Sollten Erziehungsministerin Mady Delvaux-Stehres eines Tages die Reform-Ideen ausgehen, so kann sie sich vertrauensvoll an den neugebackenen Präsidenten der Jägerföderation Georges Jacobs wenden. Der verrät im Editorial der Juni-Nummer der Jägerzeitung sein Geheimrezept für ein erfogreiches Schulsystem: „Dort [in den skandinavischen Ländern] geht jeder zweite junge Mensch jagen oder fischen. Die Pisa-Studie hat bewiesen, dass diese jungen Menschen die gescheitesten und aufgeschlossensten in der EU sind.“ Dabei geht es wohl darum, das Image der Jagd zu rehabilitieren, denn die Reform des Jagdgesetzes, von Lucien Lux ausgearbeitet und danach in der Schublade verschwunden, soll jetzt doch noch aufgelegt werden. Jacobs argumentiert theoretisch, das Jagen sei tief in der Menschheitsgeschichte verwurzelt, und praktisch, indem er sich auf den Klimaschutz beruft: Statt Rindfleisch aus Argentinien einzufliegen solle man Rehe schießen! Dabei unterschlägt er, dass die Quantitäten an Rind- und Wildfleisch, die in Luxemburg konsumiert werden, in keinem Verhältnis zu dem stehen, was eine konsequente Bejagung an Fleisch erbringen könnte. Zwar versichert Jacobs, er respektiere die Jagdgegner, doch ein paar Zeilen weiter rät er davon ab, mit Leuten, die von der Jagd nichts verstehen, wie dem Staatsrat oder manchen Funktionären, überhaupt zu diskutieren. Zurück zu unseren Wurzeln, liebe Waffenbrüder, und lasst die Flinten sprechen!
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