EU-Kommission und Meng Landwirtschaft kritisieren luxemburgische Agrarpolitik

Das Bündnis für nachhaltige Landwirtschaft schließt sich den wesentlichen Kritikpunkten der EU-Kommission an. Mit der aktuellen Landwirtschaftspolitik droht Luxemburg, viele europäische Ziele zu verfehlen.

So idyllisch wie hier ist Landwirtschaft in Wahrheit selten. (Foto: milesz/Pixabay)

Im Zuge der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (Gap) der EU müssen die Mitgliedstaaten eine eigene Gap-Strategie schreiben. Die Kommission leistet dabei Hilfestellung in Form von Empfehlungen. Das Bündnis Meng Landwirtschaft hat Anfang Februar das Dokument der EU-Kommission, das bereits am 18. Dezember 2020 veröffentlicht wurde aufgegriffen. In einer Pressemitteilung kommt die Plattform, der 22 NGOs aus dem Agrar-, Umwelt- und Sozialbereich angehören, zum Schluss, dass die Luxemburger Landwirtschaft weit von den Nachhaltigkeitszielen der EU – und der luxemburgischen Regierung – entfernt ist.

Ein großer Kritikpunkt ist der starke Fokus auf Tierhaltung. Knapp mehr als 76 Prozent der landwirtschaftlichen Wertschöpfung hierzulande kommt durch Milch- und Fleischproduktion zustande. Das bedeutet nicht nur, dass die Umstellung zu nachhaltiger Produktion für luxemburgische Landwirt*innen besonders schwierig wird, sondern auch, dass die Landwirtschaft hierzulande umweltschädlicher ist als im Rest Europas. Das betrifft vor allem die klimaschädlichen Treibhausgase Methan und Lachgas. Sind die Emissionen insgesamt in der EU zurückgegangen, so stagnieren sie in Luxemburg lediglich oder steigen sogar.

Rechnet man die Emissionen auf die Fläche, so stoßen die landwirtschaftlichen Nutzflächen pro Hektor doppelt so viel aus wie im europäischen Durchschnitt. Wenn das so weitergeht, wird Luxemburg laut der EU-Kommission seine Reduktionsziele für 2030 nicht erreichen können. Das könnte ein Grund sein, warum die sektoralen Ziele für Treibhausgasreduktionen immer noch nicht veröffentlicht wurden – die Landwirtschaft scheint ein zäher Verhandlungspartner zu sein.

Meng Landwirtschaft teilt allerdings nicht alle Punkte der EU-Kommission. Während letztere Verbesserungen in der Wettbewerbsfähigkeit sieht, sieht das Bündnis die wirtschaftliche Situation der Luxemburger Landwirtschaftsbetriebe eher durchwachsen: „Der Strukturwandel der luxemburgischen Landwirtschaft fördert weder die kleinbäuerliche Struktur noch die ‚nachhaltige‘ Einkommenssicherung der Landwirte (beides Ziele der Agrarpolitik Luxemburgs)“, so Meng Landwirtschaft.

Ziel der Regierung ist es, dass 2025 ein Fünftel der landwirtschaftlichen Flächen biologisch bewirtschaftet werden. Bisher ist das jedoch bei lediglich fünf Prozent der Fläche der Fall. Im März 2020 wurde ein Aktionsplan zum Thema Biolandwirtschaft veröffentlicht, der jedoch nicht viele konkrete Anhaltspunkte gab.


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