Der lange Weg bis zur Ausgleichszahlung: Schuld ist das System

Drei Monate mit der Hälfte des Gehalts leben? Das soll für viele, die auf Ausgleichszahlungen der Adem warten, Realität sein. Arbeitsminister Dan Kersch erwähnt Vorschüsse der Adem.

Der LSAP-Abgeordnete Mars Di Bartolomeo weist in seiner parlamentarischen Anfrage an seinen Parteikollegen und Arbeitsminister Dan Kersch auf die prekäre Situation von Arbeitnehmer*innen hin, die nach einer firmeninternen beruflichen Neuorientierung auf Ausgleichszahlungen der Adem warten. Die Ausgleichszahlung kommt denjenigen zugute, die aus gesundheitlichen oder physischen Gründen ihrer eigentlichen Tätigkeit im Betrieb nicht mehr nachgehen können und in ihrer neuen Funktion weniger verdienen als bisher. Die Betroffenen, so Di Bartolomeo, müssten teilweise monatelang mit der Hälfte ihres Gehalts auskommen, die ihnen von ihren Arbeitgeber*innen ausbezahlt wird. mehr lesen / lire plus

Zahlen, bitte!

Vor der Sommerpause widmet sich das Monatsmagazin forum jenem Thema, über das ungern gesprochen wird, obwohl es die Welt regiert: dem Geld. Nach einer Eskapade mit lockerem Layout im Vierfarbdruck für die Wahl-Spezialausgabe erscheint forum, zumindest vorerst, wieder in der gewohnten Bleiwüstenoptik. Das sollte jedoch niemanden vom Inhalt abschrecken, der ist nämlich äußerst lesenswert. Das Dossier zu Geld bietet Einblicke in die Ideen- und Begriffsgeschichte des Zahlungsmittels, ein Interview mit Finanzminister Pierre Gramegna zur Zukunft des Finanzplatzes und einige Beiträge zu bargeldlosen Zahlungsmitteln, sowohl in der gewohnten Form von Plastikkarten als auch zu Kryptowährungen und Blockchain. Klimawandel-Botschafter Marc Bichler beschreibt die luxemburgische Perspektive auf nachhaltige Finanzgeschäfte, während Max Hilbert die Vorzüge einer Regionalwährung wie dem Beki erklärt. mehr lesen / lire plus

Finanzkrise: Zinsen sind Gift

Es ist eine eigenwillige Analyse von Wachstumswahn, Krisen und Ungleichheit, die der deutsche Experte Steffen Henke nächste Woche im Finanzparadies Luxemburg vorstellen wird.

1322n Fliessgeld Freigeld1Was hilft gegen die Finanzkrise? Wachstum, dozieren neoliberale Wirtschaftsexperten, für das die Wettbewerbsfähigkeit verbessert werden muss. Falsch, sagen ihre keynesianischen Widersacher und wollen statt des Angebots die Nachfrage stärken, mit einem großen Ziel … Wachstum! Vor dem Hintergrund dieses befremdlichen Konsenses nimmt sich das, was der deutsche Experte Steffen Henke vorschlägt, revolutionär aus: Ein Finanzsystem ohne Wachstumszwang, in dem das Geld den Menschen dient, statt sie zu versklaven. Am 12. Juni wird er mittags in der Maison de l’Europe und abends in Beckerich seine Sicht der Dinge vorstellen (Details). mehr lesen / lire plus

BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN: Geld gegen Krise

Eine Lösung für die Armuts- und Systemkrise oder eine Utopie, die zur Überwindung des Systems anspornt? Das Grundeinkommen führt auch in Luxemburg zu Debatten, bei denen sich beide Aspekte vermischen.

Geld, das vom Himmel fällt? (Foto: Hans-Jörg Walter)

„Mehr Fragen als Antworten“, so lautete das Fazit der Moderatorin Caroline Mart beim Rundtischgespräch über das Grundeinkommen am vergangenen Montag. Dass die Veranstaltung auf viele Zuschauer tatsächlich eher verunsichernd als erhellend wirkte, mag glühende Anhänger des bedingungslosen Grundeinkommens enttäuscht haben. Doch das Interessante an der Debatte ist ja nicht, ob man dafür oder dagegen ist und welche technischen Schwierigkeiten einer Einführung entgegenstehen, sondern die Beschäftigung mit dem Thema an sich. mehr lesen / lire plus

WIDER DIE SYSTEMKRISE: „Eine neue, große Erzählung“

Zur Person:
Charles Eisenstein (46) ist ein Suchender. Und einer, der weitergibt, was er gefunden hat: durch seine Konferenzen und Bücher. Der studierte Mathematiker und Philosoph sagt von sich selber, die Entwicklung von Verstand und Intellekt habe ihn nicht näher an irgendeine ihm wichtige Wahrheit gebracht. Als Dreißigjähriger erlebte er – auf persönlicher Ebene – dass eine Krise auch ein Neuanfang sein kann. Heute ist der US-Amerikaner Teil einer neuen Generation fortschrittlicher Intellektueller, die versuchen, ökologische und ökonomische Theorien mit einem Bewusstseinswandel zusammenzudenken. Sein Buch „Sacred Economics“ zeichnet die Wirtschaftsgeschichte von der „gift economy“ bis zum Finanzkapitalismus nach. Und erklärt, wie man aus dem Teufelskreis von Wachstum, Ausbeutung der natürlichen Ressourcen und menschlicher Verarmung ausbrechen kann.

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