Bildung: Die Zeichen stehen auf Partizipation

von | 11.03.2019

Mit neuen Fortbildungsinitiativen und Diskussionsrunden bemüht sich das Bildungsministerium um demokratische Schulentwicklung und um ein offenes Gespräch über das Bildungssystem Luxemburgs.

Mit einer Heftreihe soll die demokratiepädagogische Schulentwicklung vorangetrieben werden. (Copyright: CC-BY 4.0)

Das Zentrum fir politesch Bildung, die Universität Trier und das Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend hat Ende Januar 2019 das erste Heft der Reihe „mateneen – démocratie à l’école“ publiziert. Das grundlegende Konzept: Online und analog Materialien anbieten, die dem Lehrpersonal Luxemburgs und der Großregion sowie den Schuldirektionen eine demokratiepädagogische Schulentwicklung näherbringen.

Die einzelnen Hefte sind aus Essays von Fachexpert*innen, Arbeitsblättern, Kopiervorlagen und Buchempfehlungen zusammengesetzt. Im Fokus steht jeweils ein Thema. Die aktuelle Ausgabe beschäftigt sich mit dem Überbegriff der demokratischen Schulkultur, das nächste Heft (das im April erscheint) thematisiert die demokratische Gestaltung des Klassenrats. Für die nachfolgenden zwei Nummern geplant: die Teilnahmemöglichkeiten innerhalb einer Schulklasse und die Repräsentation der Schüler*innenschaft. Die deutschsprachige Print-Version der Hefte steht den Grund- und Sekundarschulen Luxemburgs unentgeltlich zur Verfügung. Die französischen Ausgaben gibt es online zum kostenlosen Download, genauso wie die Zusatzmaterialien.

Grundsätzlich ist es den Herausgeber*innen ein Anliegen, einen Überblick über pädagogische Strategien zu geben, um die Schüler*innenschaft demokratisch in die Schulentwicklung einzubeziehen und ihnen Entscheidungsmöglichkeiten zu bieten. Das Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend betont in der Pressemitteilung zum Projekt: „L’école et l’enseignement offrent de multiples possibilités pour favoriser le débat démocratique et renforcer la participation.“ Gleichzeitig verstehen die Herausgeber*innen die Hefte als systematische Analyse der Erfahrungen, die diesbezüglich in Luxemburg und der Großregion im Berufsalltag gemacht wurden. Das Projekt nennt sich deswegen eine „collaboration européenne“.

Das Bildungsministerium sucht derzeit verstärkt den Dialog und lebt die selbstgepriesene Einbindung aller pädagogischen Akteur*innen in den Bildungsdiskurs vor: Der zuständige Minister Claude Meisch tauscht sich seit Anfang März bei den Diskussionsabenden „Bildung am Dialog“ mit einem öffentlichen Publikum über das oft scharf kritisierte Bildungssystem aus – und trifft seit Ende Dezember 2018 verschiedene Akteur*innen aus formellen und informellen Bildungsbereichen zum Gespräch.

Die Daten der Diskussionsreihe „Bildung am Dialog“ sind online abrufbar. Der nächste Termin: der 12. März, um 19 Uhr im Tramschapp in Luxemburg-Stadt.

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