(cl) – Aufklärerische Insistenz wird als moralschwangere Verbohrtheit abgetan, aktivistische Gegengewalt radikal unterdrückt: Laetitia und ihre Freund*innen sind durch den fortschreitenden Klimawandel zutiefst beunruhigt und protestieren gegen die Pläne der Regierung, ein Atommüll-Endlager in Lothringen zu errichten. Doch die Polizei antwortet mit entfesselter Brutalität, das persönliche Umfeld mit Unverständnis und Hohn – der Kampf, den die Aktivist*innen führen, scheint also, obgleich edel, auch vergeblich zu sein. In ihrem sich im weiten Feld zwischen Lyrik und Prosa ansiedelnden Debüt „Bis alles brennt“ schreibt Hélène Laurain über einen Widerstand, der das Gepräge einer abgründigen Verzweiflung trägt. Die Autorin setzt dabei jedoch nicht auf ausufernden Pathos und Effekthascherei, sondern auf Bündigkeit und sprachliche Einfachheit, welche die Erzählstruktur – ein temporeicher wie loser Szenenzusammenschnitt – auf erstaunliche Weise komplimentiert, vielleicht sogar erst ermöglicht. So ist ein Versroman entstanden, dessen aufschäumende Kraft einen packt, mitzieht, nicht ohne Weiteres loslässt.
Expotipp: Der Schuh als Thema und Kunstobjekt
Schuhe sind Alltagsgegenstand, Statussymbol und Kunstobjekt zugleich. Wie letzteres auf die Spitze getrieben werden kann, zeigt derzeit eine Ausstellung in der Galerie „Tunnel am Gronn“, die ihre Fläche seit Jahren schon der Kunst von Schüler*innen widmet. Nicht nur Schuhliebhaber*innen machen deshalb derzeit große Augen, wenn sie die kleine...


