Alfred Funk heißt der Kandidat, der die Entscheidungsträger an der Uni Luxemburg überzeugten konnte. Ein Mann mit reichhaltiger Erfahrung im Hochschulmanagement, schreibt die Uni in ihrem Pressecommuniqué und erwähnt auch seine „excellente réputation parmi les chanceliers des universités allemandes“. Dieser gute Ruf unter deutschen Uni-Kanzlern reichte indessen an der Universität Hohenheim in Stuttgart, wo der 47jährige Jurist seit 2004 den Posten des Kanzlers bekleidet, nicht aus, um dort eine zweite Amtsperiode anzutreten. Das nämlich hatte Alfred Funk vor, als er sich Oktober in Hohenheim zur Wiederwahl stellte. Kanzler, so erklärt die Uni Luxemburg in ihrem Communiqué, sei „le nom donné aux directeurs administratifs de hautes écoles chez nos voisins allemands“. Unerwähnt bleibt, dass Anwärter auf diesen Posten ihren „Namen“ nur erhalten, wenn sie sich erfolgreich – jeweils für eine Amtsperiode von acht Jahren – zur Wahl gestellt haben. Am 10. Oktober wählte der Hohenheimer Universitätsrat, in dem sowohl Uni-Interne, also Studenten, wissenschaftliche Mitarbeiter und Professoren, als auch externe Vertreter aus Wirtschaft und Politik sitzen, einen neuen Kanzler. Alfred Funk scheiterte überraschend klar. Der Verwaltungschef erhielt keine einzige Stimme – die Mitglieder entschieden sich allesamt für die Gegenkandidatin. Sie wurde laut Pressemitteilung der Uni Hohenheim noch am selben Tag vom Senat, ebenfalls einstimmig gewählt. woxx-Informationen zufolge hatte zuvor auch der Rektor der Universität am Stuttgarter Stadtrand darauf verzichtet, eine Wahlempfehlung für seinen amtierenden Kanzler auszusprechen. Der frischgebackene Verwaltungsdirektor der Uni Luxemburg soll Anfang des Jahres seinen Posten auf Campus Limpertsberg antreten. Seine Amtszeit in Hohenheim läuft im April 2012 aus. Dort ist im Übrigen bislang in Kreisen der Verwaltungsangestellten nichts bekannt über das nun frühzeitige Ausscheiden des nicht wiedergewählten Kanzlers.
Europäische Chemikalienpolitik: Giftige Prokrastination
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