Catrin Dingler
POLITESCHT BUCH

RADIKALISIERUNG DER KRITIK: Mehr als nur Empörung

Nichi Vendola ist der hoffnungsvollste Aspirant der Linken auf das Amt des italienischen Ministerpräsidenten. In seinem programmatischen Buch für ein "besseres Italien" präsentiert der christliche motivierte Politiker jedoch vor allem eine moralisierende Ideologie der Vergemeinschaftung. Indes setzt ihn eine sich radikalisierende Protestbewegung unter Druck.

LITERATUR

AUSFLUG IN DEN MEZZOGIORNO: Betörendes Stimmengewirr

In der nun erschienenen deutschen Fassung von Fabrizia Ramondinos letztem Roman "La Via" zeigt sich einmal mehr ihre große Erzählkunst. Dass die Virtuosität der 2008 verstorbenen Autorin auch in der vorliegenden Übersetzung zur Geltung kommt, ist der Übersetzerin Maja Pflug zu verdanken, die Anfang März für ihr Lebenswerk geehrt wurde.

INTERGLOBAL

ITALIEN: Blinde Wut

In Italien bildet sich eine Front der Entrüstung gegen das Treiben von Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Die politische Konstellation, die das System Berlusconi überhaupt möglich gemacht hat, steht indes nicht zur Debatte.

LITERATUR

BRIEFWECHSEL: Fragile Freundschaft

Der Briefwechsel zwischen Hannah Arendt und dem jüdischen Religionsphilosophen Gershom Scholem berührt drängende Fragen des europäischen Judentums und die verzweifelte Suche nach einer Antwort auf das Scheitern der Assimilation.

INTERVIEW

MAFIA IN ITALIEN?: Im Einklang mit der Kirche

Anlässlich eines Kurzbesuchs Anfang Oktober in Sizilien warnte Papst Benedikt XVI. vor der Mafia: man dürfe ihren "Suggestionen" nicht folgen, ihre Machenschaften seien "unvereinbar mit dem Evangelium". Isaia Sales, Dozent für die Geschichte der organisierten Kriminalität in Neapel, hat das Verhältnis der Katholischen Kirche zu den süditalienischen Mafias in den letzten 150 Jahren untersucht und kam zu einem anderen Ergebnis. Für sein Buch "I preti e i mafiosi", das die Verstrickung von Klerus und Mafia behandelt, wird er diesen Samstag mit dem Preis "Feudo di Maida" ausgezeichnet.