Menschenhandel: „Luxembourg is doing very little“

von | 26.12.2014

(avt) – Es ist schon bizarr, dass eine Anfrage zu Sklaverei und Menschenhandel ausgerechnet von Fernand Kartheiser gestellt wird. Der wollte, Bezug nehmend auf den „Global-Slavery-Index-Report“ (2014), von der Regierung wissen, was sie konkret unternehme, um Menschenhandel zu verhindern. Zwar ist Luxemburg laut Index nicht unter den Ländern, in denen die Situation am ärgsten ist, doch bekommt es mit einem „ccc“ die schlechteste Benotung, was Regierungsmaßnahmen betrifft. Laut dem Bericht leben auch hier knapp 100 Menschen in Verhältnissen, die an Sklaverei grenzen. Die Antwort der Minister Schneider und Braz fällt defensiv und lapidar aus. Man bedauere das schlechte Abschneiden in dem Ranking, habe aber in den letzten zwei bis drei Jahren diverse Initiativen gegen Menschenhandel ins Leben gerufen. Alle Direktiven des Europarates habe man umgesetzt. Etwa zehn Personen pro Jahr seien laut Justizbehörden in Luxemburg von Menschenhandel betroffen – in den letzten Jahren auch verstärkt in der Arbeitswelt. Ein Aktionsplan, eine Broschüre und eine Öffentlichkeitskampagne – halbherziger Aktionismus, der den Betroffenen wenig hilft. Will man Menschenhandel wirksam bekämpfen, so muss man bei der Legalisierung von Ausländern ansetzen. Um Menschen vor Ausbeutung zu schützen, brauchen sie Rechte.

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