Festival: Hammersommer

Auch dieses Jahr geht es im Trierer Exhaus wieder rund: Metalcore und Hardcore-Fans erwartet das zehnte „Summerblast-Festival“.

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Emmure – amerikanischer Metalcore wie man ihn mag.

Sicherlich, der Sommer 2016 wird nicht jedem in guter Erinnerung bleiben: Miserables Wetter, Terrorangst, Trump-Angst und noch vieles mehr können einem die Stimmung ziemlich verhageln. Grund genug, mal ordentlich Druck abzulassen die schlechten Nachrichten wenigstens für ein paar Stunden zu verdrängen. Und was gäbe es da Besseres, als sich im Trierer Ex-Haus die volle Metal-Dröhnung zu holen und im Moshpit die Sorgen hinter sich zu lassen?

Denn das Trierer autonome Kulturzentrum weiß, wie man Metalcore-Fans glücklich macht, und zeigt das auch diesmal wieder. Das Line-Up dieses Jahres kann sich auf jeden Fall sehen – und hören – lassen. Ganz oben auf der Liste: Emmure. Die Metalcore-Combo aus New York gehört spätestens seit ihren ersten Touren im Jahre 2009 zu den großen Nummern im Geschäft. Ihr Stil, der sich trotz einiger moderner Einschläge doch sehr am klassischen Hardcore orientiert, schlägt Brücken zwischen den Musikstilen und stößt so auch auf szeneübergreifende Akzeptanz. Inzwischen hat die Combo – von deren Originalbesetzung eigentlich nur noch Sänger Frankie Palmeri übrig ist – 2014 ihr sechstes Album „Eternal Enemies“ herausgebracht und wird sicher auch live überzeugen.

Ein weiteres Schwergewicht aus den USA sind „Stick to Your Guns“. Auch wenn der Name das Gegenteil vermuten lässt: Die 2003 gegründete Metalcore-Band ist ein Gegner der liberalen Waffengesetze in den USA. Überhaupt sind ihre Texte eher sozialkritischer Natur während ihre Musik sich an den schon fast klassischen Hardcorebands à la Hatebreed orientiert. Etwas punkiger wird es mit den, ebenfalls aus den USA stammenden, Rockern von H2O. Ihr Hardcore-Punk der sich an Combos wie Rancid oder Sick of it All orientiert, ist jedenfalls alles andere als zu wässrig. Hinzu kommt noch, dass die Band seit Anfang der 1990er Jahre existiert, tourt und Platten veröffentlicht – was wohl für eine gewisse Qualität spricht.

Aus Australien stammt der nächste Headliner des Summerblast-Festivals: Deez Nuts. Der komische Name sollte nicht täuschen: Die Jungs haben Eier und sind stolz drauf. Passen damit zwar eher in die Kategorie Sauf- und Machorock, aber den Videos nach zu urteilen, nehmen sie sich nicht allzu (bier)ernst. Ebenfalls aus Australien kommen ihre Kollegen von I Killed the Prom Queen – mit denen sie sogar technisch verwandt sind: JJ Peters, der Frontmann von Deez Nuts, war ursprünglich Drummer der Ballfraumörderbande, bis diese sich 2007 auflösten. Schlussendlich kehrten sie, sehr zur Freude ihrer Fans im Jahre 2011 mit neuem Sänger zurück. Musikalisch fahren sie ein härteres Brett als ihre Landsleute und sind eher im Bereich Metalcore anzusiedeln.

I Killed the Prom Queen: Ein bisschen Emo, ein bisschen Metal, die Mischung macht’s.

I Killed the Prom Queen: Ein bisschen Emo, ein bisschen Metal, die Mischung macht’s.

Etwas klassischer sind die britischen Vertreter beim Festival unterwegs. Zum einen Broken Teeth, eine verhältnismäßig junge Band aus Manchester, die klingt, als hätte man Sepultura – ohne brasilianischen Akzent – aus den 1980er Jahren wieder zum Leben erweckt. Desolated, ebenfalls aus Großbritannien, spielen in einer ähnlichen Kategorie. Nur Casey sind die britische kulturelle Ausnahme – weniger Hardcore, mehr Melodien – natürlich abwechselnd mit ordentlich viel Emo-Gekreische!

Das ganze Line-Up, das am 20. August Trier-Nord zum Beben bringen wird, kann in diesen Zeilen nicht besprochen werden – nicht weniger als 19 verschiedene Combos werden auftreten, da ist mit Sicherheit für jeden was zum Abreagieren dabei.

Mehr Infos unter: 
www.summerblast-festival.de

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