Im luxemburgischen Saeul wird seit den 1980er-Jahren jährlich eine Strohpuppe in Gestalt einer „Hexe“ verbrannt. Das sogenannte „Hexbrennen“ geht Medienberichten zufolge auf einen Streit junger Männer mit einer Wirtin zurück, die sie als „Hexe“ bezeichneten. Aus dieser Episode entwickelte sich eine lokale Tradition im Umfeld des „Buergbrennens“: Eine Strohpuppe wird öffentlich aufgestellt und unter Beteiligung von Vereinen und Dorfbewohner*innen verbrannt. Zwar handelt es sich um eine symbolische Figur, die für das Ende der Fastnacht stehen soll, doch die Bezeichnung ist historisch stark belastet. In Europa waren Hexenverfolgungen über Jahrhunderte hinweg mit der Diffamierung, Folter und Tötung von Frauen verbunden. Der Begriff diente häufig dazu, unbequeme oder sozial abweichende Frauen zu stigmatisieren. Die bisherige Berichterstattung, etwa durch die „Luxembourg Times“, das „Luxemburger Wort“ oder RTL.lu, ordnet diese Aspekte kaum ein. Der Fokus liegt stattdessen auf Engagement, Ehrenamt und Dorfgemeinschaft. Kaum hinterfragt wird, welches Frauenbild hier mitschwingt oder warum eine frauenfeindliche Beleidigung zur identitätsstiftenden Tradition erhoben wurde.
WHO erinnert an Notlage im Sudan
In einem Statement vom vergangenen Samstag erinnert der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, an die aktuelle Notlage im Sudan. „Der Sudan steht vor einer der schwersten humanitären und gesundheitlichen Notlagen der Welt. Mehr als 33,7 Millionen Menschen – über die Hälfte der Bevölkerung des Landes...

