1.090 telefonische Anfragen hatte die „Mobbing asbl“ im Jahre 2007 zu verzeichnen. Davon wurden 97 Betroffene längerfristig betreut und bei einem Drittel fand eine Zusammenkunft mit dem Arbeitgeber statt. „Am Anfang kamen die meisten Mobbingopfer aus dem Finanzsektor, mittlerweile ist es der Handel“, so Joé Spier, Sekretär der asbl. Allgemein sei die Anzahl der von Mobbing betroffenen Personen steigend. Unter den Hilfe Suchenden befinden sich 70 Prozent Frauen. Rund zwei Drittel sind Privatangestellte. „Der Durchschnitt derjenigen, die uns aufsuchen, haben einen Krankenschein von sechseinhalb Wochen“, meint Spier, was nicht wenig ist. Aber: Je eher eine Person Rat sucht, umso schneller kann ihr aus dieser Situation geholfen und eine Schlichtung am Arbeitsplatz erzielt werden. Die „Mobbing asbl“, die vor einigen Jahren von LCGB und Syprolux gegründet wurde, will sich neben den angebotenen Beratungen in Zukunft stärker auf die Mediation konzentrieren. Trotzdem gebe es Situationen, auf die auch die Mobbing asbl bisher noch nicht adäquat reagieren kann: Etwa wenn Personen am Ende eines Mobbingprozesses aus ihrem Beruf und ihrem sozialem Leben komplett herauskatapultiert wurden und destabilisiert sind. „Hier fehlt es an Auffangstrukturen, um die Leute zu betreuen und zu coachen, damit sie wieder selbständig ihren Alltag meistern“, so Spier.
Europäische Chemikalienpolitik: Giftige Prokrastination
2022 verkündete die EU-Kommission das Ziel „Null Verschmutzung“ und sagte damit giftigen Chemikalien, die Mensch und Umwelt belasten, den Kampf an. Passiert ist seitdem wenig, denn: Die Kommission steht sich selbst im Weg.

