Roman über Algerien: Bruch der Generationen

In ihrem neuen Roman „Dezemberkids“ macht Kaouther Adimi drei rebellische Kinder zu zentralen Figuren des Widerstands gegen das algerische „Mumien“-Regime.

Hat selbst am Hauptschauplatz ihres Romans, der Cité du 11-Décembre von Algier, gelebt: die 1986 geborene Schriftstellerin Kaouther Adimi.(Foto: Adami/privat)

Eine Brache in der Cité du 11-Décembre von Dely Brahim, einer Banlieue im Westen Algiers. Eine Handvoll Kinder und Jugendliche spielen im strömenden Regen auf dem Gelände Fußball, als zwei Generäle mit Bauplänen für ein Villenviertel auftauchen. Es ist der 3. Februar 2016. Die „weiße Stadt“, wie die algerische Hauptstadt häufig wegen der hell im Sonnenlicht erstrahlenden Häuser genannt wird, ist in dieser Jahreszeit nicht als solche zu erkennen. mehr lesen / lire plus

Fußball als globales Machtinstrument: Die Mär vom Unpolitischen

Von Fußballromantik keine Spur: Der Sport um das runde Leder wird nicht nur während internationaler Turniere wie der aktuellen Europameisterschaft politisch missbraucht. Der Journalist Ronny Blaschke nennt dafür in seinem neuen Buch „Machtspieler“ zahlreiche Beispiele.

Wirft einen umfassenden analytischen Blick auf das Verhältnis von Fußball und Politik und schreibt dabei erfrischend lebendig: der Sportjournalist Ronny Blaschke.

Vom Arabischen Frühling ist in Kairo nicht mehr viel übriggeblieben. Millionen Ägypter waren 2011 im ganzen Land auf die Straße gegangen, um gegen das Regime des damaligen Präsidenten Husni Mubarak und für Demokratie zu demonstrieren. Darunter waren auch viele Ultras, organisierte Fußballfans. Mubarak wurde gestürzt, doch von den anderen Zielen der Aufständischen ist nichts Wirklichkeit geworden. mehr lesen / lire plus

Lateinamerikas Rechte: Das Paradox der Mittelschicht

Ein Sammelband analysiert die länderübergreifende Rechtswende auf dem lateinamerikanischen Subkontinent. Zu den Erkenntnissen zählt auch die Einsicht, dass die dortige Linke teils Opfer ihres eigenen Erfolgs geworden ist.

Mit Pedro Castillo hatte während des Präsidentschaftswahlkampfes in Peru kaum jemand gerechnet. Doch der Grundschullehrer und Gewerkschaftler siegte im ersten Wahlgang am 11. April mit 18,9 Prozent der Stimmen und tritt nun in der Stichwahl am 6. Juni gegen Keiko Fujimori an, die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori (siehe dazu unseren Artikel „Zerreißprobe für die Demokratie“ in der woxx 1634). Ein Sieg der Kandidatin der Rechten und Favoritin, die im April auf 13,4 Prozent gekommen war, würde einen Trend bestätigen, den die beiden Herausgeber des Buches „Rechtswende in Lateinamerika“, der Politikwissenschaftler und Romanist Patrick Eser sowie der Romanist Jan-Henrik Witthaus, als Ausgangspunkt für die in dem Band versammelten Aufsätze genommen haben. mehr lesen / lire plus

Heimat Amerika: Entfliehen, ohne anzukommen

Ayad Akhtars Roman „Homeland Elegien“ mischt erfundene mit autobiographischen Elementen und liefert so ein Buch, das nicht nur im Titel an die „Hillbilly Elegie“ von J.D. Vance erinnert.

Der US-amerikanische Schriftsteller Ayad Akhtar: Wie man sich als in den USA geborener Sohn pakistanischer Einwanderer fühlt, ist eine der zentralen Fragen seines jüngsten Buches. (Foto: © Vincent Tullo)

Am Morgen des 11. September 2001 ist Ayad Akhtar in New York. Beim morgendlichen Zähneputzen sieht er die Fernsehbilder von den Attentaten auf das World Trade Center. Als ihm deren Dimension klar wird, beschließt er spontan, in einem Krankenhaus Blut zu spenden. Er reiht sich in eine Schlange ein. mehr lesen / lire plus

Die Geschichte von Joy Division: Lost in „Madchester“

Der englische Musikjournalist Jon Savage, Chronist der frühen Punk- und Post-Punk-Ära, porträtiert in seinem neuesten Buch vielstimmig die Geschichte der legendären Band Joy Division.

