Bündnis Aachen (AAA), Fin du Nucleaire (FDN), Réveil Anti Nucléaire (R.A.N.), Stop-Tihange Deutschland und Stop-Tihange Niederlande – setzen uns mit dieser Aktion für die sofortige Stilllegung der maroden und gefährlichen Bröckelreaktoren ein. Wir wollen deshalb mit euch in großer Zahl ab 14 Uhr vor den Polizeistationen in Namur, Tongeren und Eupen erscheinen und dort gut sichtbar für die Bevölkerung, die Presse und alle Interessierten nacheinander in die Polizeiwachen gehen und dort Strafanzeige gegen die Betreiber und die belgische Regierung erstatten. Einen vorgefertigten Text dazu, der mit Unterstützung von Greenpeace Belgien durch belgische Anwälte erstellt wurde, erhält jede*r auf Wunsch vorab oder direkt dort vor Ort.

Die belgischen Schrottreaktoren in Tihange und Doel weisen zahlreiche Risse in den Reaktordruckbehältern auf, was zu einer größeren Wahrscheinlichkeit eines Berstens führen kann. Bereits jetzt muss das Notfallkühlwasser vorgeheizt werden, um die Druckbehälter bei einem eventuellen Notfall zu schonen. Die etlichen Precursor-Ereignisse (deutsch: Vorboten) in Tihange 1, die in ihrer Häufung absolut alarmierend sind, werden von den Verantwortlichen kleingeredet und missachtet. Immer wiederkehrende Störfälle und daraus resultierende Notabschaltungen verängstigen die Bevölkerung, während auf der anderen Seite die Laufzeiten weiter verlängert werden.

Diese verstörenden Bilder haben uns wachgerüttelt und lassen uns gemeinsam für die Abschaltung der Reaktoren kämpfen. Das gemeinsame, öffentliche Erstatten von diesen Strafanzeigen ist ein weiterer Schritt im vielfältigen und bunten Protest gegen die Schrottreaktoren.

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