Proaktives Handeln gefordert

von | 25.09.2017

Menschenhandel ist in der EU weit verbreitet – was weiß man über die Opfer? Rund 16.000 von ihnen konnten zwischen 2013 und 2014 identifiziert werden. Bei der Mehrheit handelt es sich um Frauen und Kinder, zwei Drittel sind EU-BürgerInnen. Dies berichtete die europäische Koordinatorin für den Kampf gegen den Menschenhandel Myria Vassiliadou am vergangenen Mittwoch gegenüber der Presse. Auf Einladung der Menschenrechtskommission war sie nach Luxemburg gereist, um sich einen Überblick über die hiesige Lage zu verschaffen. Zu diesem Zweck traf sie sich mit VertreterInnen des Parlaments, der Polizei sowie der Zivilbevölkerung. Menschenhandel sei, nach dem Waffen- und Drogenhandel, weltweit das lukrativste illegale Geschäft, so Vassiliadou. Es gehe um Beträge in Milliardenhöhe. Menschenhandel sei besonders deshalb so gefährlich, weil er in enger Verbindung stehe mit anderen Problematiken, wie beispielsweise Korruption, Betrug, Organhandel, sexueller Ausbeutung und Terrorismus. Bei seiner Bekämpfung komme es auf zwei Aspekte an: zunächst müsse man der Spur des Geldes nachgehen. In zahlreichen Ländern werde zwar gegen Geldwäsche ermittelt, der Aspekt des Menschenhandels werde dabei aber nicht ausreichend mitberücksichtigt. Außerdem gelte es, die Nachfrage einzudämmen. Dazu müssten diejenigen bestraft werden, die die Dienste von Opfern des Menschenhandels in Anspruch nehmen. Die rechtliche Grundlage sei bereits vorhanden, nun komme es auf ihre Anwendung an. Eine Maßnahme stellt Vassiliadou zufolge die gezieltere Ausbildung von Ordnungskräften dar. Zurzeit gehe man in Luxemburg noch nicht ausreichend proaktiv vor. „Wir haben nicht nur eine legale, sondern auch eine moralische Verpflichtung, diesen Menschen zu helfen“, so die Koordinatorin. In den kommenden Monaten soll deshalb ein Katalog mit Richtlinien ausgearbeitet werden, der helfen soll, die Problematik in Angriff zu nehmen.

Dat kéint Iech och interesséieren

NEWS

FORUM 450 : La crise climatique, c’est pénible !

+43°C. C’est la température atteinte à Luxembourg-ville durant la récente vague caniculaire. Sur la une du dernier Forum, les chiffres apparaissent dans un rouge alarmant, contrastant avec le reste de la photo en noir et blanc où l’on peut voir une femme passer furtivement, se protégeant de la chaleur avec un parapluie. Les canicules actuelles...

NEWS

Fifa-Sponsoren-Rendite klimaschädlicher als ganze WM

Die diesjährige Männer-Fußball-Weltmeisterschaft ist die klimaschädlichste überhaupt. Einem jüngsten Bericht der Organisation „New Weather“ zufolge werden die Flugreisen und der gesamte Betrieb der Stadien neun Millionen Tonnen CO2e erzeugen. Diese Zahl stellen die Hauptsponsoren der WM jedoch leicht in den Schatten: Der Bericht hat die...

NEWS

Toujours plus de réserves pour nos retraites

2025 n’aura pas été l’année la plus performante pour le Fonds de compensation (FDC). Que l’on se rassure toutefois, l’organisme qui gère les excédents du régime général des pensions au Luxembourg a quand même engrangé 1,25 milliard d’euros supplémentaires l’an dernier. C’est moins de la moitié des gains enregistrés en 2024 (2,96 milliards). Le...