Mitte der 1980er-Jahre in einem dunklen Kellerloch tief in der Nacht in meiner Heimatstadt am Rande des Nordschwarzwalds. Aus den Lautsprecherboxen dröhnt „She’s Lost Control“. Wer nicht schwarz gekleidet ist, seine Haare toupiert und mit Spray bearbeitet hat oder nicht mindestens den Nacken und die Seiten ausrasiert hat, fällt auf. Und wer keine Pikes trägt, wie die nach vorn extrem spitz zulaufenden Schuhe genannt werden, der schreitet zumindest breitbeinig und mit großen Schritten in Springerstiefeln durch das „Skandal“, die Underground-Disco in der alten badischen Industriestadt, die schon einmal bessere Tage gesehen hat. mehr lesen / lire plus

Afroamerikanischer Romanklassiker: Von Hoffnung beseelt

Mit „The Street“ von Ann Petry 
ist ein Meisterwerk der afro-
amerikanischen Literatur in neuer Übersetzung auf Deutsch erschienen. Die Milieustudie aus dem Jahr 1946 ist schonungslos, aber nicht deprimierend.

Verlag Nagel & Kimche

„Lutie hatte die Zeitung lange in Händen gehalten und zu verstehen versucht, wie für den Reporter aus dem abgerissenen Hungerhaken ein ‚kräftiger Neger‘ hatte werden können.“ Die junge Afroamerikanerin Lutie Johnson kann es zunächst nicht fassen, wie in der Zeitung über einen erstochenen Schwarzen berichtet wird. Doch im Grunde weiß sie, was die Wahrnehmung des Journalisten bestimmt: „Wer das ganze aus der Warte eines satten Wochenlohnes betrachtete und Farbige für von Natur aus kriminell hielt, der sah den einzelnen Schwarzen ja gar nicht. mehr lesen / lire plus

Identität unterm Seziermesser: Alles für das Vaterland

Martin Caparrós nimmt in seinem historischen Kriminalroman „Väterland“ die nationalen Mythen Argentiniens aufs Korn. Ein unterhaltsames Buch und Geschichtsstunde zugleich.

Um seine Heimat zu ergründen, hat Martín Caparrós sie lange bereist. Mit „El Interior“ hat er dann eine kontemplative Chronik seiner Reise durch die nördlichen und westlichen Provinzen verfasst. Um die jüngere Vergangenheit seines Landes zu verstehen und zu erklären, hat er mehrere Bände über die revolutionären Bewegungen Argentiniens geschrieben. Er hat die Militärdiktatur thematisiert, das dunkelste Kapitel der Geschichte des Landes, ebenso die Frage nach dem Sinn politischer Militanz und von Utopien. Sein monumentalstes Werk ist das in 16 Sprachen übersetzte Buch „Hunger“ („El Hambre“), für das er fünf Jahre lang um den Globus reiste, um Ursachen und Strukturen des Hungers zu analysieren. mehr lesen / lire plus

Der Autor Ta-Nehisi Coates: Die (Super-)Kraft der Erinnerung

Schon viel wurde über die Sklaverei in den Vereinigten Staaten geschrieben. Ta-Nehisi Coates legt in seinem Debütroman „Der Wassertänzer“ den Schwerpunkt auf die geschichtliche Aufarbeitung.

Wenn man ihn liest, gewinnt man vielleicht einen besseren Blick auf das, was Amerika heute zu zerreißen droht: der Autor Ta-Nehisi Coates. (Foto: Gabriella Demczuk)

Es ist die Geschichte von Hiram Walker. Der Ich-Erzähler des Romans von Ta-Nehisi Coates ist der Sohn des weißen Plantagenbesitzers Howell Walker und einer vergewaltigten Sklavin. „Der Wassertänzer“ spielt in den Jahren vor dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) auf der Tabakplantage Lockless in West Virginia. Dort hat es Hiram wegen einer außergewöhnlichen Fähigkeit, seines fotografischen Gedächtnisses nämlich, geschafft, von einem auf dem Feld schuftenden Sklaven zum Bediensteten im Haus des Plantagenbesitzers aufzusteigen. mehr lesen / lire plus

Der Philosoph Hegel: Zeit der Eule

Zu seinem 250. Geburtstag gibt es endlich eine Biografie, die mit den Irrtümern um die Philosophie von Georg Wilhelm Friedrich Hegel aufräumt und sein Denken erklärt. Klaus Vieweg präsentiert ihn als Philosophen der Freiheit.

