Europa: Ein Drittel will den radikalen Bruch

von | 30.10.2026

Knapp ein Drittel der Europäer*innen sehen sich derzeit mit ihrer Wahlentscheidung bei einer rechtsextremen, -populistischen oder aber „linksradikalen“ Partei angesiedelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die am Donnerstag vergangener Woche veröffentlich wurde. Bis Ende der 1990er-Jahre soll dieser Wert laut der Untersuchung relativ konstant bei zehn Prozent geblieben sein. Insbesondere seit der Finanzkrise 2008 und der sogenannten Flüchtlingskrise 2015 sei nun aber eine massive Steigerung zu verzeichnen. In den vergangenen drei Jahren wurde dabei die 30-Prozent-Marke überschritten, die lange Zeit als ein Deckel für diese Entwicklung gesehen worden war. Der vom Brüsseler „European Policy Information Center“ und dem schwedischen Think Tank „Timbro“ in Auftrag gegebene „Authoritarian Populism Index“ ist aber mit Vorsicht zu genießen, da er politische Konzepte und Ausrichtungen in einen Topf schmeißt, die bei näherer Betrachtung nur schwer vereinbar sind. Rechtsextreme und -populistische Parteien erreichten laut der Untersuchung mit 21,3 Prozent im vergangenen Jahr ihren bisherigen Rekord. Migration und Nationalismus seien in diesem Milieu weiterhin die bestimmenden Themen, während Euroskeptizismus an Bedeutung verlöre. Die Beziehungen zu Russland und den Vereinigten Staaten würden zu einer neuen zentralen Konfliktlinie dieser Parteien. So suchten einige die Nähe zu Russland, während andere darin eine Bedrohung nationaler Souveränität sehen.

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