VERLAG EINAUDI: Der kritische Geist von Turin
Maike Albath hat den Werdegang des Turiner Verlags Einaudi aufgeschrieben. Warum dort ein revisionistisches Geschichtsbild hegemonial werden konnte, lässt sich indes nicht erklären, solange auf eine Auseinandersetzung mit den blinden Flecken des jahrzehntelang kultivierten antifaschistischen Selbstbildnisses der Linken verzichtet wird.

Von der kriegerischen Ästhetik eines Gabriele D’Annunzio oder Ernst Jünger angezogen, sympathisierte er nach der deutschen Besetzung Norditaliens für kurze Zeit mit den Nationalsozialisten:
Der Verleger Cesare Pavese.
Die italienische Nachkriegskultur hat ein Markenzeichen: den stolz aufgereckten Straußenvogel des Turiner Einaudi-Verlags. Er stand jahrzehntelang für schöne Literatur, gute Übersetzungen und engagierte Essays. Die Berliner Literaturwissenschaftlerin Maike Albath erinnert in einem schmalen, bibliophilen Bändchen an die Geschichte des berühmten Verlagshauses: „Der Geist von Turin“ soll nicht vom gegenwärtig vorherrschenden politisch-kulturellen Ungeist verdrängt werden. mehr lesen / lire plus






steht eine Veranstaltungsreihe, die ab dem 30. September 2010 bis Januar 2011 im Théâtre du Centaure, dem Kasemattentheater, der Cinémathèque und dem CID-Femmes stattfinden wird. Durch Film, Theater, Lesungen, Workshops und Rundtischgespräche wird Kultur als Sprachrohr und Multiplikator genutzt, um die Öffentlichkeit für das Thema Frauengewalt zu sensibilisieren. Auftakt bildete die Premiere des Stücks „zerbrochen“ am Donnerstag, dem 30. September um 20 Uhr im Kasemattentheater. Auf Grundlage des Stücks der finnischen Autorin Merja Repo „Die zerbrochene Schale“, das von einer Frau handelt, die sich von ihrem Partner so lange demütigen lässt, bis sie ihr Selbstwertgefühl verliert und zerbricht, gestalten vier KünstlerInnen den Theaterabend und machen Facetten von Gewalt in partnerschaftlichen Beziehungen erfahrbar. 