Niederlande: Banger Blick in die Antarktis

Ein Drittel des Gebiets der Niederlande liegt unterhalb des Meeresspiegels. Der Küstenschutz des Landes gilt daher als weltweit führend. Was jedoch, wenn der Klimawandel die Ozeane viel schneller anschwellen lässt, als es selbst das pessimistischste Szenario vorhergesehen hat? Eine Reportage über Bedrohungsszenarien und tägliche Routine.

Küstenschutz der modernsten Art: Bis ins Jahr 2050 wird der Deich renoviert und ausgebaut, der das Ijsselmeer von der Nordsee abtrennt. Ob er allerdings auch für die nicht absehbaren Folgen des Klimawandels ausreichend gerüstet sein wird, vermag niemand definitiv zu sagen. (Foto: Rijkswaterstaat)

Der König winkt einfach weiter, als ob gar nichts vorgefallen wäre. Vor ihm in der Gracht treiben 21 Klima-Aktivisten der Initiative „Extinction Rebellion“ in orangen Schwimmwesten im Wasser. Doch Willem Alexander lässt sich nicht vom Protokoll abbringen, auch wenn die Protestierenden ihm für einen Moment die Show gestohlen haben, am „koningsdag“, seinem Geburtstag. Ihr Banner bedeckt nun die Wand der Gracht. „The Oceans are rising, so are we: Willkommen in Amersfoort am Meer“, steht darauf. Amersfoort liegt etwa drei Meter über dem Meeresspiegel. Bis zur Küste sind es gut 80 Kilometer.

Dass die Niederlande, deren Gebiet zu einem Drittel unter Normalnull liegt, überflutet werden könnten – nun ja: müssen, wenn der Meeresspiegel stark steigt, ist jedem klar, der das Land einmal besucht hat. Das hat, neben der verheerenden Flutkatastrophe von 1953, dazu geführt, dass niederländische Deichingenieure heute als die besten der Welt gelten; eine von der Situation erzwungene Expertise. Wie reagiert man hier auf die unheilvollen Berichte vom immer schneller ansteigenden Meeresspiegel?

Einen guten Eindruck vermittelt das wohl ikonischste aller niederländischen Wasserschutz-Bauwerke: der Abschlussdeich, ein 32 Kilometer langer Damm, erbaut zwischen 1927 und 1932, der die zuvor tief ins Land einschneidende Zuiderzee von der Nordsee abtrennte und zum Ijsselmeer machte. Eine Lebensversicherung für die Anrainer-Provinzen, über die heute die Autobahn A7 führt.

Seit April ist der Abschlussdeich eine Baustelle. Nach gut 85 Jahren ist es Zeit ihn zu verstärken, findet die Infrastruktur-Behörde Rijkswaterstaat. Bis 2022 wird die gesamte Außenseite neu verkleidet. Jeweils zwei Sielschleusen und Pumpwerke werden installiert, um Wasser aus dem Ijssel- ins Wattenmeer ablassen oder pumpen zu können. „Die Renovierung hat drei Gründe“, erläutert Programm-Manager Joost van de Beek. „Das Alter des Deichs, der Anstieg des Meeresspiegels und unsere Sicherheitsnormen: als er gebaut wurde, gab es noch keine. Jetzt werden sie immer strenger.“

Auf der A7 bekommt man ein Bild vom Umfang dieses Projekts. Hinten, an der friesischen Seite, haben Bagger und Kräne schon mit den Arbeiten begonnen. Auf halbem Weg liegt ein Vorratslager, hinter dessen Zaun ganze Wälle aus Verstärkungselementen aufgebaut sind. „50.000 Quadratmeter Steine“, so Joost van de Beek. Daneben ist bergeweise Sand angehäuft, es finden sich zahlreiche Baracken für die Arbeiter. Bagger verladen Material, das mit Booten und LKWs zum Einsatzort gebracht wird.

