Telefoniere und tu Gutes!

Galaxy Note 7: 187.500 Tonnen Ressourcen

Diese Menge an Rohstoffen landet im Müll, wenn die 2,5 Millionen von Samsung zurückgezogenen Smartphones nicht fachgerecht entsorgt werden, so eine Schätzung des Portals Heise.de. Verständlich ist, dass der Konzern das Modell Note 7, das mit seinem explosionsgefährdeten Akku dem Image geschadet hat, so schnell wie möglich vergessen machen will. Doch über die geplante Entsorgung sei nichts bekannt – obwohl in die Herstellung jedes Handys etwa 75 Kilogramm Rohstoffe eingeflossen sind, so die Überlegung auf Heise.de. Auch Greenpeace Deutschland fordert Samsung auf, die Geräte nicht einfach wegzuschmeißen. Insbesondere sollten wertvolle Materialien wie Gold, Silber, Kobalt und Wolfram fachgerecht wiedergewonnen werden. Heise.de geht weiter und schlägt vor, möglichst viele Komponenten wiederzuverwenden: Aus den Displays könne man VR-Brillen herstellen, aus den Mainboards Set-Top-Boxen. Klar ist eines: Wäre das Galaxy Note 7 ein modulares Handy, so ließe es sich leichter entsorgen und wiederverwenden, ja, es würde sogar reichen, einfach die explosionsgefährdeten Akkus gegen sichere einzutauschen.

 

 

 

Telefoniere und tu Gutes!

Die Zukunft des Fairphone-Projekts sieht günstig aus: Ende Oktober wurde die Firma mit dem deutschen Umweltpreis ausgezeichnet – das bedeutet 250.000 Euro in bar und ein Foto mit Bundespräsident Joachim Gauck. Wie Heise.de ebenfalls berichtet, trägt das Fairphone 2 seit Anfang November das Nachhaltigkeitssiegel „Blauer Engel“. Es ist damit das erste Mobiltelefon überhaupt, das die 2013 aufgestellten Anforderungen erfüllt, die sowohl die Umweltbelastung als auch soziale und Nachhaltigkeitsaspekte betreffen. Dass die Modularität umfassend zu dieser Nachhaltigkeit beiträgt, bestätigt auch eine Bewertung des Fairphone 2 bei seiner Markteinführung: „iFixit.com“, eine Website, die Hilfe zur Selbsthilfe beim Reparieren anbietet, hat dem Gerät zehn von zehn Punkten in der Rubrik Reparierbarkeit gegeben. Statt mit Lötkontakten, Spezialschrauben und zerbrechlichen Steckern ist das Fairphone 2 so zusammengebaut, dass es sich mit einfachem Werkzeug weitgehend zerlegen lässt. Interessant sind die im Internet laufenden Diskussionen über ein eventuelles Fairphone 3: Manche Interessenten wünschen sich in naher Zukunft ein neues, besseres Modell. Andere dagegen finden, Modellwechsel stehe eigentlich im Widerspruch zum Nachhaltigkeitsanspruch des Projekts. Es wird spannend sein, zu sehen, wie weit sich das aktuelle Gerät mit neuen Modulen aufrüsten lässt und so einen raschen Modellwechsel unnötig macht oder zumindest verzögert.

 

 

 

 


Integriertes Handy, nachhaltige Module

Erste Testberichte der „Lenovo Moto Z“-Produktlinie und der mittlerweile vier Module liegen jetzt vor – und sind eher durchwachsen. „Wir sind beeindruckt, wie gut die Moto Module funktionieren“, liest man auf der Website Stuff.tv. Allerdings seien sie recht teuer und zeigten auch Schwächen. So sei die Qualität des Hasselblad-Zooms zwar erstklassig, der eingebaute Sensor aber nur Mittelklasse. Beim Beamer-Modul bemängelt Stuff.tv die kurze Laufzeit und die schwache Auflösung. Interessant dürfte das Konzept vor allem für Nutzer sein, die sowieso eines oder mehrere dieser Zubehörteile gekauft hätten und regelmäßig das neueste Smartphone „brauchen“. Für sie dürften sich die Lenovo-Module als nachhaltigere Anschaffung als beispielsweise die von LG erweisen. Zwar sind die Moto-Z-Handys nicht modular aufgebaut und damit nicht besonders zukunftssicher oder reparaturfreundlich. Doch die externen Module kann man beim nächsten Modell weiterverwenden. Lenovo hat sich nämlich – anders als LG – verpflichtet, die Kompatibilität über eine gewisse Zeit aufrecht zu erhalten. Aus Lenovo-Handy mach‘ Hasselblad-Kamera!

Siehe auch: Elektroschrott: Lang lebe das Smartphone!

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