Vordenker der modernen bürgerlichen Gesellschaft: Hegels Geburtshaus in der Stuttgarter Innenstadt. (Foto: Flickr)

Was wiegt schwerer? Die „Grundlinien der Philosophie des Rechts“, die „Phänomenologie des Geistes“ oder die Aussicht auf eine Maß Bier im Englischen Garten von München? Diese Frage habe ich mir in meiner Studienzeit vor etwa 30 Jahren häufig gestellt. Während der Philosoph Dieter Henrich, eine der Koryphäen seines Fachs und großer Experte des Deutschen Idealismus, drei Vorlesungsstunden lang in den ehrwürdigen Gemäuern der Ludwig-Maximilian-Universität unter anderem über das Denken von Georg Wilhelm Friedrich Hegel dozierte, wurde mein Durst immer größer. mehr lesen / lire plus

Argentinien: Wieder am Abgrund

Argentinien steckte schon vor der Coronavirus-Pandemie in der Krise. Wirtschafts- und gesellschaftspolitisch sollte es unter der neuen peronistischen Regierung in diesem Jahr endlich aufwärtsgehen. 
Doch dann kam alles ganz anders.

Ein Akademiker soll’s richten: Argentiniens Wirtschaftsminister 
Martin Guzmán war vor seinem Einstieg in die Politik wissenschaftlicher Mitarbeiter des Wirtschaftsnobelpreisträgers Joseph Stiglitz. (Foto: EPA-EFE/Juan Ignacio Roncoroni)

Eigentlich sollte der März eine entscheidende Wende bringen. Die Mitte-Links-Regierung des neuen Präsidenten Alberto Fernández, seit dem 10. Dezember im Amt, wollte mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) die Verhandlungen über die Rückzahlung der Schulden zu einem Abschluss bringen und damit seinem Land und dessen Wirtschaft wieder Luft verschaffen. mehr lesen / lire plus

Großstadtromane: Umherschweifen im Wahnsinn

Der brasilianische Schriftsteller Luiz Ruffato setzt in seinen Romanen die Tradition der Großstadtromane von James Joyce, John Dos Passos, Alfred Döblin und Roberto Arlt fort und erweitert das Genre mit neuen Elementen. Eine Metropolenbegehung rund um sein jüngstes „Buch der Unmöglichkeiten“.

Kaum ein gutes Haar hatte er an seinem Heimatland gelassen, als Luiz Ruffato mit seiner Rede auf der Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse am Ende war. Trotzdem fiel der Beifall so laut aus wie selten bei dem Großevent in der Mainmetropole. Das war 2013. Brasilien, das Gastland des Literaturfestivals, schien von einem unaufhaltsamen Aufstieg beseelt. In den Medien wurde es angesichts seines gestiegenen politischen Einflusses und seiner enormen Wirtschaftskraft zur neuen Großmacht hochgejazzt. mehr lesen / lire plus

Neu übersetzt: Baldwins Zerreißprobe

James Baldwins Debütroman „Von dieser Welt“ von 1953 beschreibt die Identitätssuche eines jungen Afroamerikaners zwischen Religiosität und Sexualität. Ein Buch, das nach wie vor aktuell ist.

„Von dieser Welt“ gilt heute zu Recht als sein wohl vollkommenstes Werk: der Schriftsteller James Baldwin. (Foto: Allan Warren/CC BY-SA 3.0/Wikimedia)

New York in den 1930er-Jahren. Der 14 Jahre alte Afroamerikaner John Grimes wächst mit seiner Mutter, drei Halbgeschwistern und seinem Stiefvater in Harlem in einem strenggläubigen Umfeld auf. Der Stiefvater ist tyrannisch. Früher war er ein dem Alkohol verfallener Schürzenjäger, jetzt predigt er puritanische Moral und integres Leben. Johns Beziehung zu ihm ist von Gewalt geprägt. mehr lesen / lire plus

Rassismus: Die Hölle im Quadrat

Sogenannte „Besserungsanstalten“ in den USA waren häufig Orte des Schreckens – ganz besonders für nicht-weiße Jugendliche. Mit seinem neuesten Roman „Die Nickel-Boys“ erinnert der Autor Colson Whitehead einmal mehr an den strukturellen Rassismus in den Vereinigten Staaten.

