Schwarzes Gold ist nicht grün

von | 02.05.2008

„Hinter den Kulissen betreiben die Ölkonzerne Lobbying gegen Umweltgesetze während sie versuchen, der Öffentlichkeit mit Werbekampagnen vorzugaukeln, sie würden ihre CO2-Emissionen senken“, kritisiert die Umwelt-NGO „Friends of the Earth Europe“ (FOE) in einem Pressekommuniqué. Die NGO hat eine Studie „Extracting the truth“ vorgelegt, nach der sich bis 2020 zwischen 10,5 und 15,5 Prozent CO2 bei Herstellung und Verbrauch von Treibstoffen einsparen ließen. Die Kritik von FOE hängt mit der Absicht der EU-Kommission zusammen, die Richtlinie zur Qualität von Treibstoffen zu überarbeiten. Bei dieser Gelegenheit soll ein Reduktionsziel von 10 Prozent CO2 über den gesamten Lebenszyklus – Produktion, Transport und Nutzung – erreicht werden. Die Ölindustrie verweist auf fehlende technische und finanzielle Möglichkeiten und bekämpft dieses Ziel. Die FOE-Studie dagegen weist auf, dass solche Einsparungen machbar sind, und dies sogar ohne den – von der Kommission ursprünglich vorgesehenen – Rückgriff auf Agrotreibstoffe. Außerdem rechnet die NGO vor, dass genug Geld da ist: Die sechs größten Ölfirmen haben 2007 über 125 Milliarden Dollar verdient. Da die Konzerne die notwendigen Maßnahmen nicht freiwillig ergriffen, müsse sie die EU zu CO2-Reduktionen zwingen, schlussfolgert FOE.

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