„Die Ärzteschaft sitzt in einer Art ,cocotte-minute’. Unsere Einkünfte sind gedeckelt und ständig wird mit neuen Forderungen an unsere Adresse die Temperatur erhöht. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das ganze explodiert“, so Claude Schummer, Generalsekretär des Ärzteverbandes AMMD, anlässlich einer Pressekonferenz am Donnerstag. Tags zuvor hatte eine AMMD-Vollversammlung über die von Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo vorgelegte Gesundheitsreform debattiert und diese rundweg abgelehnt. AMMD-Präsident Jean Uhrig zerpflückte vor der Presse die provisorische Gesetzesvorlage 40 Minuten lang und warf dem verantwortlichen Minister krasse Unfähigkeit vor. In seinen Augen haben sich die Lobbyisten in den Krankenhäusern durchgesetzt. Nirgendwo sonst gebe es für bestimmte Eingriffe, die auch ambulant behandelt werden können, eine Vorschrift, diese ausschließlich in Krankenhäusern vorzunehmen. Und im Unterschied zu ihren KollegInnen aus dem Grenzgebiet dürften die Luxemburger MedizinerInnen keine Leistungen erbringen, die nicht ausdrücklich im Krankenkassenkatalog vorgesehen sind – selbst wenn PatientInnen selber dafür zahlen wollen. Über 40 Forderungen und Änderungsvorschläge werden jetzt dem Minister unterbreitet.
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