Einer der wichtigsten US-amerikanischen Autoren der Gegenwart: Colson Whitehead im vergangenen Jahr bei einer Lesung an der Texas State University. (Foto: Garrettf67/CC4/Wikimedia)

 

Tallahassee, Florida. Elwood Curtis hat noch Träume. Er träumt davon, einmal den Vergnügungspark zu besuchen, der den Weißen vorbehalten ist. Oder in das Restaurant seiner Wahl zu gehen. Er ist ein guter Schüler, aufgeweckt und strebsam. Der Sechzehnjährige freut sich darauf, als einer der ersten schwarzen Jugendlichen ein College besuchen zu dürfen. mehr lesen / lire plus

30 Jahre „Wende“: Das Erbe des Mineralsekretärs

Der einstige Reformer Michail Gorbatschow, kommunistischer Parteichef und Staatspräsident der Sowjetunion, gab die entscheidenden Impulse, die zum Ende des sowjetischen Systems und des Ost-West-Konflikts sowie zur deutschen Wiedervereinigung führten. Der Wandel im Ostblock hatte jedoch schon früher begonnen.

Selbstkritik ist die „unerlässliche Bedingung für den Erfolg einer revolutionären Partei“: Michail Gorbatschow, hier mit Erich Honecker, während seiner Rede auf dem XI. Parteitag der SED 1986 im Palast der Republik in Berlin. (Foto: Bundesarchiv, Bild 183-1986-0421-010/Mittelstädt, Rainer/CC-BY-SA 3.0)

Rumänien am Nachmittag des 25. Dezember 1989. Das Jahr des Wandels endet mit einer Hinrichtung. Nicolae Ceaușescu, der rumänische Staatspräsident und Generalsekretär der Rumänischen Kommunistischen Partei, wird zusammen mit seiner Frau Elena im Schnellverfahren zum Tode verurteilt und kurz darauf erschossen. mehr lesen / lire plus

Utopie: Die Neuerfindung Afrikas

In seinem Buch „Afrotopia“ formuliert Felwine Sarr eine kulturalistisch geprägte Kapitalismuskritik. Der afrikanische Autor fordert eine neue Vision für seinen Kontinent, verbindet dies jedoch mit einem eher unkritischen Blick auf traditionelle Gesellschaftsformen.

Entwirft ein postkoloniales Afrika, 
das sich neu erfindet: 
der senegalesische Autor und Ökonomieprofessor Felwine Sarr. (Bildquelle: Youtube)

Die junge senegalesische Preisträgerin eines Sprachwettbewerbs des „Institut français“, Bousso Dramé, schlägt nach Erhalt eines französischen Visums die erteilte Einreiseerlaubnis aus. Die Gründe dafür legt sie in einem Schreiben an den französischen Botschafter dar, unter anderem nennt sie die Respektlosigkeit, mit der sie vom Botschaftspersonal behandelt worden war.

Ein Vorfall, der 2013 für reichlich Wirbel in der Presse und in den sozialen Netzwerken sorgte. mehr lesen / lire plus

Argentinien
: Comeback der Peronisten


Das Kandidatenduo Alberto Fernández und Cristina Kirchner hat gute Aussichten, als Sieger aus den Präsidentschaftswahlen am kommenden Sonntag hervorzugehen. Die politische Zielsetzung bleibt indes diffus, was durchaus dem historischen Vorbild entspricht.

Waren nicht immer gut aufeinander zu sprechen: 2008 ersetzte Cristina Kirchner (links) ihren damaligen Kabinettschef Alberto Fernández (rechts) nach einem Dissens durch Sergio Massa (Mitte). (Foto: Creative Commons/Presidencia de la Nación Argentina)

„Vamos a volver!“ („Wir werden zurückkehren“) hallt es durch den vollen Universitätssaal. Tausende Menschen auf dem Platz vor dem Gebäude singen inbrünstig und skandieren in Sprechchören, während sie wie bei einem Fußballspiel das Geschehen auf einer Großleinwand verfolgen und die Polizei wegen des großen Andrangs die Straßen abgesperrt hat. mehr lesen / lire plus

Brasilien: Wenn die Demokratie zerfressen wird

Brasilien kehrt unter Jair Bolsonaro in autoritäre Zeiten zurück, Erinnerungen an die nie wirklich aufgearbeitete Militärdiktatur werden geweckt. Eine erste Bilanz der seit Januar 2019 dauernden Amtszeit des Präsidenten.

