Autofahrend das Klima retten

Das Nachhaltigkeitsministerium präsentierte am heutigen Dienstag, den 8. Mai, das Projekt „CoPilote“, das Mitfahrgelegenheiten fördern soll.

Wer in die Autos auf Luxemburgs Straßen schaut, wird feststellen, dass oft nur eine einzige Person drin sitzt. Tatsächlich kam die Mobilitätserhebung Luxmobil zu dem Schluss, dass der Besetzungsgrad bei 1,16 Personen pro Auto bei Luxemburger*innen liegt. Bei den Grenzgänger*innen sind es immerhin 1,24 Personen pro Fahrzeug. „Das entspricht etwa 250.000 leeren Sitzen, die jeden Tag in das Einzugsgebiet von Luxemburg-Stadt fahren“, erklärte Minister François Bausch.

Das soll sich nun ändern: Auf der Website bzw. der App CoPilote können sowohl Fahrer*innen als auch Passagiere ihre gewünschte Route eingeben und so Fahrgemeinschaften bilden. Die Fahrer*innen können eine Unkostenbeteiligung von bis zu 10 Cent pro Kilometer verlangen, kommerzielle Betätigung à la Uber ist jedoch unerwünscht. So reicht auch die gängige Haftpflichtversicherung für die Nutzung von CoPilote. Die Bezahlung kann über eine „elektronische Brieftasche“ direkt in der App abgewickelt werden.

Firmen und Vereine können eigene Communities bei CoPilote bilden. „In einer zweiwöchigen Testphase bei den Auditfirmen PwC und Deloitte hat sich dieses System bewährt. Firmen können ihren Mitarbeitern so zum Beispiel Firmenparkplätze anbieten, wenn sie Mitfahrgelegenheiten benutzen“, so der Minister. Auch Veranstaltungsorganisator*innen können CoPilote nutzen, um ihre Besucher*innen zum Carpooling zu bewegen und sie zu belohnen.

390.000 Euro kostete die Entwicklung und Bewerbung der Plattform. Zusätzliche Kosten entstehen, weil der Staat um die Plattform zu bewerben den Passagieren bis zum 15. Juli zwei Euro pro Fahrt erstattet. Das Geld für diese Aktionen stammt aus dem Klimafonds. „Wenn wir einen Besetzungsgrad von 1,5 Personen pro Auto erreichen, sparen wir 130.000 Tonnen CO2 im Jahr. Das ist aktiver Klimaschutz und viel besser, als dieses Geld in Zertifikate zu stecken“, freute sich Umweltstaatssekretär Camille Gira. Zum Vergleich: Für den statistischen Transfer von maximal 5.500 Gigawattstunden grünem Strom aus Litauen würde Luxemburg bis zu 82,5 Millionen Euro zahlen.

CoPilote-Passagiere werden später die Erstattung ihrer Fahrtkosten auch bei Baustellen der CFL erhalten – natürlich nur entlang den entsprechenden Strecken. Bei hoher Luftverschmutzung, z.B. hohen Ozonwerten, könnte das Rückerstattungsprogramm ebenfalls (re)aktiviert werden. Bis Ende Juni ist eine großangelegte Informationskampagne geplant. Vielleicht wird durch vollbesetzte PKWs ja bald mehr Platz auf Luxemburgs Straßen sein falls dieser nicht gleich wieder von neuen Fahrzeugen eingenommen wird.


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