Videospiele: Mehr Spiele für die einsame Sofainsel

Videospiele mit Langzeitmotivation sind eine gute Methode, um die Zeit während des Kontaktverbots totzuschlagen. Die woxx stellt weitere Spiele vor, die zum langen Zocken einladen.

Wer gestreamte Theaterstücke oder virtuelle Ausstellungen zu fad findet, kann sich mit einem Medium auseinandersetzen, bei dem der Bildschirm und Interaktivität kein Zufall der Pandemie, sondern Teil der Erfahrung sind. Die folgenden Spiele bieten alle langen Spielspaß und motivieren, einige Stunden mit ihnen zu verbringen. Unsere Zusammenstellung berücksichtigt Spieler*innen jeder Erfahrungs- und Altersklasse.


Darkest Dungeon


Auf den ersten Blick wirkt Darkest Dungeon wie ein klassisches Rollenspiel mit Fantasy-Setting: Abenteurer*innen werden in Wälder, Verliese und Ruinen geschickt, um dort gegen Monster zu kämpfen und Schätze zu erbeuten. Allerdings bedeuten diese Abenteuer für die Held*innen in Darkest Dungeon, im Gegensatz zu den meisten anderen Spielen, wo dies nicht berücksichtigt wird, psychologische Wunden. Wie vielen Dämonen und wandelnden Skeletten kann man begegnen, ohne eine posttraumatische Belastungsstörung davonzutragen? ‎Je länger eine Figur im Spiel ist, desto besser wird sie zwar im Monstertöten, mit fortgeschrittener Zeit wird ihr Verhalten aber auch zunehmend unvorhersehbarer. Das Abwägen, welche Charaktere auf welche Mission geschickt werden, stellt zusammen mit dem raffinierten Kampfsystem eine besondere Herausforderung dar, die langfristigen Spielspaß verspricht.

Block’hood


Block’hood ist ein besonderes Aufbauspiel. Ähnlich wie beim bekannten „Sim City“ oder der „Anno“-Reihe muss eine Stadt aufgebaut werden. Während in anderen Spielen oft Geld der limitierende und einzige Faktor ist, versucht Block’hood, ein ganzes Ökosystem zu simulieren. Wie gut eine Nachbarschaft funktioniert, hängt davon ab, wie viele Menschen in ihr leben. Die brauchen Strom und Essen, aber auch natürliche Ressourcen wie sauberes Wasser, atembare Luft. Wer also zu sehr auf fossile Energiegewinnung setzt, wird schnell ein Problem mit der Luftqualität haben. Die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Ressourcen und Einflussfaktoren sind recht realistisch gestaltet, sodass das Spiel ein wenig Einarbeitungszeit benötigt. Mit dem ausführlichen Tutorial ist das jedoch kein Problem.

Factorio


Auf einem scheinbar einsamen Planeten gestrandet, versuchen die Spieler*innen, die vorhandenen Bodenschätze abzubauen und im Schnelldurchlauf eine industrielle Revolution bis hin zur Raumfahrt durchzuführen. Dazu stehen etliche Maschinen, Förderbänder, Transportroboter und Werkzeuge zur Verfügung. Allerdings verursachen die Fabriken, die der Charakter aufbaut, Umweltverschmutzung, was wiederum einheimische „Aliens“ auf den Plan bringt: Sie greifen die Spieler*innen an, die im Gegenzug noch mehr Technologie einsetzen, um sich zu verteidigen. Der Reiz des Spiels liegt jedoch nicht so sehr im Kampf – die Gegner*innen lassen sich komplett abschalten – sondern darin, eine perfekt abgestimmte Fabrik zu erbauen, die Erze abbaut, sie zu Metallen verschmilzt, die dann verarbeitet werden. Durch den Multiplayer-Modus und eine aktive Community lässt sich die Industrialisierung auch gemeinsam erleben.


Duskers


Der Weltraum ist dunkel und überall lauern Gefahren. Wer sich Science-Fiction freundlich und schillernd wie bei „Star Trek“ vorstellt, ist mit Duskers schlecht beraten, denn hier kommt eher eine Stimmung wie bei „Alien“ auf. Die Spieler*innen steuern ein einsames Raumschiff von Wrack zu Wrack, um herauszufinden, was beinahe alles Leben in der Galaxis ausgelöscht hat. Um die Wracks zu erkunden, werden Drohnen eingesetzt. Die werden von den Spieler*innen mittels kurzer Text-Kommandos gesteuert. Dabei sind die Bilder der Drohnen lediglich in einem verrauschten Schwarz-Weiß-Bild zu sehen, ähnlich einer Überwachungskamera. Nie ist klar, ob im nächsten Raum ein Alien lauert oder wertvolle Ressourcen zu finden sind – jede Entscheidung hat das Potenzial, zu einer lebensbedrohlichen Katastrophe zu werden. Die Erkundungsgänge sind meistens recht kurz, sodass ein ständiges „Nur noch ein Wrack“ die Spieler*innen zum Weiterspielen antreibt.


Caves of Qud


Ein Fantasy-Rollenspiel mit sehr minimalistischer, auf Textsymbolen basierenden Grafik? Das erinnert in der Tat an Dwarf Fortress, spielt sich jedoch ganz anders. Die Spieler*innen wählen sich aus äußerst komplexen Optionen einen Charakter aus, mit dem sie eine postapokalyptische Welt erkunden, in der Magie und futuristische Technologie Hand in Hand gehen. Dabei steht es ihnen frei, dem (sich noch in Entwicklung befindenden) Handlungsstrang zu folgen oder aber auf eigene Faust die gefährliche Welt von Qud zu entdecken. Viele Elemente und Aufgaben werden am Anfang einer jeden Partie zufällig generiert, was man jedoch nur selten merkt. Caves of Qud gelingt das Kunststück, den Spieler*innen das Gefühl zu geben, Teil einer Welt zu sein, die trotz einer verheerenden Apokalypse unglaublich reich an Geschichten, Mythen und Traditionen ist. Der Schwierigkeitsgrad ist hoch, allerdings gibt es viele Einstellungen, die ein einsteiger*innenfreundlicheres Erlebnis möglich machen.


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