Quoten und persönliche Versprechen

„Die Frauenquote ist in aller Munde und ein politisch gewollter Wandel“, so Jean Colombera (Ex-ADR-Abgeordneter), der in einer rezenten parlamentarischen Anfrage an den Gesundheitsminister wissen will, wie viele Frauen in den Berufsfeldern der Gesundheits- und Sozialstrukturen arbeiten. Interessanterweise wurde die Frage nicht an die Chancengleichheitsministerin Françoise Hetto-Gaasch gerichtet. Die Antwort des Gesundheitsministers Mars Di Bartolomeo ist denn auch recht knapp: Laut Angaben der „Inspection générale de la Sécurité sociale“ hätten im Krankenhaussektor bis zum 31. März 2012 rund 8.150 Angestellte gearbeitet, wobei Frauen rund 76 Prozent der Gesamtbeschäftigten stellten. Demgegenüber würden jedoch bis zum 15. Dezember 2012 nur rund 37 Prozent  Frauen in den Verwaltungs- und Direktionsräten der Krankenhäuser sitzen. „Ich bin stets bemüht, bei meinen Vorschlagen bezüglich der Besetzung oder Neubesetzung von Verwaltungsräten auf die Frauenquote zu achten“, so das heilige Versprechen des Ministers – ohne weiter auf konkrete Maßnahmen einzugehen. So bleibt die Frage, ob denn eine Frauenquote in den Chefetagen sinnvoll wäre (oder gar eine Männerquote im unteren Pflege- und Sozialbereich) unbeantwortet. Mars Di Bartolomeo ignoriert auch die Fragen, ob Betriebe, deren Führungsriege quasi ausschließlich aus Männern besteht, verpflichtet werden sollen Frauenbeauftragte zu bestimmen und ob jene Kliniken, Pflegedienste und Sozialeinrichtungen, die eine Politik der Chancengleichheit betreiben, mit einem speziellen Label versehen werden sollen.


Kriteschen an onofhängege Journalismus kascht Geld - och online. Ënnerstëtzt eis! Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld - auch online. Unterstützt uns! Le journalisme critique et indépendant coûte de l’argent - en ligne également. Soutenez-nous !
Tagged . Bookmark the permalink.

Comments are closed.