Kultursektor: Dubai 2020 ist nicht …

… zumindest nicht, wenn es nach dem Kunstkollektiv Richtung 22 geht. Das versucht mit Protesten, offenen Briefen und einem Theaterstück, die luxemburgische Kunstszene von der Weltausstellung in Dubai fernzuhalten.

An den Fenstern des Kulturministeriums kleben Ausdrucke. Es sind offene Briefe, die das Kunstkollektiv Richtung 22 an Kulturministerin Sam Tanson und an den Direktor der Focuna (Fonds culturel national), Jo Kox, richtet. Das Kollektiv fordert beide Instanzen in den Briefen auf, sich selbst und Kunst aus Luxemburg aus der nationalen Beteiligung an der Weltausstellung in Dubai 2020 herauszuhalten. Bereits letzte Woche hatte das Kollektiv seinem Missmut mit einer Aktion auf der „Stäreplaz“ Luft gemacht und den Rückzug des Kunstsektors aus dem Pavillon verlangt. mehr lesen / lire plus

Dubai-Pavillon: alles öko, oder?

Nachhaltigkeit soll ein Hauptmerkmal der Luxemburger Beteiligung an der Expo 2020 in Dubai sein – doch der Begriff wird von den Organisator*innen arg gedehnt.

Luxemburg als Raumfahrtnation. © jangled nerves

Nach der Pressevorstellung des Dubai-Projekts vergangene Woche haben wir in einem ersten Beitrag die Aspekte Kostenpunkt und Menschenrechte analysiert. Doch was ist mit der Nachhaltigkeit? Unter den sechs in der Luxemburger Broschüre zur Expo aufgelisteten Schlüsselbotschaften steht sie an zweiter Stelle, für die Verantwortlichen in Dubai ist sie gar eins der drei Hauptthemen. Die beiden anderen sind „Opportunity“ und „Mobility“. Das gesamte Ausstellungsgelände ist entsprechend in drei Zonen unterteilt.

Dass Luxemburg, angesichts der versäumten Hausaufgaben sich entschieden hat, nicht mit seiner Mobilität zu werben, ist verständlich, doch leider hat man sich auch gegen die „Sustainability“ als Hauptthema entschieden – und für die „Opportunity“, die als eine Art „Entwicklungschancen für alle“ definiert wird. mehr lesen / lire plus

Culture : KEP sur le nation branding !

Dans le chapitre de l’accord de coalition dédié à la culture, peu de nouveau, si ce n’est la création d’une agence et une nouvelle profession de foi envers le nation branding.

Le préambule aux mesures concrètes se lit comme un amas de « best practices », dont certaines sont presque copiées-collées du plan de développement culturel présenté un peu à la va-vite à la fin de la dernière législature. Ainsi, il y est question de « droits culturels », de « politique culturelle inclusive », de « processus ouverts et interactifs » – bref c’est un peu Noël avant l’heure. La seule chose difficile à comprendre est la formulation suivante concernant le KEP : « Le KEP 1.0 sera analysé afin d’identifier les mesures à transposer immédiatement, respectivement à court terme et à moyen terme et les moyens nécessaires en vue de sa transposition seront mis à disposition ». mehr lesen / lire plus

Roland Meyer: Sex, Drugs und Nation Branding

„Wenn immer alles so einfach wäre“ – Der neue Roman von Roland Meyer sprengt so ziemlich alle Erwartungen.

Kann ein Roman, der mit einem Radiohead-Zitat beginnt, schlecht sein? Eigentlich nicht, und doch wurde Roland Meyers Buch „Wenn immer alles so einfach wäre“ in der hiesigen Rezensionshitparade ein paar Mal nach hinten verschoben: Zu sperrig der Titel, zu hoch die Seitenzahl und zu klein die Zuversicht, dass es sich bei diesem luxemburgischen Roman wirklich um eine Entdeckung handeln könnte. Also eher die Kategorie „Sommerloch-Not-Lückenfüller“.

Durch einen 100,7-Beitrag, der das Buch in den höchsten Tönen lobte, neugierig geworden, dann ein erstes Rumblättern. Nach 10 bis 20 Seiten schwindet langsam das Gefühl, man lese den x-ten Versuch eines hiesigen Grundschullehrers, seinen verstaubten Vorbildern nachzuäffen. mehr lesen / lire plus

Große Zukunft für Luxemburg: Provinz-Visionen

Wie Luxemburg von den technologischen Umbrüchen profitieren könnte, steht in der Rifkin-Studie. Ob wir wohl wirklich dafür bereit sind?

„Let’s make it happen!“, so lautet der im Oktober 2016 vorgestellte Slogan, mit dem die „Marke Luxemburg“ beworben werden soll. Aber was soll eigentlich geschehen? Luxemburg wird, so erfuhr man im Rahmen der Rifkin-Studie einen Monat später, das erste Land sein, das die Dritte industrielle Revolution vollzieht. Warum gerade wir? Weil das Modell Luxemburg auf den Werten Offenheit, Zuverlässigkeit und Dynamik beruht – wie im Rahmen des „Nation Branding“ ebenfalls betont wird.

Eine halbe Million Euro bekam Jeremy Rifkin von der Regierung, um seine globale Zukunftsvision auf Luxemburg herunterzubrechen: Das Modell der „Silicon Valleys“ – Wirtschaftsboom dank Forschung und Hightech – sei passé, so der amerikanische Ökonom. mehr lesen / lire plus

Kollaboration: Et geet net duer

Mit dem Artuso-Bericht ist der nationale Mythos von der luxemburgischen Resistenz auch öffentlich gebrochen. Während Kulturschaffende die in Frage gestellte Vergangenheit zu ihrem Thema machen, lässt es die Regierung jedoch an Schlussfolgerungen fehlen und bietet damit Raum für Abwehrmechanismen.

(Foto: Ricardo Vaz Palma)

(Foto: Ricardo Vaz Palma)

„Zuverlässigkeit, Dynamik und Offenheit“ schreibt sich die Luxemburger Regierung bei ihrem Nation Branding auf die Fahnen. Klar, dass die neue Werbebotschaft prompt durch den Kakao gezogen wurde, zu offensichtlich ist die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Verflogen ist die Aufbruchsstimmung nach Antritt der Regierung, positive Botschaften von Geschlossenheit sollen dies nun überdecken. Und die fortgesetzte konfliktträchtige Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist nun mal kein Gewinnerthema. mehr lesen / lire plus