„The oceans are rising, so are we!“

In seinem eigens errichteten Büro in Den Oever zeigt Van de Beek per Laptop die Details der Renovierung. Zuerst wird der Deich zwei Meter erhöht, mit Sand verbreitert und mit Steinen abgesichert. Dann folgt die neue Außenverkleidung: unten liegen 75.000 Betonbrocken, Spezialanfertigungen von etwa anderthalb Metern Höhe und sechseinhalb Tonnen Gewicht. In ihrer Mitte ist jeweils ein Hohlraum, durch den Wasser, das die Steine überspült, wieder nach unten strömen kann. „Damit arbeiten wir der natürlichen Neigung des Wassers entgegen, Dinge nach oben zu treiben.”

Im oberen Teil des Deichs sollen andere Betonelemente die Außenverkleidung bilden. Sie bestehen aus vier aneinandergegossenen Teilen. Der Zwischenraum ist gerippt, um die Kraft der Wellen zu brechen. „Bei einem Supersturm käme das Wasser bis hierher“ – Joost van de Beek weist auf die halbe Höhe des Deich-Modells. „Wäre diese Fläche glatt, würde das Meer darüber hinwegschlagen.“

Die Darstellungen an der Wand des Büroraums zeigen, welche Register in diesem Land beim Küstenschutz gezogen werden. Natürlich macht die Erfahrung selbstsicher. „Wir sind diese Umstände seit Jahrhunderten gewohnt. Und alle zwölf Jahre werden die Deiche gesetzlich überprüft“, so Van de Beek, der in Lelystad wohnt, der Hauptstadt der Provinz Flevoland. Die Fläche, auf der sie erbaut worden ist, wurde einst dem Ijsselmeer abgerungen und nach dem Wasserminister Cornelis Lely benannt, der als Vater des Abschlussdeichs gilt.

Lelys Nachkommen verfolgen heute einen Ansatz namens „adaptives Deltamanagement“. „Wir gehen schrittweise vor: Erst machen wir den Deich bis 2050 beständig, danach schätzen wir die Lage neu ein. Das meteorologische Institut geht bis dahin von 35 Zentimeter Seespiegel-
anstieg aus”, erklärt Van de Beek. „Sollten es 50 Zentimeter werden, müssen wir den Deich anpassen.“ Und wenn diese Strategie in Zukunft nicht mehr ausreicht? „Wir haben genug Wissen, um die Deiche weiter zu erhöhen. Technisch ist alles möglich. Nur die Kosten werden natürlich steigen.”

Freilich teilen nicht alle dieses Vertrauen. Im Februar fragt Lammert van Raan, Abgeordneter der „Partij voor de Dieren“ (Partei für die Tiere), im Parlament in Den Haag nach, wie die Regierung sich auf einen möglichen schnelleren Anstieg des Meeresspiegels vorzubereiten gedenkt. Der Anlass: eine TV-Dokumentation über die Oosterscheldekering im Südwesten des Landes, eines Teils der legendären Delta-Werke. Ingenieur Frank Spaargaren bekennt darin, sein Bauwerk sei für einen um 40 Zentimeter erhöhten Meeresspiegel konzipiert: „Bei einem Meter Anstieg kann man es vergessen.“

Kurz nach Ausstrahlung der Sendung erhalten die Abgeordneten einen Brief von Cora van Nieuwenhuizen, der Ministerin für Infrastruktur und Wasser. Der Inhalt des Schreibens ist ambivalent: Die Niederlande seien „das sicherste Delta der Welt“, dank des gesetzlich vorgeschriebenen Küstenschutzes, dem „Delta-Programm“. Zugleich räumt die Ministerin ein, ein schnellerer Anstieg werde erst nach 2050 bemerkbar. Was die langfristige Perspektive betrifft, gebe es „extrem große Unsicherheiten“, die es zu reduzieren gelte – gerade hinsichtlich der Entwicklungen in der Antarktis.

