Uni als Schiefergas-Lobbyist?

von | 05.10.2012

Ob Schiefergas Europas Energieprobleme lösen kann? Zur Erörterung dieser Frage lädt die Uni Luxemburg am kommenden Montag ein. Neben Ex-Energieminister und aktuellem EU-Abgeordneten Robert Goebbels treten unter anderem der Vorsitzende eines polnischen Energie-Unternehmens und ein polnischer Professor für Informations-Technik auf. Keiner dieser Redner besitze ausreichend Kompetenzen, um „eine ernsthafte Einschätzung der Umweltauswirkungen“ von Schiefergas-Förderung zu geben, beklagt sich nun der Europa-Abgeordnete Claude Turmes in einem Brief an den Rektor der Uni. Turmes fordert stattdessen Kritik und Kontroverse. Eingeladen hat auch die polnische Botschaft, deren Interessen auf diesem Gebiet klar sein dürften: Polen besitzt neben Österreich und Schweden die größten europäischen Vorkommen des in Tongestein gespeicherten Schiefergases. Das Land übte vor kurzem massiv Kritik am Vorhaben des Europaparlaments, die Vorschriften für den Gas-Abbau zu verschärfen. Da dieses „Fracking“ sehr viel Wasser und Chemikalien verbraucht, ist es alles andere als unumstritten. Nicht klar ist, ob diese Diskussionen bis zur Uni durchgedrungen sind. Sowohl die Rednerliste als auch die aufgeworfenen Fragen lassen zumindest Zweifel zu.

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