Luxemburg tut laut CCDH nicht genug gegen Menschenhandel

von | 07.11.2019

Zu milde Strafen, zu wenige Statistiken, unzureichende Sensibilisierung, Weiterbildungen und Handlungskompetenzen – die konsultative Menschenrechtskommission schätzt den hiesigen Kampf gegen Menschenhandel als stark verbesserungswürdig ein.

© ccdh.lu

In den Jahren 2017 und 2018 wurden in Luxemburg insgesamt 15 Opfer von Menschenhandel identifiziert. Es wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen. Bei der Mehrzahl handelte es sich um Frauen. Es wird für diesen Zeitraum von 34 Täter*innen ausgegangen, 26 davon sind Männer. In den meisten Fällen findet die Ausbeutung in der Arbeitswelt statt, 2017 war es dagegen noch im Bereich der Prostitution. Diese Zahlen nannte die konsultative Menschenrechtskommission (CCDH) am Mittwoch bei der Vorstellung ihres zweiten Berichts zum Menschenhandel in Luxemburg.

Seit die CCDH vor zwei Jahren ihren ersten Bericht dazu veröffentlichte, hat sich manches verbessert. So findet der Juristin Fabienne Rossler zufolge mittlerweile eine engere Zusammenarbeit zwischen der Polizei und Betreuungsdienststellen wie dem SAV (Service d’assistance aux victimes de violence domestique) statt. Auch in die Sensibilisierung wurde verstärkt investiert.

Doch nach wie vor bleibt viel zu tun. Die Bestrafungen verurteilter Menschenhändler*innen fallen in den Augen der CCDH zu milde aus. Eine Haftstrafe auf Bewährung sowie eine geringe Geldbuße reichten nicht aus, um konsequent von solchen Taten abzuschrecken, so die Einschätzung der Juristin Anamarija Tunjic. Einer der Hauptkritikpunkte der Menschenrechtskommission ist der anhaltende Mangel an systematisch erhobenem statistischen Material.

Eine weitere zentrale Forderung ist die gesetzliche Erweiterung des Zuständigkeitsbereichs der Inspection du travail et des mines (ITM). Anders als bisher, sei es nämlich von großer Bedeutung, in der Erfassung von Menschenhandel proaktiv vorzugehen, also nicht erst dann zu handeln, wenn ein konkreter Fall gemeldet wurde. Insgesamt sei es wichtig, einen stärkeren Fokus auf Risikosektoren und -faktoren zu legen. Was außerdem weiterhin nötig wäre, ist eine verstärkte Sensibilisierung und Weiterbildung im medizinischen und schulischen Sektor, damit die dort Tätigen, Fälle von Menschenhandel besser erkennen können. Die CCDH kritisiert den anhaltenden Personalmangel bei Polizei und Betreuungsdienststellen.

Die CCDH bedauert, dass nur wenige ihrer Forderungen an die Regierung sich im aktuellen Koalitionsprogramm wiederfänden. Die Problematik des Menschenhandels werde einzig in zwei Sätzen erwähnt.

Dat kéint Iech och interesséieren

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #396 – Um Tour mam Dynamobile

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. Zanter 1995 fuere Leit aus der Belsch ënnert dem Numm Dynamobile zesummen an d'Vakanz – mam Vëlo. Néng Deeg laang si ronn 130 Leit op zwee Rieder ënnerwee, ënnert hinnen och vill Kanner. Dëst Joer fiert hir Expeditioun duerch Lëtzebuerg, an d'woxx-Journalistin...

NEWS

La CCDH est dans son rôle quand elle critique un parti

La présidente de la Commission consultative des droits de l’homme (CCDH), Noémie Sadler, était parfaitement dans son rôle lorsqu’elle a déclaré qu’il faut « maintenir le pare-feu contre la droite », après le vote du Parlement européen en faveur du nouveau règlement sur les retours des migrant·es et réfugié·es, le 17 juin dernier. Telle est la...

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #394 – D’Enn vu Filmland

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. An enger Woch maachen d'Filmstudioen „Filmland“ zu Keelen hir Dieren endgülteg zou. Domadder geet no dräizéng Joer eng Ära op een Enn, déi fir déi audiovisuell Produktioun zu Lëtzebuerg ganz wichteg war. D'Yolène Le Bras war fir eng Reportage an de Studioen...