Wer demokratisch gesinnt ist, hat unter ihm nichts zu lachen: Präsident Jair Bolsonaro bei den Feierlichkeiten zum brasilianischen Unabhängigkeitstag am vergangenen Samstag in Brasilia. (Foto: EPA-EFE/Joedson Alves)

Ein Haus in Recife soll abgerissen werden und einem neuen Großprojekt weichen. Clara ist die letzte Bewohnerin des zweistöckigen Gebäudes. Nachdem sie mehrere Angebote einer Baufirma abgelehnt hat, versucht das Unternehmen, sie mit allen Mitteln zu verjagen. Zuletzt sogar mit Termiten. Diese haben die leerstehende Wohnung über ihr bereits zerstört. mehr lesen / lire plus

Konflikt ums Baskenland: Chronologie des Stillstands

Fernando Aramburu hat mit „Patria“ einen Roman über die Folgen des Kampfes der baskischen Unabhängigkeitsbewegung Eta geschrieben. Er zeigt eindrucksvoll, wie der Terror der Separatisten die Gesellschaft im Norden Spaniens spaltete.

Die Angst herrscht in dem Dorf ohne Namen. Bis zum endgültigen Waffenstillstand ist es noch lange hin. Der Kampf der „Euskadi Ta Askatasuna“ (Eta), was für „Baskenland und Freiheit“ steht, ist für die einen ein Befreiungskampf, für die anderen der bloße Terror. Jahrzehntelang hat er die Politik und die Schlagzeilen der Zeitungen Spaniens genau wie die dortigen Abendnachrichten beherrscht, vor allem aber das Leben vieler Menschen gekostet. Und wenn er besonders blutig war, geriet er sogar in die Nachrichten der internationalen Medien. mehr lesen / lire plus

Brasilien: Wahlkampf der Angst

Brasilien steht kurz davor, von dem Ultrarechten Jair Bolsonaro regiert zu werden. Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Ende der Diktatur würde mit ihm auch das Militär zurück an die Macht kommen. Vor der Stichwahl am 28. Oktober ist das Land tief gespalten.

Der aussichtsreichste brasilianische Präsidentschaftskandidat, ein veritabler Faschist? Jair Bolsonaro verachtet die Demokratie, hat ein extrem autoritäres Programm und mobilisiert derzeit auch eine Massenbewegung. (Foto: EPA-EFE/Marcelo Sayao)

Angeblich war es die größte politische Kundgebung in der Geschichte von Manaus, die jemals stattgefunden hat. Wie viele Tausende von Menschen Bolsonaro tatsächlich zu seinem Wahlkampfauftritt in die Millionenmetropole am Amazonas lockte, ist schwer zu sagen. mehr lesen / lire plus

Fußball: Mythen, Daten, Poesie


Die neuen Fußballbücher „Matchplan“ von Christoph Biermann und „Die Zeit der Strategen“ von Tobias Escher zeigen die rasante Fortentwicklung der weltweit populärsten Mannschaftssportart im digitalen Zeitalter. Weitere Neuerscheinungen erzählen von den Schattenseiten des Fußballs und haben manche Anekdote parat.

Alle Augen auf den Ball: Die ungarische Torhüterin Reka Szocs beim Spiel gegen Dänemark in der Qualifikationsrunde für die Frauen-Fußball-WM 2019, 
am 12. Juni im dänischen Viborg Stadion.(Foto: EPA-EFE/Bo Amstrup Denmark Out)

Er probiere Geschichten an wie Kleider, sagt der Erzähler in Max Frischs Roman „Mein Name sei Gantenbein“. Dass man auch den Fußball als eine gigantische Geschichtenfabrik betrachten kann, schreibt Christoph Biermann in „Matchplan“, der sich dabei auf den Schweizer Schriftsteller beruft. mehr lesen / lire plus