Das Ende der Radio-Liberalisierung

(rg) – Als 1992 das Gesetz zur Radio-Liberalisierung in Kraft trat, wurden neben einer ganzen Reihe lokaler Kleinstsender auch sogenannte Regionalsender aus der Taufe gehoben. Neben dem Platzhirsch RTL sollten vier durch Werbung finanzierte Radiostationen in Luxemburg auf Sendung gehen. Im 1992er Gesetz  wurde festgehalten, dass diese Stationen als eigenständige „Sàrl“ funktionieren und ihre Beteiligungen weit gestreut sein sollten. Kein einzelner Inhaber durfte über mehr als 25 Prozent der Gesellschaftsanteile eines Senders verfügen. Das bistumseigene Verlagshaus Saint Paul lancierte mit christlich-konservativen Gesellschaften und Vereinigungen „Den neie Radio“ (DNR). Daneben erhielt auch der von RTL zusammen mit einigen Verlegern initiierte Jugendsender „Eldoradio“ eine Zulassung. „Radio latina“, das sich vor allem um die aus Südeuropa zugewanderten Bevölkerungsteile bemühte, entstand zunächst als eigenständiges Projekt. Die alternative Radioszene, die die Liberalisierung in den den 1980ern angekurbelt hatte, ging auch nicht leer aus: „Radio Ara“ wurde geschaffen – gezwungenermaßen als „kommerzielles“ Unternehmen. Nach zwanzig Jahren sieht die Bilanz nun ernüchternd aus: Radio Latina wurde von Saint Paul geschluckt. Der katholische Herausgeber übernahm auch, nach einer entsprechenden Gesetzes-„Reform“, die gesamten Anteile des DNR. Eldoradio wurde zum RTL-Zweitsender. Und seit gestern ist bekannt, dass DNR spätestens im Februar 2014 Geschichte sein wird. Dann will RTL zusammen mit LW/Saint Paul auf den DNR-Frequenzen ein französisches Radioprogramm anbieten. Von den vier „unabhängigen“  Regionalsendern wird also nur noch Radio Ara die Grundidee einer pluralistischen Radiolandschaft hochhalten.


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