LITERATUR: „Arg geheimatet“

Ein Elefant will er sein in der deutschen Literaturszene. Unerwartet und doch zielstrebig kommt der luxemburgische Autor Guy Helminger so zum Erfolg.

Auf dem Weg nach vorn: Guy Helminger blickt optimistisch
in die Zukunft.

Das Interview sollte stattfinden in einem Haus, das nicht seins ist, in einem etwas abgelegenen luxemburgischen Dorf, in dem der Autor eigentlich nicht wohnt. Vor der angegebenen Adresse kehrt ein älterer Mann Laub vom Bürgersteig. Hier gäbe es keinen Guy Helminger und es kommt einem vor, als sei man zum Nordpol gereist, nur um dort zu hören, der Weihnachtsmann sei eben verzogen. Es fängt an zu regnen, der Kies färbt sich schwarz. mehr lesen / lire plus

COEN-BRÜDER: The Ladykillers

Im Utopolis und im Orion

Was ist nur in die Coen-Brüder gefahren? Die sonst für ihren skurrilen Humor bekannten Filmemacher liefern einen schwachen Abklatsch des fast 50 Jahre alten Alec-Guinness-Klassikers. Dem Streifen fehlt es an Charme, die Witze sind platt, und die Schauspieler bieten – inklusive Tom Hanks, aber außer Irma P. Hall – Genre-Stereotypen. Nach diesem überflüssigen Remake brauchen die Coens dringend eine Frischzellenkur. mehr lesen / lire plus

FEJERMAN: Mama ist lesbisch

Hauptsache Happy End, das ist die Devise der Komödie „A mi madre le gustan las mujeres“. Leider gerät dabei das nicht so komische Thema – Töchterreaktionen auf ein mütterliches Coming-Out – etwas unter die Räder.

Wie sag ich’s meinen Töchtern: Vor allem Sensibelchen Elvira (Leonor Watling) möchte nicht akzeptieren, dass Mutter Sofia (Rosa Maria Sardà) eine Frau liebt.

Jung, modern und weltoffen – so sehen sich Elvira, Jimena und Sol am liebsten. Ihr Selbstbild gerät ins Wanken, als Mutter Sofia (Rosa Maria Sardà), berühmte und geschiedene Pianistin, ihnen zum Geburtstag ihre neue Flamme vorstellt: Eliska (Eliska Sirová) kommt aus Tschechien, ist halb so alt wie Sofia – und eine Frau. mehr lesen / lire plus

ROLAND SCHAULS: Cherchez l’artiste!

Centre culturel de rencontre Abbaye de Neumünster

Une gigantesque galerie de portraits déferle devant les yeux du spectateur au Centre culturel de rencontre Abbaye de Neumünster, juxtaposant 504 tableaux sur une surface de cent mètres carrés. Cette „Portrait Society“, réalisée par l’artiste luxembourgeois Roland Schauls (qui vit et travaille à Stuttgart) met côte à côte non pas des rois, des hommes politiques ou des musiciens mais des peintres. L’´uvre, réalisée entre 1995 et 1998 et inspirée de la fameuse collection d’autoportraits des Offices de Florence, dont Schauls a donné une réinterprétation personnelle, se veut un hommage à tous les peintres de l’histoire de l’art occidentale. mehr lesen / lire plus

WAHLEN: Weder lechts noch rinks

Rechtsruck?
Linksruck?
Alle wollen nur zur Mitte.

Stimmenverluste für DP und ADR, Stimmengewinne für LSAP und Grüne. Erdrutschsieg für die CSV, Eliminierung von Linken und KP. Was wollte die Wählerschaft uns mit diesem Resultat sagen? Das Kräfteverhältnis, so belegt Romain Hilgert im Lëtzebuerger Land, habe sich leicht zugunsten der Linken verschoben. Unterm Strich sei eine leichte Stärkung der Linksparteien zu verzeichnen, auch wenn die Rechte mit 62 Prozent weiterhin eine überwältigende Mehrheit stelle. Allerdings: Mit ihrem Resultat liegt im Marienland die Rechte immerhin noch sehr nah an den traumhaften 64 Prozent von 1999, und die Linke genauso nah an ihrem historischen Tiefstand von damals. mehr lesen / lire plus

GEWERKSCHAFTEN: Im eigenen Saft

Die Arcelor- Umstrukturierung zeigt: Den Luxemburger Gewerkschaften bläst der Wind der Globalisierung ins Gesicht. Noch kann der Stellenabbau kompensiert werden – noch.

„Wir haben auf der ganzen Linie gewonnen.“ OGBL-Präsident John Castegnaro zeigte sich bereits nach der Stahl-Tripartite am 10. Juni als Matchwinner. Der von der Arcelor geplante Abbau von 500 Stellen in Luxemburg kann unter anderem damit kompensiert werden, dass die Vorruhestandsregelung auf die Jahrgänge 1948 bis 1951 ausgedehnt wird. „Es wird niemand entlassen“, hatte Premierminister Jean-Claude Juncker bereits im Frühjahr die um ihre Jobs bangende Belegschaft beschwichtigt, nachdem der Stahlkonzern sein Umstrukturierungsprogramm „Lux 2006“ bekannt gemacht hatte. Der Staat kann also den Stellenabbau mit sozialen Maßnahmen abfedern. mehr lesen / lire plus