Kriegs-Doku: Wenn Kinder zu Kriegsreportern werden

von | 05.06.2018

Am Mittwoch Abend wird im Ciné Utopia in Anwesenheit der Regisseurin Khadija Al-Salami ein Dokumentarfilm über den Bürgerkrieg im Jemen gezeigt.

© Kinepolis

Seit Beginn des Bürgerkriegs im Jemen im März 2015 befindet sich das Land im Süden der Arabischen Halbinsel in einer beispiellosen humanitären Notlage. Mehr als 10.000 Todesopfer gibt es bereits zu beklagen, zwei Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht. Besonders gefährdet sind Frauen und Kinder. Im Oktober 2017 setzte die Uno den Jemen auf eine schwarze Liste, mit der Staaten wegen der Verletzung der Kinderrechte in bewaffneten Konflikten gebrandmarkt werden. Ein Unicef-Bericht zeigte, dass zwei Millionen Kinder wegen des Krieges nicht zur Schule gehen können. 400.000 Kinder leiden an lebensbedrohlicher Mangelernährung. Die Lage droht sich weiter zuzuspitzen: Der Kampf um Hudaia, ebenjenem Hafen, durch den 80 Prozent der humanitären Hilfe in den Jemen gelangt, steht unmittelbar bevor. Zurzeit sind 18 Millionen Jemenit*innen auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen.

Weil sie sich machtlos gegenüber diesem Grauen fühlte, begab sich die in Paris lebende jemenitische Regisseurin Khadija Al-Salami zurück in ihr Heimatland. Leichter gesagt als getan, brauchte sie aufgrund des erschwerten Zugangs dafür doch ganze zwei Jahre. Nachdem diese Hürde überstanden war, gab sie drei Kindern eine Kamera, damit diese die Situation aus ihrer spezifischen Perspektive heraus dokumentieren.

Der so entstandene 52-minütige Film „Enfants reporters de guerre“ wird am Mittwoch, dem 6. Juni um 18.45 Uhr im Cine Utopia gezeigt. Im Anschluss findet eine Diskussionsrunde mit Al-Salami sowie dem ehemaligen französischen Botschafter im Jemen, Gilles Gauthier, statt. Die Hälfte der Einnahmen des Abends gehen an die Organisation Al Baradoni, welche die humanitären Aktionen von Al-Salami im Jemen unterstützt.

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