„Wir werden in den Niederlanden auf jeden Fall knallhart mit den Folgen des Klimawandels zu tun haben“: Wasserbauer Rob Bakker überwacht die Verstärkung des Deichs auf der Insel Texel. (Foto: Tobias Müller)

Der Glaziologe Michiel Helsen, Dozent an der Hochschule Rotterdam, hat einen guten Einblick in dieses Thema, und sein Fazit ist nicht beruhigend. Im Winter gehörte er zu jenen Wissenschaftlern, die in der Zeitschrift „Vrij Nederland“ kritisierten, die Niederlande hätten „keinen Plan B“, falls das Wasser schneller steige. Helsen wird dort zitiert: „Ist es noch verantwortbar, unter Normalnull zu wohnen? Langfristig kann es sein, dass wir den Westen der Niederlande nicht halten können.“ Er plädiert für eine Debatte, „an welchen Teilen des Landes man zu welchem Preis festhält.“

„Wir haben genug Wissen, um die Deiche weiter zu erhöhen. Technisch ist alles möglich.”

Gefragt, ob er seine Einschätzung an einer konkreten Entwicklung illustrieren kann, schlägt Helsen die Maeslantkering vor, ein Sperrwerk bei Hoek van Holland, unweit des Rotterdamer Hafens gelegen. Es ist der nördlichste Teil der Delta-Werke, die nach der Katastrophe von 1953 zum Schutz der Provinzen Süd-Holland und Seeland errichtet wurden: zwei computergesteuerte Türen, je 210 Meter breit, 22 Meter hoch und 15 Meter tief, die bei einem Wasserstand von drei Metern geschlossen werden. Einer Million Menschen im Metropolengebiet sollen sie im Fall einer Sturmflut die Füße trocken halten.

Michiel Helsen ist kein finsterer Untergangsprophet, sondern ein jugendlich wirkender Wissenschaftler von Anfang 40, der einst aus Faszination für Eis und Gletscher sein Fachgebiet wählte. Warum drängt er nun mit drastischen Worten zu der Debatte, gegebenenfalls einen Teil der Niederlande aufzugeben? „Die Dringlichkeit kommt daher, dass wir viel über Klimaschutz-Maßnahmen reden, weil die Niederlande sehr niedrig liegen – aber kaum darüber, dass es schiefgehen kann, etwa weil wir die Ziele des Paris-Abkommens nicht einhalten.“

Von der Fensterfront fällt der Blick auf die gigantischen Flügeltüren, zwischen denen der Nieuwe Waterweg, die Verlängerung des Rheins, die letzten Meter zur Nordsee zurücklegt. Konzipiert wurde das Sperrwerk für eine Periode von 100 Jahren. Als es in den 1990er-Jahren erbaut wurde, erwartete man, dass es alle zehn Jahre in Funktion treten müsse. Bei einem höheren Meeresspiegel wäre das häufiger der Fall: dreimal im Jahr bei einem Anstieg von einem Meter, 30-mal bei anderthalb Metern. Das hätte schwerwiegende Folgen: „Wohin dann mit dem Wasser aus dem Fluss, das nicht zur See abfließen kann?“, gibt der Wissenschaftler zu bedenken. „Man bekäme einen Staudamm-Effekt, aber auf der falschen Seite.“

Es ist eine unwirkliche Szenerie: da springt eine Grundschulklasse fröhlich zwischen Infotafeln umher, eine neue Generation Niederländer, die aufwachsen werden mit dieser Bedrohung, die immer im Konjunktiv gedacht wird. Und Michiel Helsen sagt: „Wenn die Erde sich weiter aufwärmt, wenn die großen Eiskappen schmelzen, so gut wie alles Eis auf Grönland und ein Großteil der West-
antarktis, kann das einen Anstieg von zehn Metern verursachen. Dann bleibt von den Niederlanden nicht viel übrig. Gerade vom Westen, wo die meisten Menschen wohnen und die Wirtschaft angesiedelt ist.”

