2020 war in Luxemburg das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen

Seit 1838 werden in Luxemburg Wetterdaten aufgezeichnet. Seitdem gab es noch kein Jahr, das so warm war wie 2020. Für die Landwirtschaft bedeutete das Ertragsverluste.

Der heiße Sommer war zwar gut für die Qualität des luxemburgischen Weins, jedoch schlecht für die Quanität. (Foto: CC-BY-SA Denise Hastert/Wikimedia)

Mit einer Durchschnittstemperatur von 10,9 Grad Celsius war 2020 das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Luxemburg. Das teilte der staatliche Wetterdienst der Administration des Services Techniques de l’Agriculture (Asta) an Silvester mit. 32 automatische Stationen messen Wetterdaten, die vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Die Daten aus vier von diesen Stationen, nämlich jene in Asselborn, Clemency, Remich und Grevenmacher, wurden mit den Durchschnittswerten der letzten langjährigen Referenzperiode (die von 1981 bis 2010 reicht) verglichen. Klimaveränderungen werden stets mit einer längeren Periode, meistens von 30 Jahren, abgeglichen.

2020 konnte das bisherige Rekordjahr 2014 um 0,1 Grad schlagen. Dass die wärmsten je aufgezeichneten Jahre zeitlich so nahe aneinander liegen, lässt darauf schließen, dass die Klimakrise auch in Luxemburg mess- und spürbar wird. Die Durchschnittstemperaturen lagen in allen Monaten außer Mai, Juni und Juli über jenen der Referenzperiode. Ganz besonders heiß war der Februar, der in Clemency sogar 3,8 Grad über dem langjährigen Durchschnitt lag. Auch zwei monatliche Temperaturrekorde wurden 2020 aufgestellt: Am 15. September wurde in Steinsel mit 35,2 Grad die höchste je im September gemessene Temperatur aufgezeichnet, am 2. November wurden 21,8 Grad in Remerschen gemessen.

Was den Regen angeht, so war 2020 ebenfalls ein Jahr der Extreme. Im Februar regnete es doppelt so viel wie im Durchschnitt, an sechs Stationen wurden neue Monatsrekorde aufgestellt. Allerdings regnete es zwischen dem 22. März und dem 27. April über einen Monat lang überhaupt nicht, weshalb die woxx Anfang Mai über die Auswirkungen der Dürre berichtete. Bis auf Februar, Juni, Oktober und Dezember bezeichnet die Asta die übrigen acht Monate des Jahres 2020 als zu trocken. Der Regenüberschuss vom Februar war Endes Jahres auf jeden Fall bereits wieder abgebaut.

Für die luxemburgische Landwirtschaft bedeutete dieses Wetter Ernteeinbußen von 20 bis 30 Prozent. Mais und Getreide litten unter der Hitze, während Streuobst und Trauben profitierten. Während das Weinjahr 2020 qualitativ sehr gut war (Zitat Asta: „Vollmundigkeit und Ausgewogenheit“), so wurde durch die Trockenheit deutlich weniger geerntet, was natürlich auch weniger Wein bedeutet.

Generell ist davon auszugehen, dass 2020 nicht das letzte Jahr mit Rekordhitze gewesen sein wird, da die Klimakrise extreme Wetterereignisse fördert. Um mit den neuen Begebenheiten zurechtzukommen, wird sich auch die Landwirtschaft anpassen müssen. Die genauen Wetterdaten und der Jahresbericht 2020 können auf der Wetterseite der Asta, agrimeteo.lu, nachgelesen werden.


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