„Langfristig kann es sein, dass wir den Westen der Niederlande nicht halten können.“

Vor einem Meeresspiegel, der nach 2050 viel heftiger steigen könnte, warnt auch das renommierte niederländische Forschungsinstitut „Deltares“. Helsen teilt diese Sorge. „Eiskappen haben eine komplizierte Dynamik. Wenn Eis, wie es in der Antarktis oft der Fall ist, ins Meer strömt oder ins Treiben gerät, kann es viel schneller schmelzen als an Land, vor allem, wenn das Wasser wärmer ist. Weil diese Prozesse so komplex sind, ist die Entwicklung schwer vorherzusagen. Aber wir sehen, dass Prognosen in Berichten des IPCC [der sog. „Weltklimarat“; Anm. d. Red.] bisher meist zu vorsichtig waren und korrigiert wurden.“

An der Rotterdamer Hochschule, wo Helsen für die Ausbildung von Geographie-Lehrern zuständig ist, gibt er derzeit einen Kurs namens „Global Change“ zum Thema Klimawandel. Auch die prekäre Situation der Niederlande kommt dort zur Sprache. In der Vergangenheit hat er sich gewundert, wenn Studenten die Gefährdung nicht als konkret wahrgenommen haben. Seit diesem Frühjahr der Klimaproteste hat sich dies geändert. „Sie realisieren nun, dass dies sie selbst betreffen wird.“

Ähnliches hört auch Rob Bakker zurzeit öfter von seinen drei Kindern im Teenageralter, wenn das Thema Klimawandel in der Schule behandelt wird. Er selbst beschäftigt sich damit, das Land auf die Folgen vorzubereiten und vor der Flut zu schützen. „Ich bin Wasserbauer“, sagt der 48-Jährige über seinen Beruf. Überall im Land ist er im Einsatz. Eine Arbeit, auf die er stolz ist, der eigenen Erfahrung und Expertise bewusst.

Seit drei Jahren hat Rob Bakker jedoch auch ein ‚Heimspiel‘. Was bedeutet, dass er von April bis Oktober die Deichverstärkung auf Texel begutachtet, die Anfang 2020 abgeschlossen sein soll. Auf der Insel im Wattenmeer hat Bakker fast sein ganzes Leben verbracht. Seine Eltern erlebten hier die Flut von 1953, die auch auf Texel Todesopfer forderte. Beim schweren Sturm von 1976 war er noch ein Kind. „Damals wurde hier evakuiert, weil die Deiche zu brechen drohten.“

Aus dem Fenster seines Dienstautos blickt er auf die Polder im Osten der Insel, an der Wattenmeer-Seite. Für die Touristen auf ihren Fahrrädern gehören Bagger derzeit genauso zu Texel wie ihre sprichwörtlichen Schafe. An einem freien Tag hat sich Rob Bakker Zeit für eine Tour genommen, um den neuesten Stand des Küstenschutzes zu zeigen: Steine unter der Asphaltdecke des Deichs erneuern, Kleiboden durch Asphalt ersetzen, die Krone mit neuem Klei [entwässerter Schlick; Anm. d. Red.] bedecken, „erosionsbeständig und sehr fett, damit auch eine Welle, die über die Krone geht, den Deich nicht angreift“.

Megabaustelle Abschlussdamm: Auf einer Länge von 32 Kilometern werden 50.000 Quadratmeter Steine und bergeweise Sand verbaut. Erst dann wird mit der neuen Außenverkleidung begonnen. (Foto: Rijkswaterstaat)

Ganz im Süden wird Texel zur Großbaustelle. Auch hier regieren Bagger und Sandhaufen das Bild. An einer Stelle saniert man den Deich komplett, um ihn zugleich zweieinhalb Meter zu erhöhen. Im nächsten Abschnitt wurde gar eine neue Dünenreihe vorgelagert, aufgespritzt mit Hochdruckgeräten. Die riesigen braunen Rohre, die dazu verwendet wurden, sind demontiert und warten nun auf dem neu geschaffenen Strand auf ihren Abtransport. „Fünfeinhalb Millionen Kubikmeter Sand waren das“, weiß Bakker. „Die Dünen können mit dem Meeresspiegel mitwachsen, wenn man in Abständen etwas Sand zufügt.“

Mit welcher Höhe man hier auf Texel rechnet? „Dreißig Zentimeter innerhalb der nächsten 50 Jahre. Dazu zehn Zentimeter Bodensenkung, und etwas höhere Wellen.“ Für Rob Bakker ist so etwas ein „Entwurfshorizont“. Darüber, die Küste irgendwann aufzugeben, denkt er nicht nach. Wohl hat er den Artikel, in dem Michiel Helsen seine Warnung ausspricht, interessiert gelesen. „Wir werden in den Niederlanden auf jeden Fall knallhart damit zu tun haben. Deswegen ist es gut, dass eine Diskussion beginnt.“

Es mag am Inselwind liegen, dass die Worte des Wasserbauers schon ein paar Kilometer weiter nördlich kaum ein Echo hervorrufen. In Den Burg, dem winzigen Zentrum Texels, herrscht am nächsten Morgen reger Betrieb. Die Maiferien gehen zu Ende, und trotz kühler Temperaturen sitzt die Hälfte der Dorfeinwohner draußen in der noch schwachen Morgensonne. Fragt man Bewohner der Insel, ob sie sich wegen des steigenden Meeresspiegels sorgen, hört man drei Arten von Reaktionen: Entweder: „Ach wo, die Deiche schützen uns doch!“ Oder: „Also wirklich nicht! Das Meer und seine Gefahr waren immer da. Das sind wir gewöhnt.“ Die dritte Reaktion: Lachen.

„Wenn das Wasser kommt, dann nach Oudeschild an der Wattenseite”, sagt Jenni Eilers, die in einem Sportgeschäft an der Kasse steht. „Wenn es doch bis Den Burg kommt, bin ich eben weg. Aber die Deiche sind gut in Schuss. Gerade werden sie ja auch wieder verstärkt.“ Ein Verkäufer im Laden ist der einzige, der sich an diesem Morgen nachdenklich zeigt. Der 38-jährige Mann will anonym bleiben, als schäme er sich für seine Minderheiten-Meinung. „Natürlich steigt das Wasser. Und es ist kein Unsinn, dass das Eis schmilzt.“

„Na klar kommen die Holländer dann zu uns, wo sollen sie sonst hin?“

Seine Zukunft sieht er trotzdem auf Texel. Die Küste aufzugeben, findet er keine realistische Option. „Schon weil dort Amsterdam und Rotterdam liegen, die sich selbst wichtiger finden als den ganzen Rest des Landes.“ Im Falle eines Falles aber würde er seine Insel verlassen. Wohin? „Irgendwohin, wo es besser ist, nach Deutschland oder vielleicht nach Dänemark. Man flüchtet ja schließlich nicht zum Spaß!“

Durch die Einkaufsstraße flanieren an diesem Samstag auch zahlreiche deutsche Touristen. Wer in Nordrhein-Westfalen aufwächst, landet meist früher oder später als Urlauber auf Texel. Der Essener Axel Meinecke und Andreas Hühnerfeld aus Bielefeld, alte Freunde, denen auch im Rentenalter die Kapuzenpullis wie angegossen sitzen, sind schon um die 50 Mal hier gewesen. Wie stehen sie zur Zukunft ihrer geliebten Insel?

„Irgendwann dachte ich, mir hier ein Häuschen zuzulegen, als die noch erschwinglich waren”, sagt Andreas Hühnerfeld. „Aber dass es dann irgendwann unter Wasser stehen würde, war einer der Gründe die mich abhielten.“ Axel Meinecke ergänzt: „Ich habe neulich wieder gelesen, die Arktis wird eisfrei. Und irgendwo muss das Wasser ja hin. Dann wird man bestimmte Gebiete wohl aufgeben müssen.“

Den Urlaub vermiest ihnen diese Erkenntnis nicht. Immerhin haben sie in vielen Jahrzehnten Land und Leute so liebgewonnen, dass sie, wenn es so weit kommt, für eine humane Flüchtlingspolitik wären. „Na klar kommen die Holländer dann zu uns, wo sollen sie sonst hin? Ist ja auch okay, im Sauerland sind sie doch schon“, sagt Hühnerfeld grinsend. Sein Freund verabschiedet sich mit einer letzten Prognose in Richtung Café. „Man wird sie sicher willkommen heißen. Sie bringen schließlich Geld mit.“

Tobias Müller berichtet für die woxx vorwiegend aus Belgien und den Niederlanden. Er lebt in Amsterdam.

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